Montag, 28. September 2015

Viele Kürbisse und märchenhafte Bilder aus Ludwigsburg: unser letztes Septemberwochenende in Bildern von der Blüba

Ich bin spät dran, mit meinem Wochenende in Bildern. Aber meine abendlichen Nachtschichten zum Bloggen nahmen mit dem Schulbeginn des Löwenjungen ein jähes Ende. Ich komme einfach mit diesem "6-Uhr-Wecker-klingeln" nicht klar. Für mich als Nachteule echt das Allerschlimmste und jetzt verstehe ich Euch auch erst, dass Ihr abends schön brav um 22 Uhr in´s Bett geht...



Vom Samstag gibt es nicht wirklich Bilder. Denn gleich morgens machte ich mich mit meiner Lana auf zur Hundeschule. Hier brauche ich beide Hände und habe keine Zeit zum fototgrafieren.
Da auch der Rest des Samstags eher unspektakulär war, beschränke ich mich heute mal auf die Bilder von unserem Sonntagsausflug, denn der war richtig schön und ich kann ihn Euch gleich auch mal als Ausflugstipp im Schwabenländle empfehlen.

Wir waren nämlich im schönen Ludwigsburg, nur rund 12 km von Stuttgart entfernt.

Hier gibt es die älteste Dauergartenschau: Blühendes Barock oder auch #Blüba genannt.

Rund um das Residenzschloss bietet das Blühende Barock eine einzigartige Gartenlandschaft auf rund 30 Hektar.



Derzeit (noch bis 08.11.2015) gibt es dort eine riesige Kürbisausstellung. Über 450.000 Kürbisse könnt Ihr bestaunen. (500 verschiedene Sorten- Himmel, ich wußte nicht mal, dass es soooo viele gibt!) 



Kunstvolle Bauwerke wurden da angefertigt, die zum Staunen und fotografieren einladen.





Wir haben nicht mal alles anschauen können, denn wir wollten ja unbedingt noch in den Märchengarten. Der war vor allem für den Löwenjungen "richtig cool". Ein richtig schön angelegter Teil, mit zahlreichen Märchenklassiker werden hier dargestellt.





Für die (viel zu kurze) Bootsfahrt mussten wir dann leider noch 30 Minuten anstehen, aber schön war es trotzdem.



Außerdem gibt es noch einen schönen großen Spielplatz (auch Wasserspielplatz) und die Eltern konnten sich kulinarsch verwöhnen lassen, derzeit natürlich ganz nach dem Motto "Kürbis" gibt es zum Beispiel Kürbis-Spaghetti oder Kürbiskuchen oder auch leckeren Kürbis-Flammkuchen.




Lana durften wir auch mitnehmen, sie fand das auch sehr spannend da, denn es waren einige Hunde mit im Park.



Die Eintrittspreise fand ich übrigens auch noch relativ fair und angemessen, wir Erwachsene haben 8,50 Euro bezahlt, der Löwenjunge 4,20 Euro und das Winterkind durfte noch umsonst rein.

Jetzt husche ich aber (wieder viel zu spät) in´s Bett und wünsche Euch noch eine schöne Restwoche.

Gros Bisous,
Eure Tanja



(Alle Info´s zum Blühenden Barock könnt Ihr aber auch hier auf der offiziellen Homepage nochmal nachlesen.)






Mittwoch, 23. September 2015

Und wieder ist ein Jahr vergangen- die Lücke bleibt

Es gibt diese Tage im Jahr, die immer wieder kehren und das mit einer unglaublichen Schnelligkeit, die einem manchmal den Atem rauben.
Heute ist wieder so ein Tag, der Geburtstag meiner Mama. Und um es mit den Worten meines Sohnes zu beschreiben: "Oma's 2. Geburtstag den sie im Himmel feiert!"
Dieses Jahr wird sie ihn vielleicht mit ihrer Schwester "feiern", auch sie hat uns vor einigen Tagen verlassen müssen. Ihre Beerdigung war am Tag der Einschulung meines Löwenjungen. Freud und Leid liegen manchmal eben so nah beisammen, dass man sie nicht mal "unter einen Hut" bekommt und das tut weh. 

In meinem Herzen und in meinen Gedanken ist mir meine Mama aber so nah, dass es manchmal geradezu schmerzhaft ist. 
Das letzte Jahr brachte so viel Veränderungen, Höhen und Tiefen dass ich mich manchmal frage, warum sie gerade jetzt nicht da sein kann. Was hätte sie mir gesagt oder getan? 

