Dienstag, 30. Juni 2015

Mein Frankreich - in 13 Akten

Meine Kinder machen gerade  Mittagsschlaf (um halb 5) wir haben 40 Grad und verschieben unseren Tag einfach ein bisschen nach hinten. Wie man das eben so macht im Süden.

Bei Petra von Allerlei Themen wurde ich gerade an eine schöne Idee von Terrorpüppi erinnert. Sie sammelt am Monatsende 13 Bilder unter dem Hashtag #meinOrt um- zu zeigen wo wir denn alle so herkommen und wie wir unseren Ort sehen, in 13 Akten/Bildern.

Nun, da Ihr ja alle wisst, habe ich auch einen Lieblingsort, an dem ich zufällig auch noch gerade bin. Also vielleicht habt Ihr ja Lust, Euch #meinFrankreich in 13 Akten anzusehen?

Für aufkommendes Urlaubsfeeling kann ich leider keine Verantwortung übernehmen...

Also geh ich diese Straße lang...:


Ja, hier bin ich oft schon lang gegangen. Mit dem Winterkind damals noch im Kinderwagen oder Tragetuch, mit dem Löwenjungen zum Fahrrad fahren...


Die Straße runter gelaufen kommt man übrigens auch an diesem Strand vorbei. Wir haben uns mit den Jungs hier so manchen Sonnenuntergang angesehen:



Auch die Ecole Maternelle, der Kindergarten vom Löwenjunge, gehört zu unserem Ort dazu:



Nur eine Straße weiter von der Ecole Maternelle liegt "unser" Notre Dame. Einige Kerzen wurden von uns hier in knapp 3 Jahren angezündet, Gebete gesprochen und die Stufen hinauf waren immer sehr verlockend für das Winterkind gewesen. 




Etwas weiter fahren wir nun zu einem unserer Lieblingsspielplätze, "über den Dächern von Arcachon", idyllisch und schattig im wunderschönen Park gelegen:






Was natürlich hier bei #meinOrt nicht fehlen darf ist die Düne: La Dune du Pyla, sie lag nur etwa 800 m Luftlinie hinter unserem Haus:




Ein weiterer Lieblingsort hier ist ein wunderschöner See, der Lac de Cazaux. 



Hier sind meine Jungs kaum aus dem Wasser zu bekommen, weil das Wasser flach, sauber, warm und eben nicht salzig ist. Und der Sandstrand hier ist einfach traumhaft. 

Um zum See zu gelangen, müssen wir von unserem Haus aus durch unseren "Zauberwald" fahren:




Noch etwas was mir fehlt sind die Farben  und die Luft: der blaue Himmel, hundert Jahre alte Kiefern, Blütenpracht und natürlich die unterschiedlichsten Farben am Strand, je nach Sonnenstand












Die letzten Bilder kamen heute ganz neu dazu. Meine Jungs haben nämlich noch bis halb 6 Mittagsschlaf gemacht heute. Wir haben dann gegessen, sind um 19 Uhr bei immer noch über 30 Grad zum Spielplatz gefahren und haben uns um 21:50 Uhr noch Sonnenuntergang am Strand angesehen. (Noch etwas was ich hier so toll finde, es ist abends länger hell als bei uns in Deutschland) 

Jetzt fallen wir müde in's Bett und ich hoffe Euch hat der kleine Ausflug in #meinFrankreich gefallen. 
Vielleicht können diese Bilder auch ein bisschen meine Gefühle erklären, warum ich ein Stück meines Herzens hier zurück gelassen habe und so schweren Herzens hier wieder weggezogen bin. 

Bisous
Eure Tanja

Sonntag, 28. Juni 2015

Wenn sich Urlaub wie "heim kommen" anfühlt...

... dann hat man vermutlich eine wunderschöne Zeit an einem besonderen Ort gelebt und viele unvergessene Erinnerungen gesammelt...



Wir sind wieder in unserer alten "Heimat" angekommen und auch wenn es unser Sommerurlaub ist, es fühlt sich irgendwie gar nicht so an. 

Die letzten Tage waren nochmal hektisch, wie immer vor einem Urlaub. Koffer packen ist so gar nicht meins und auch wenn ich schon Tage vorher beginne, Sachen raus zu legen oder Listen zu schreiben- am Ende bekomme ich meist doch wieder die Kriese und bis alles fertig ist, sind alle anderen schon im Bett um sich die letzten Stunden vor der Abfahrt noch auszuruhen. 

Die Vorfreude begleitet und trägt uns die lange Autofahrt, die mit Pausen gut 15 Stunden dauert. Die Jungs machen es so großartig mit, dass ich jedes Mal auf's neue erstaunt bin. 

