Mittwoch, 23. September 2015

Und wieder ist ein Jahr vergangen- die Lücke bleibt

Es gibt diese Tage im Jahr, die immer wieder kehren und das mit einer unglaublichen Schnelligkeit, die einem manchmal den Atem rauben.
Heute ist wieder so ein Tag, der Geburtstag meiner Mama. Und um es mit den Worten meines Sohnes zu beschreiben: "Oma's 2. Geburtstag den sie im Himmel feiert!"
Dieses Jahr wird sie ihn vielleicht mit ihrer Schwester "feiern", auch sie hat uns vor einigen Tagen verlassen müssen. Ihre Beerdigung war am Tag der Einschulung meines Löwenjungen. Freud und Leid liegen manchmal eben so nah beisammen, dass man sie nicht mal "unter einen Hut" bekommt und das tut weh. 

In meinem Herzen und in meinen Gedanken ist mir meine Mama aber so nah, dass es manchmal geradezu schmerzhaft ist. 
Das letzte Jahr brachte so viel Veränderungen, Höhen und Tiefen dass ich mich manchmal frage, warum sie gerade jetzt nicht da sein kann. Was hätte sie mir gesagt oder getan? 

Es sind so viele Fragen, die ich noch fragen müsste, die vielleicht auch nur sie verstanden hätte. 

Meine Kinder werden Größer und ihre Erinnerung an Oma verblasst langsam. Es ist normal und doch tut es weh. 

Doch meine Erinnerung an meine Mama verblasst zum Glück nicht. Oft spüre ich sie ganz nah und wenn ich in mein Elternhaus komme, denke ich so oft, sie müsste doch jetzt eigentlich gleich kommen. 


Liebste Mama,

"Heut ist Dein Geburtstag" so beginnt auch das Kinderlied zum Geburtstag, das Du so geliebt hast und wir immer so schön falsch mitgesungen haben. 
Und richtig, heute kann es regnen, stürmen oder schneien- Du kannst es nicht mit uns erleben. 

Trotzdem schreibe ich Dir zum Geburtstag, denn ein paar Worte zum Ehrentag schreiben, das hat Tradition bei uns. Es gehört dazu. 

Dass ich Dich vermisse, muss ich nicht schreiben, denn wenn Du mich nicht kennst, wer dann?

Es ist so viel passiert, seit Du weg bist und doch bist Du ja nicht wirklich weit weg, denn sonst könnte ich Dich nicht so fest spüren. Du bist mir und ich bei Dir. 

Gestern stand ich zum Beispiel auf der Straße und wartete auf meinen Löwenjungen. Er rollerte das erste Mal die 3,5 Kilometer von der Schule alleine nach Hause! Ich wurde mit jeder Minute ein bisschen unruhiger und erinnerte mich daran, wie schön es war, wenn Du in der Türe oder am Fenster standest wenn ich kam oder auch wenn ich ging. Und so wartete ich auf der Strasse, bis mir mein strahlender, plötzlich so groß gewordener Sohn entgegen kam und sich riesig freute, dass ich so auf ihn gewartet hatte. 

In vielen kleinen Dingen hast Du Dich für mich und meine Familie "unsterblich" gemacht. Weil ich mit diesen liebevollen Dingen "groß" geworden bin und sie bis heute schätze und an meine Kinder weiter geben möchte. 

Dein Enkel stellt mir jetzt viele Fragen, wie ich so war als Kind. Wie meine Schultüte aussah, was ich gespielt und gegessen habe und was ich so angestellt habe. Doch leider habe ich es versäumt, Dich früher danach zu fragen. Wahrscheinlich wollte ich es damals gar nicht hören. 

Manchmal ist das Vermissen so riesig groß, dass nichts tröstlich scheint. Dein Lachen, Deine Wärme, Dein Duft, Deine Nähe. Es fehlt. Du fehlst. 

Und manchmal erkenne ich in meinen Kindern Deinen ganz besonderen Gesichtsausdruck... Dann bist Du wieder ganz nah. 

Die Lücke bleibt, denn eine (liebende) Mutter kann nichts ersetzen. 

Ich hab Dich immer noch ganz dolle lieb. 
Bis zum Himmel und wieder zurück. 












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Kommentare:

  1. Liebe Tanja,

    ich sende Dir in diesen schweren Stunden eine herzlichen Umarmung aus der Ferne.
    Sie soll Dir Wärme und Trost spenden.

    Liebe Grüße, Geli

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