Es sind so viele Fragen, die ich noch fragen müsste, die vielleicht auch nur sie verstanden hätte. 

Meine Kinder werden Größer und ihre Erinnerung an Oma verblasst langsam. Es ist normal und doch tut es weh. 

Doch meine Erinnerung an meine Mama verblasst zum Glück nicht. Oft spüre ich sie ganz nah und wenn ich in mein Elternhaus komme, denke ich so oft, sie müsste doch jetzt eigentlich gleich kommen. 


Liebste Mama,

"Heut ist Dein Geburtstag" so beginnt auch das Kinderlied zum Geburtstag, das Du so geliebt hast und wir immer so schön falsch mitgesungen haben. 
Und richtig, heute kann es regnen, stürmen oder schneien- Du kannst es nicht mit uns erleben. 

Trotzdem schreibe ich Dir zum Geburtstag, denn ein paar Worte zum Ehrentag schreiben, das hat Tradition bei uns. Es gehört dazu. 

Dass ich Dich vermisse, muss ich nicht schreiben, denn wenn Du mich nicht kennst, wer dann?

Es ist so viel passiert, seit Du weg bist und doch bist Du ja nicht wirklich weit weg, denn sonst könnte ich Dich nicht so fest spüren. Du bist mir und ich bei Dir. 

Gestern stand ich zum Beispiel auf der Straße und wartete auf meinen Löwenjungen. Er rollerte das erste Mal die 3,5 Kilometer von der Schule alleine nach Hause! Ich wurde mit jeder Minute ein bisschen unruhiger und erinnerte mich daran, wie schön es war, wenn Du in der Türe oder am Fenster standest wenn ich kam oder auch wenn ich ging. Und so wartete ich auf der Strasse, bis mir mein strahlender, plötzlich so groß gewordener Sohn entgegen kam und sich riesig freute, dass ich so auf ihn gewartet hatte. 

In vielen kleinen Dingen hast Du Dich für mich und meine Familie "unsterblich" gemacht. Weil ich mit diesen liebevollen Dingen "groß" geworden bin und sie bis heute schätze und an meine Kinder weiter geben möchte. 

Dein Enkel stellt mir jetzt viele Fragen, wie ich so war als Kind. Wie meine Schultüte aussah, was ich gespielt und gegessen habe und was ich so angestellt habe. Doch leider habe ich es versäumt, Dich früher danach zu fragen. Wahrscheinlich wollte ich es damals gar nicht hören. 

Manchmal ist das Vermissen so riesig groß, dass nichts tröstlich scheint. Dein Lachen, Deine Wärme, Dein Duft, Deine Nähe. Es fehlt. Du fehlst. 

Und manchmal erkenne ich in meinen Kindern Deinen ganz besonderen Gesichtsausdruck... Dann bist Du wieder ganz nah. 

Die Lücke bleibt, denn eine (liebende) Mutter kann nichts ersetzen. 

Ich hab Dich immer noch ganz dolle lieb. 
Bis zum Himmel und wieder zurück. 












Wer nichts verpassen will, der darf mir sehr gerne auf Facebook folgen. Viel mehr Bilder von unserem kunterbunten Familienleben gibt es übrigens auf Instagram.

Über Deinen Kommentar freue ich mich übrigens ganz besonders! Es bedeutet mir sehr viel, dass Du Dir dafür einen Moment Zeit nimmst. * Merci *

Dienstag, 22. September 2015

Krabbelschuhe für das Winterkind - wir testen die Janosch-Lederpuschen von Hobea

Mein Winterkind kommt ganz nach mir, Schuhe aus und barfuß durch´s Leben. Das ist zwar sehr gesund, aber eben nur, wenn der Boden nicht zu kalt ist.
Der Sommer neigt sich dem Ende zu und langsam führt kein Weg daran vorbei, barfuß kann man nicht mehr den ganzen Tag durch´s Haus flitzen.



Seit einiger Zeit testen wir also zu Hause die Janosch-Lederpuschen von Hobea.
Krabbel- und Lauflernschuhe kommen dem Barfuß laufen nämlich am nächsten und werden daher auch von Orthopäden und Kinderärzten empfohlen. 


https://www.hobea.de/


Schon bei meinem Löwenjungen war ich begeistert von Lederpuschen, auch als das Winterkind noch im Krabbelalter war, hatte er Leder-Krabbelschuhe. Zurück in Deutschland hatte ich die aber irgendie nicht mehr in meinem Kopf, weil ich dachte, dass er ja aus dem Alter heraus sei und ich kaufte ihm Hausschuhe, die er natürlich nicht anzog und lieber in die Ecke pfefferte oder irgendwo unter dem Schrank versteckte.