Kurz nach Bordeaux, auf den letzten Kilometern dann, sind wir aufgeregt und entspannt zugleich. 
Alles so vertraut. Wie oft sind wir hier auf dieser Autobahn gefahren? 
Nochmal anhalten für eine kurze Pause. Aussteigen und dann diese herrliche Luft einatmen. "Man kann das Meer schon riechen, Mama!" meint mein Löwenjunge und "es ist wieder so herrlich warm, sogar am Abend!" 

Eigentlich kann ich es kaum beschreiben. Es ist wie endlich ankommen. Fühle mich total wohl obwohl wir nun so lange im Auto gesessen sind. 

Wir kommen bald an, meine Jungs schauen stumm aus dem Fenster und sind irgendwie ebenso gefesselt, in ihren eigenen Gedanken. 
Es war schon wirklich schön hier zu leben, wo andere und wir jetzt, Urlaub machen. Ob es uns die ganze Zeit bewusst war oder erst jetzt, wer kann das schon sagen. 

Klar hatten wir auch hier Alltag und Alltag ist nicht Urlaub. Im Vergleich zu unserem Leben jetzt in Deutschland, war aber trotzdem alles ein bisschen entspannter und entschleunigter hier am Meer. Wir hatten einen andern Rhytmus, viel mehr Sonnenschein und eine (Kinder-)freundlichere Umgebung. Auch meine Kinder waren hier ausgeglichener und irgendwie geerdet. Das viele blau von Himmel und Meer, die endlosen Weiten, ich glaube das hat seine ganz eigene Wirkung. 

Nun werden wir aber erst mal unseren Urlaub genießen. Freunde treffen und unsere Batterien aufladen. 3 Monate waren wir jetzt nicht mehr hier, bis zum nächsten Wiedersehen wird es sicher leider etwas länger dauern. 

Habt eine schöne Zeit und genießt den Moment. 

À bientôt und gros Bisous 
Eure Tanja 

Montag, 22. Juni 2015

Und endlich wieder nette Menschen!

Wir sind in voller Urlaubsvorfreude. Ich freue mich wahnsinnig auf #meinFrankreich und auch die Jungs zählen schon die Tage und Nächte und packen jede Tag 3 mal ihre Koffer. 
Etwas stutzig machte mich aber mein #Löwenjunge schon und ich lass das jetzt auch einfach mal so stehen:


"Ach Mama, ich freu mich schon so auf unseren Urlaub!
Unsere Freunde, endlich wird man auch  über die Straße rüber gelassen, beim einkaufen gucken die einen nicht so böse an, keiner fährt einem in die Hacken oder ist unfreundlich zu uns. Endlich wieder nette Menschen in Frankreich sehen" 


Donnerstag, 18. Juni 2015

Familie auf Distanz oder: "wieviel mal schlafen bis Papa wieder kommt?"

Sonntag Abend stehe ich mit meinen beiden Jungs am Gartentürchen. Wir machen noch ein bisschen Quatsch, warten auf das Auto der Fahrgemeinschaft, welches jeden Moment um die Ecke kommen muss um meinen Mann in sein "anderes Leben" abzuholen. Er wird uns nochmal alle feste drücken, die Kinder werden wie immer die gleiche Frage stellen, wie oft sie schlafen müssen bis er wieder kommt, dann ein letzter Kuss und nochmal drücken. Das Winterkind wird vielleicht wieder bitterlich weinen, der Löwenjunge nur endlos traurig schauen, vielleicht auch weinen. Dann wird mein Mann weg fahren und wir werden uns erst nach 5 mal schlafen wieder sehen.
Wir blicken dem Auto hinterher und winken noch so feste, als man nicht mal mehr die Rücklichter sieht. "Jetzt sind wir wieder alleine" meint mein Löwenjunge traurig und ich bin froh, dass der Kleine heute nicht weint.

Seit wir aus Frankreich zurück sind, führen wir, wie viele viele andere Familien auch, eine Wochenend-Beziehung, Familienleben auf Distanz.
Für mich an sich nichts Neues, das gab es auch schon vor Frankreich und wir sind es auch gewohnt, immer mal wieder für längere Zeit auf Papa "zu verzichten".
Als Familie so wie wir es jetzt sind, ist es das erste Mal und wir haben auch tatsächlich erst einmal ein Weilchen gebraucht um uns an diesen neuen Alltag zu gewöhnen.

Wenn man sich so rumhört, sind in vielen Familien selten alle da. Schichtarbeit, Dienstreisen und Auslandseinsätze kommen in immer mehr Familien vor und sind leider für viele ganz normaler Alltag. 

