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Sonntag, 3. Dezember 2017

Driving Home for Christmas oder Türchen Nummer 3

Erst wenn Weihnachten im Herzen ist,
liegt Weihnachten auch in der Luft
(William Turner Ellis)




Ich wünsche Euch und Euren Familien einen wunderschönen 1. Advent!

Das 3. Türchen der diesjährigen Bloggers Weihnacht gehört heute mal mir. Denn seit meinem letzten Weihnachtsinterview vor 3 Jahren hat sich unser Weihnachten ja wieder ein bisschen verändert.

Heute erzähle ich Euch also mal, wie sich Weihnachten für mich, für uns als Paar bzw. als Familie im Laufe der letzten Jahre verändert hat.

Ein Weihnachtslied hatte dabei eine nicht ganz unwichtige Bedeutung. Aber auch das hat sich, jetzt erst mal erledigt.

Im Dezember 2007, um genauer zu sein am vorletzten Tag des Jahres, habe ich meine Heimat zum ersten Mal so richtig verlassen. Mein Mann musste aus beruflichen Gründen nach Sachsen Anhalt und ich folgte ihm. Schweren Herzens- nicht weil ich ihn zuwenig liebte- aber weil ich etwas zurück ließ, was mir immer schon sehr viel bedeutete: meine Familie und Freunde. Ich würde nun nicht mehr irgendwo kurz vorbei kommen können, denn von nun an trennten uns etwa 600 Kilometer. 

Weihnachten verbrachten wir, noch vor dem Umzug, daheim. Weihnachten war nicht nur ein großes Fest, Weihnachten war ein Gefühl. Jedes Jahr eigentlich fast identisch- nur dass wir alle älter wurden und die Geschenke sich veränderten. 

Aber egal wie alt ich auch war, egal wie es meiner Mutter gesundheitlich auch ging, so lange sie es konnte- warteten wir im Flur, mein Vater zündete (die echten) Kerzen am Baum an und dann klingelte sie das geheime Glöckchen des Christkindes. Jenes geheime Glöckchen, welches vom Christkind an die Mütter verteilt wird, um den Zauber, den Glanz und das magische Gefühl von Weihnachten tief in das Kinderherz hineinzubrennen...

Ab 2008 waren wir dann für Weihnachten unterwegs. „Driving home for Christmas“ trällerte es unendliche Male auf der Fahrt aus dem Radio. Wir hatten Glück! Unsere Familien kamen aus der gleichen Region, alle wohnten nur einige Kilometer weg. Viele Paare aus unserem Umkreis hatten oft ihre Familien auch noch ganz woanders und mussten sich dann aufteilen oder überlegen, wie sie am Besten alles organisieren können, um niemanden zu enttäuschen. 

Ein paar Tage vor Heiligabend packten wir dann das Auto, alle Geschenke mussten ja auch mit. Für mich war das immer ein kleiner Horror, weil ich packen hasse. Später mit den Kindern wurde das ja auch nicht besser. Hat man alles dabei für 10-14 Tage Heimatbesuch?  

Weihnachten 2008 fuhren wir zu zweit. Mit dem  Löwenjungen im Bauch, gerade mal in der 6. Woche schwanger. Es bleibt ein unvergessenes Weihnachten, nur wegen der Gefühle. Man stellte sich schon das nächste Jahr Weihnachten mit Baby vor. Hoffnung und Angst gesellten sich zu den Weihnachtsgefühlen, denn im März zuvor hatten wir unser 1. Kind zu den Sternen gehen lassen müssen. Diese Angst war unser ständiger Begleiter, bis wir unseren Löwenjunge endlich in den Armen halten durften. Doch an Weihnachten 2008 hatte ich dieses seltene Gefühl der Sicherheit, das alles gut wird. 

Alle Jahre wieder, auch 2009, mit dem damals wenige Monate alten Winterkind, packten wir kurz vor Heilig Abend das Auto und machten uns auf den Weg in die Heimat. Es war schön, wie jedes Jahr, die ganze Familie zu sehen und in alter Tradition Weihnachten zu feiern. Aber irgendwie war es eben auch stressig. Man lebte aus dem Koffer, musste dieses und jenes mitnehmen, die Kinder waren total neben sich und so schön es auch war, seine Lieben wieder zu sehen- so freute man sich doch auch wieder auf daheim. 

Weihnachten 2012- feierten wir in Deutschland. Das Winterkind war 12 Tage alt und wir waren schon seit Mitte November wieder in Deutschland. Es war eines der schönsten Weihnachten überhaupt. 

Das Weihnachtsfest 2013 feierten wir zum ersten Mal in der Ferne und nur zu viert. Es war eines der schönsten und gleichzeitig eines der seltsamsten Weihnachtsfeste überhaupt. In der Vorweihnachtszeit bekam ich immer ein komisches Gefühl wenn ich „Driving Home for Christmas“ im Radio hörte. Irgendwie fehlte etwas. Gleichzeitig war es aber so entspannt wie nie zu vor. Weihnachten nach unserem ganz eigenen Plan! Es gab Chicken Nuggets und Pommes für die Kinder und Fingerfood für uns Eltern. Wir aßen im Wohnzimmer kurz nach der Bescherung und packten nebenbei Geschenke aus! Die Kinder konnten spielen bis sie vor Müdigkeit freiwillig in‘s Bett getragen werden wollten. Wir mussten uns an keine anderen „Regeln“ halten, nirgendwo aufstehen und wieder heim fahren, es war unser ganz eigenes Weihnachten. 

Seit 2015 wohnen wir in Deutschland. Um 16 Uhr besuchen wir die Kindermette mit dem Krippenspiel. Dann machen wir zu viert unsere erste kleine Bescherung, damit es nicht so viel auf einmal wird. 
Danach kommen meine Geschwister, Schwager, deren Kinder mit Partner und mein Papa. Es gibt eine zweite Bescherung und danach wird gemeinsam gegessen. 
Das ist eine wunderbare Lösung für uns. Heilig Abend nirgendwo mehr hin fahren und trotzdem alles etwas verteilt. 
Der 1. Feiertag gehört der Familie meines Mannes. Der 2. Feiertag dann wieder uns, ganz alleine. Wir frühstücken spät, probieren alle Weihnachtsgeschenke und dann gibt es Raclette. 

„Driving Home for Christmas“ bleibt uns aber in ewiger Erinnerung. Und wir wissen ja nicht, wohin unsere Reise noch geht. Vielleicht müssen wir ja auch an irgendeinem Weihnachten wieder wo hin fahren. Aber jetzt bleiben wir erst mal wo wir sind. Und genießen es, an Weihnachten nirgendwo hin zu fahren. 

Und Weihnachten bei Euch? Wie viele Kilometer müsst Ihr am Fest der Liebe zurück legen? Wie feiert Ihr- daheim oder als Gäste?

Bisous 
Eure Tanja 


Bloggers Weihnacht 2017



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