Zu meiner Freude gibt es aber die Hobea Krabbelschuhe sogar bis Größe 27, das heißt wir haben auch noch mal eine nächste Größe wenn ihm die jetzige 24/25 nicht mehr passt.



Die weiche und rutschfeste Wildledersohle ist optimal für Fliesen- und Holzböden geeignet und ideal für zuhause, in Krabbelgruppe, Kindergarten, Turnstunde etc.

Jetzt lass ich aber auch mal ein bisschen mein Winterkind für Euch modeln.



Wir haben die Janosch Krabbelschuhe Tigerente mit Frosch, es gibt diesen Schuh aber auch noch in 3 weiteren Janosch-Designs. (Tigerente, Bär, Tigerente mit Tiger)





HOBEA-Germany Krabbelschuhe und Lauflernschuhe sind ein reines Naturprodult, komplett aus Rindsleder aus Italien gefertigt und werden in der eigenen Produktion in der EU handgenäht. 
  
Schon beim Auspacken waren wir beide von dem weichen und geschmeidigen Leder sehr begeistert. 



Das Winterkind hat sehr schnell gelernt, den Schuh auch alleine an- und auszuziehen, denn der Schuh ist schön leicht und flexibel.




Natürlich darf auch der Schnuppertest nicht fehlen, aber auch den hat der neue Lederpuschen einwandfrei bestanden.

Dass die Wildledersohle rutschfest ist, hat das Wettrennen über den Parkettboden einwandfrei bestätigen können. Sollte die Sohle der HOBEA-Lederpuschen doch mal glatt gelaufen sein, kann diese mit einer Wildlederreinigungsbürste oder feinem Sandpapier wieder angeraut werden.


Unser Fazit:
Der Hobea Krabbelschuh Janosch ist der perfekte Hausschuh für unser Winterkind, den wir ab sofort auch gerne mit in´s Mutter-Kind-Turnen mitnehmen werden.


Bisous,
Eure Tanja


Dieses Produkt wurde uns kostenlos zur Verfügung gestellt. Herzlichen Dank an HOBEA Germany!










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Samstag, 12. September 2015

12 von 12 - im September 2015

Ein sonniger Spätsommertag war dieser 12. September und da fällt es einem auch nicht schwer, 12 Bilder zu knipsen und bei der monatlichen Bilderaktion  "12 von 12" bei Caro von "Draußen nur Kännchen" mitzumachen. 

Letzes Jahr haben wir noch in Frankreich gewohnt und wer nochmal zurück schauen möchte, der findet die 12 von 12 im September 2014 hier:
Zwei mal zwölf von zwölf- zusammen mit dem Löwenjungen


Also los geht's mit meinen




Mit meinem Kaffee geht's um 08:30 Uhr erst mal los... 


... in Richtung Arbeit


(Es macht sooo Spaß wieder zu arbeiten und ist wie ein kleiner Kurzurlaub vom Mama-Job)

Um 14:30 Uhr wieder daheim ist noch etwas Mittagsruhe angesagt... (Ich glaube sie zahnt :))






Oma war mit dem Löwenjungen heute im Supermarkt zur Schultütenaktion und es wird mir gleich freudestrahlend alles präsentiert:



Dann packen wir schnell zusammen und fahren in ein kleines Paradies in der Nähe von Blaustein





Einfach traumhaft hier und wir genießen alle nochmal Sommerfeeling




... auf und im Wasserspielplatz




Lana war auch im kühlen Nass und nimmt ein Sonnenbad zum trocknen




Dieses Afrikanische Sprichwort steht an einer Schule - wie wahr!




Müde gespielt mit einem großen Hund...




Wir beschließen heute Abend nicht zu kochen und lieber länger draußen zu bleiben, muss zum Abschluss der Ferien auch mal sein. Die Kids bekommen Chicken Nuggets und wir Eltern leckeres Gyros mit Metaxa-Soße... Lecker!




Gute-Nacht-Liebes-Erklärung "bis zum Mond und wieder zurück"...





Und nun alle Augen zu gemacht, wir schlafen jetzt die ganze Nacht. 

Bisous und einen schönen Sonntag an Euch!