Mein Mann ist, seit ich denken kann, immer mal beruflich einfach nicht da. Als unser Löwenjunge seinen 1. Geburtstag feierte, bin ich mit meinem Kind nach England geflogen- nennt mich sentimental, aber ich wollte einfach, dass wir zumindest am 1. Geburtstag unseres 1. Kindes zusammen sein können. Seither gab es leider viele Feste oder Situationen, die wir nicht gemeinsam erleben konnten, Weihnachten, Silvester, der erste Laternenumzug, Geburtstage oder natürlich auch viele Krankheiten und aua's, denn generell werden die Kinder ja erst krank, wenn Papa zur Türe raus ist. 

Manchmal, das muss ich ganz ehrlich zugeben, finde ich die Zeiten in denen mein Mann mal mehrere Wochen am Stück weg ist, "leichter" als dieses Familienleben am Wochenende. Man ist zwar für einige Zeit alleinerziehend, zählt mit den Kindern die Tage bis zum Wiedersehen und hängt (wenn es mal ein paar Wochen mehr sind) bunte Luftballons und selbstgebastelte Willkommensschilder auf. Die ersten Tage wenn Papa fehlt sind die längsten, sie ziehen sich dahin wie Kaugummi am Fußboden und es sind einfach viel zu viele Nächte, die man noch alleine schlafen muss. Dann hat man sich an die Situation gewöhnt, es pendelt sich alles ein und beginnt zu funktionieren. Auch die letzten Tage bis zur Ankunft sind sehr lange und anstrengend, weil die Kinder es kaum noch erwarten können. Dann ist Papa wieder da und alles ist wieder gut.
So haben wir jeden Sonntag schon nach dem Frühstück Papa's Abschied schon wieder im Hinterkopf. Der Koffer blickt einen gehässig aus der Ecke an. Der sonst so geliebte Familiensonntag ist unvollständig, denn er wird mit dem Abschied am Abend irgendwie verdorben. Man plant nur kleinere Ausflüge oder Aktivitäten und darf dabei den Blick auf die Uhr nicht vergessen. 
Sonntag Abend an den Mann kuscheln und Tatort oder Schnulze im Fernseh gucken- gehört leider nicht dazu. 

Unsere "Wochenend-Familie" finde ich derzeit etwas anstrengend. Unser Umzug lag erst 1 Woche zurück, da musste mein Mann gleich weg und natürlich war noch lange nichts da wo es hin gehört. Das Einleben und ankommen in Deutschland brauchte dadurch viel länger.  
Das Winterkind kannte es in Frankreich eigentlich nicht anders, als das Papa abends von der Arbeit nach Hause kommt. Die ersten Wochen brach sein kindliches "will wieder in Frankreich wohnen" fast mein Mutterherz und jetzt, nach 3 Monaten vergeht kein Tag an dem er nicht mindestens 5 mal fragt "wann kommt Papa wieder? Wie oft noch schlafen? Kommt Papa heute?"

Freitag nachmittag wollen meine Jungs kaum das Haus verlassen. "Nein, nicht zum baden gehen, Mama. Auf Papa warten" und dann kommt Papa endlich nach Hause und das Wochenend-Leben beginnt. Laut und manchmal auch ein bisschen anstrengend.

Was muss noch alles erledigt werden, was ist noch dringend zu erledigen. Über was muss noch gesprochen werden, was ist so alles passiert? Seine Wäsche waschen und er den Rasen mähen. Hoffentlich regnet es nicht... 

Für uns alle sind das zweierlei "Leben". Das Leben unter der Woche und das am Wochenende. 
Ich bin an 5 Tagen allein. Sind die Kinder im Bett, hat mein Tag meist noch kein Ende, das was an Haushalt und Küche liegen geblieben ist, schiebe ich da mit ein. Sind wir am Wochenende zu zweit, kann abends einer die Kinder und der andere die Küche fertig machen. Das hat schon was. 
Mein Mann führt unter der Woche eine Art "Single-Leben". Er mag es nicht, wenn ich es so nenne, denn natürlich fehlen wir ihm und er wäre lieber bei uns aber auf der anderen Seite hat er nun mal  früher "Feierabend" als ich und muss unter der Woche auf niemanden von uns Rücksicht nehmen.  Ja und auch wenn ich es gar nicht böse meine, neidisch macht es mich trotzdem an manchen Tagen. Die Männer können abends noch weg gehen, in den Sport, zum Biergarten oder in´s Kino. Kann ich nicht, denn ich muss mich ja schon um einen Babysitter für den Elternsprechtag kümmern.

Das Leben des anderen ist einem auch nicht mehr so präsent als würde man sich täglich sehen. Dort wo mein Mann gerade ist, da war ich noch nie. Sein Tag klingt wie eine Erzählung für mich, manchmal unreal, denn ein Telefonat oder eine Whats App kann ja nicht das Gefühl des Gespräches nach "und wie war Dein Tag?" ersetzen.
Genau so scheint aber auch ihm unser Leben anders aus der Ferne. "Wie?Warum konntet Ihr denn nicht zu dem Treffen auf dem Spielplatz?" Man sieht aus dem Fenster und merkt, der andere scheint auch ein ganz anderes Wetter in seiner anderen Welt zu haben...
5 Tage "Single" und 2 Tage Familienvater. Das ist auch anstrengend und gewöhnungsbedürftig. 