Eure Tanja


(alle vergangenen 12 von 12 könnt Ihr hier nochmal nachschauen) 
 

Dienstag, 1. September 2015

Bonjour im September!

Den letzten Tag im August habe ich bis zur letzten Minute ausgenutzt und saß noch bis spät in die Nacht auf der Terasse. Was für eine schöne Sommernacht das nochmal war.

Der Herbst klopft an die Türe und auch wenn ich die bunten Farben dieser Jahreszeit an sich mag, das Ende des Sommers macht mich immer etwas wehmütig. 

In Frankreich dauerte der Sommer immer etwas länger und so waren wir oft Ende Oktober noch baden. 
Vor dem ersten deutschen Herbst und Winter nach 3 Jahren Frankreich graut es mir etwas. Ich und Veränderungen eben... 

Aber nun kommt erst mal der September und der hat es erst mal eh schon in sich:



Die Einschulung vom Löwenjungen steht an und das macht mich schon mal mindestens genau so nervös wie mein Schulkind. 

Einen Tag später beginnt die Eingewöhnung vom Winterkind in den Kindergarten. Den Platz haben wir ab heute, aber wir haben wirklich einen tollen Kindergarten gefunden, die nicht alle Kinder am gleichen Tag eingewöhnen wollen. Außerdem wurde meine Sorge ernst genommen, dass er vielleicht nicht gehen möchte, wenn der große Bruder noch in den Ferien daheim bleiben darf. 

Für mich beginnt dann nach 6 Jahren Vollzeitmama ja eine völlig andere Zeit, wenn die Kinder vormittags nicht mehr da sind. 
Derzeit gehe ich ja "nur" Freitag nachmittags und ein paar Samstage wieder im Reisebüro arbeiten, aber auch das darf und werde ich, nach erfolgreicher Kindergarteneingewöhnung wieder aufstocken. 

Dann gibt es noch eine große Hochzeit zu der ich im September noch mit den Jungs fahren werde und sicherlich hat das Leben auch im September wieder einige Überraschungen für uns parat. 

Was wird der September denn für Euch bringen? 
Lasst es Euch gut gehen und gebt auf Euch acht. 

Gros Bisous!
Eure Tanja

#MeinBriefanMich: Alles wird gut!

Wir schreiben das Jahr 2009 und es ist ein heißer Sommertag Ende Juli. Das vergangene Wochenende haben wir zum letzten Mal zu Zweit und als "Noch-Nicht-Eltern" in unserer Heimat verbracht, knapp 600 Kilometer von dem Ort entfernt, an dem in etwa 2 Wochen mein Löwenjunge zur Welt kommen sollte.
Es ging mir wunderbar an diesem Tag, mein Mann ging zur Arbeit und ich spazierte stolz mit meinem kugelrunden Bauch zu der Frauenarztpraxis wo ich nochmal einen ganz normalen Termin hatte, schon mal die nötigen Papiere bekommen sollte, dass alles parat wäre, wenn es dann nun irgendwann mal losgehen sollte. 
Vielleicht eine Wassergeburt oder doch ganz normal? Die Klinik war gut und hielt für uns alle Optionen offen. Ich freute mich, doch noch war alles ruhig. Der Löwenjunge war (und ist es bis heute geblieben) ein sehr aufgewecktes und wildes Kerlchen und seine Bewegungen konnte man nicht nur fühlen, sondern auch ganz deutlich an meinem Bauch sehen. Noch schien er sich sehr wohl zu fühlen, da wo er war.

Ich sitze also unbeschwert in dieser Frauenarztpraxis und warte bis ich dran komme. Hinter mir liegen aufregende Schwangerschaftsmonate, in denen ich sehr oft große Angst hatte, dass wir es überhaupt soweit schaffen werden. Zu oft hatte ich Angst, dass auch mein Löwenjunge, auf den wir so lange gewartet hatten, zu einem zweiten Sternchen werden würde. Doch mit jedem Tag in Richtung Geburtstermin wurde diese Angst ein bisschen kleiner und das Glück größer und greifbarer. 

Eigentlich wollte ich an diesem Sommertag nach dem Arzttermin nochmal meine Kollegen im Reisebüro besuchen und das Kinderzimmer fertig bekommen. 
In Gedanken war ich auch bei meiner Mama, die heute eine Operation in der Heimat hatte. 

Doch wie das Leben eben immer so spielt, kam alles ganz anders und es wäre schön gewesen, wenn jetzt an dieser Stelle, wie ich so wartend in der Praxis sitze, die Arzthelferin mir noch diesen Brief an mich in die Hand gedrückt hätte:


Liebe Tanja,
lehne Dich zurück und lies meine Zeilen, vielleicht geben Sie Dir ein wenig Mut in den kommenden Stunden, Tagen und Jahren.
Denn wie auch alles kommt, so hat es ja vielleicht auch einen Sinn und am Ende wird doch alles gut, das kann ich Dir hier und jetzt versprechen.
Du wirst nicht mehr lange auf den Geburtstag Deines Löwenjungens warten müssen, denn in weniger als 24 Stunden wirst Du ihn endlich bei Dir haben. Ganz anders als Du Dir das vielleicht gewünscht und erträumt hast, aber dennoch gesund und munter.

Die Ärztin wird Dir jetzt gleich sagen, dass Dein Kind vermutlich fast 5000 Gramm wiegen wird und sie Dich vorsichtshalber doch schon gleich mal ins Krankenhaus schicken möchte, da sie Angst hat, dass die Geburt eines so großen Kindes vielleicht für Dich zu schwer werden könnte.

Dann geht alles sehr schnell. Du rufst Deinen Mann an, der sofort von der Arbeit kommt und mit Dir und der Kliniktasche gleich mal in´s Krankenhaus fährt. Dort wirst Du nochmal untersucht und auch da berechnen sie gut 4600 Gramm für Deinen Löwenjungen.

Sie werden Dir einen Kaiserschnitt vorschlagen, weil sie Dich für zu zierlich halten und Dir sagen, dass die Geburt eines so großen Kindes für Dich und Dein Kind nicht ungefährlich sein könnte.
Sie geben Dir ein paar Minuten um Dich mit Deinem Mann zu besprechen ob Du diesem Kaiserschnitt am nächsten Tag zustimmen möchtest.

Ihr seid überfordert, denn damit habt ihr nicht gerechnet und es war nie eine Überlegung wert gewesen. Aber Gefahr für Mutter und Kind, das hört sich für Dich zu bedrohlich an und Du möchtest es nicht riskieren.
Die Hebamme die Du hast möchte die ärztlichen Kompetenzen nicht anzweifeln, Erfahrungen hast Du damit nicht und 2009 hast Du nicht das Wissen das Du später bei Deiner 2. Geburt haben wirst.
Facebook und die vielen wunderbaren Hebammen-Blogs kennst Du nicht, Deine Freunde und Deine Familie sind weit weg.

Es bleiben Dir 5 Minuten um zu entscheiden. Und Du entscheidest Dich, für die Geburt am nächsten Tag. Warum auch nicht, Hauptsache Du hast endlich ein gesundes Kind im Arm, denkst Du.

Am nächsten Morgen kommst Du gleich als erstes dran. Die Krankenhaushebamme fragt Dich, warum Du es nicht normal versuchen wolltest aber da ist es schon zu spät, Du wusstest es in dem Moment einfach nicht besser.

Um 08:00 Uhr schieben sie Dich in den OP und keine halbe Stunde später hörst Du endlich den Schrei auf den Du so viele Jahre hast warten müssen. Er ist endlich da und wiegt gesunde 3945 Gramm.

Sie werden Dich erst am späten Abend zurück auf´s Zimmer bringen, weil Du Zuviel Blut verloren hast und Dein Kreislauf immer wieder schlapp macht. Eine vorgeschlagene Blutkonserve lehnst Du ab, weil Du nicht genug aufgeklärt und beraten wirst und Du doch unbedingt das Stillen versuchen wolltest.

6 Wochen wirst Du sehr schwach und leichenblass durch die Welt laufen und das Mutterglück fühlt sich so anders an als erwartet. Dein Baby schreit viel und laut. Will immer stillen und hat Bauchweh. Deine Hebamme sagt Dir leider, Du darfst nicht eher wie alle 3 Stunden stillen und sollst ein Stillprotokoll schreiben.

Dein Baby riecht die viele Milch und schreit noch lauter. Du bist müde und schwach und schaffst es kaum bis in den 3. Stock in Deine Wohnung Dein Baby zu tragen. Du bekommst eine schwere Brustentzündung wie Du es nie gedacht hättest und Milchstau mit hohem Fieber. Das Stillen empfindest Du als Qual und Dir wird jedes Mal das Abstillen empfohlen.
Doch Du lehnst jedes Mal ab und schmeißt die Medikamente dazu in die Tonne.

Dein Baby ist ein waches Kerlchen und schläft nicht annähernd so viel, wie man Dir gesagt hatte, das Babys so schlafen würden.
Nächtelang tragt ihr es in den Schlaf und nicht selten denkst Du Dir, das es vielleicht doch nicht das große Glück ist Mutter zu werden. (Natürlich nicht ohne das anschließende schlechte Gewissen nach diesen Gedanken.)

Deine Kaiserschnittnarbe wird in einigen Jahren kaum mehr zu sehen sein und dennoch schaffst Du es nicht, sie selbst mal anzusehen.
Du fühlst Dich einfach nicht als richtige Mutter, betrogen um die Wehen und um eine natürliche Geburt.
Eine Heilpraktikerin empfiehlt Dir!, Deinem Baby diese Gedanken mitzuteilen, was Du erst mal für sehr gesponnen halten wirst. Doch langsam geht es Euch besser. Dir und Deinem Baby. Das Schreien wird weniger, das Stillen wird zu einer innigen Beziehung, als Du endlich eine liebevolle Hebamme findest, die sämtliche Stillprotokolle ins Altpapier schmeißt und Dir was von "Stillen nach Bedarf" erzählt.

Alles wird gut und ihr baut eine besonders innige und liebevolle Beziehung auf. Ab da hörst Du endlich nur auf Dein Herz und Dein Baby. Stillst es in den Schlaf und begleitest es auch nach dem Abstillen nach über einem Jahr jede Nacht in den Schlaf.

Du brauchst zwar noch lange, den Kaiserschnitt zu akzeptieren aber richtig geheilt davon wirst Du erst über 3 Jahre später. Denn freue Dich, ja,  Du wirst ein zweites Kind auf ganz normalen Weg zur Welt bringen.

Du kannst das Kapitel endlich schließen, denn das Leben hat Dir gezeigt, dass alles seinen Sinn hat. Warum auch immer, vielleicht musste es einfach so kommen, es ist okay wie es ist wenngleich auch viel falsch gelaufen ist.
Lehne Dich entspannt zurück, am Ende wird alles gut.

Deine Tanja



#MeinBriefanMich ist mein Beitrag zur Sommerblogparade von Hebammenblog.de

Gleichzeitig ist dies aber auch das erste Mal, dass ich so von der Geburt von meinem Löwenjungen schreiben kann.
2009 traf mich dieser Kaiserschnitt einfach völlig unerwartet und ich habe sehr, sehr lange gebraucht um damit fertig zu werden. Natürlich war ich dankbar, dass ich endlich meinen Sohn in den Armen hielt, aber es fühlte sich damals einfach nicht "echt" an. Wenn ich damals im Fernsehen Geburtsszenen gesehen habe, musste ich weinen. Ich wusste noch nicht mal wie sich richtige Wehen überhaupt anfühlen.
Ich war zu diesem Zeitpunkt noch nicht die Mutter die ich heute bin, auch an dieser Aufgabe musste ich wachsen. Es ist gut, dass es heute Netzwerke und Blogs gibt, denn hätte ich damals das Wissen gehabt, das ich heute habe, hätte ich vermutlich zuerst einmal eine normale Geburt versucht. Diese Möglichkeiten waren uns damals einfach nicht klar. Mit meiner Hebamme hatte ich damals einfach nur Pech. Auch das gehört eben dazu. Wie alles sehr viel besser laufen kann, durfte ich ja zum Glück bei der Geburt des Winterkindes 2012 erleben. Da habe ich um meine normale Geburt gekämpft und bin dazu sogar extra nach Deutschland gefahren, denn in Frankreich bekam ich gleich den Kaiserschnitt-Termin genannt, als die Ärzte gesehen haben, dass Nummer 1 nicht normal auf die Welt kam. "Normale Geburt nach Kaiserschnitt? Können Sie vergessen."

Jede Mama ist anders und jede muss das für sich entscheiden wo und wie sie gebären möchte. Doch liebe Mütter informiert Euch, wenn Ihr Euch überfahren fühlt. Wir hatten gerade mal 5 Minuten und wollten doch nur alles richtig machen.
Und wenn es dann doch ein Kaiserschnitt wird, dann hoffe ich, dass Ihr nicht so lange daran zu knabbern habt, wie ich damals. Alles wird gut und manchmal muss es eben so kommen wie es kommt. Mutter wird man nicht erst am Geburtstag seiner Kinder.

Gros Bisous
Eure Tanja


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