Und die Jungs? Sind an den Wochenenden auch wie ausgewechselt. Total aufgedreht und stets bedacht, sich was Neues einfallen zu lassen, um auch ja nicht übersehen zu werden. Es ist viel lauter und quirliger als den Rest der Woche. Und es sei meinem Mann nicht zu verdenken, wenn er sich dann so ein bisschen auf eine ruhigere Woche in der Ferne freut. Was er natürlich nicht macht ;-)

Jeder von uns 4 hat die unterschiedlichsten Bedürfnisse. Und diese am Wochenende unter einen Hut zu bekommen, ist nicht immer einfach. 

Zum Glück hat aber auch alles seine zwei Seiten. Meine Jungs sind sehr viel selbstständiger geworden. Viele Dinge machen sie nun von ganz alleine, weil ich gerade nicht kann oder mit dem anderen Kind beschäftigt bin. 
Und man nutzt die gemeinsame Zeit auch intensiver. Ich glaube um uns über Lapalien zu streiten, dafür fehlt uns nun schlichtweg die Zeit. 

Wie kann Familie auf Distanz funktionieren? Welche Chancen und Gefahren gilt es zu erkennen, wie kann man die (vielleicht darunter leidenden) Kinder begleiten? Was für Rituale helfen über lange Trennungen hinweg? 

Dafür sammle ich gerne auf Twitter, Facebook oder Instagram unter #FamaufDistanz auch Eure Erfahrungen und Tipps.

Wir haben uns mittlerweile ganz gut arrangiert und organisiert, aber dran gewöhnen mag man sich nicht, wenn man erst mal verwöhnt ist und es anders kennt. Für uns geht auch diese Zeit vorüber, andere machen das schon ihr halbes Leben. Aber, so habe ich gelernt, Austausch und Verständnis tun gut. 

Teil 2 über "Familie auf Distanz" folgt. 


Habt ein schönes Wochenende. Wir warten grad noch auf Papa ;-)



À bientôt und gros bisous

Eure Tanja


P.S. Natürlich gibt es auch viele, die nicht nur unter der Woche alleine sind, da kommt nicht mal jemand am Freitag heim. So hat jeder eben sein Los. Es gibt so viele Formen von Familie. Das hier ist momentan unsere.  







Dienstag, 16. Juni 2015

Wir sollten einfach mehr spielen, oder warum 2 Einzelkinder auch mal sehr schön sind...

Heute vormittag wurde mein Löwenjunge von seinen Großeltern abgeholt, weil der Opa mit dem "großen" Enkel ein Piratenboot bauen wollte. Der Kindergarten zog an diesem Wochenende in ein neues Haus um und so gab es einen Tag "Sonderurlaub" für mein großes Kind, der sich auch tierisch auf die "Exklusiv-Zeit" mit seinen Großeltern freute.

Das Winterkind und ich blieben zu Hause, Petrus meinte es wettertechnisch eh nicht wirklich gut mit uns und nach den letzten "heißen" Tagen regnete es heute mal wieder am Stück. 

Nun sind diese "Exklusivzeiten" mit dem Winterkind an sich ja eigentlich auch nichts Ungewöhnliches. Die Vormittage verbringen wir beide sowieso gemeinsam, bis wir mittags den großen Bruder vom Kindergarten abholen.

Aber heute war es anders. Es fühlte sich anders an.
Der Tag mit meinem kleinen Kind war viel länger, intensiver und inniger. Ja, irgendwie auch viel bewusster und ich habe ihn wirklich sehr genossen.

Vermutlich sehen unsere Vormittage aus seiner Sicht betrachtet nicht besonders aufregend aus. Da er ein sehr unproblematisches Kerlchen ist der auch recht wenig Aufmerksamkeit einfordert, versuche ich den ganzen Kram der eben so anfällt auf den Vormittag zu legen.
Alles ist einfacher mit nur einem Kind, das sich eigentlich nur selten beschwert: einkaufen, Hausarbeit, Garten...irgendwie alles. (Oh aber dazu musste ich übrigens auch erst noch ein zweites Kind bekommen, denn damals mit meinem "Einzelkind" habe ich das absolut nicht so gesehen, es war damals aber auch einfach nicht so.)

Mit dem kleinen Kind alleine habe ich meist die Ruhe, im Einkaufscenter einen kleinen Einkaufswagen zu nehmen, doppelt soviel Zeit mit ihm durch die Regale zu schlendern, jede einzelne Pfandflasche im Zeitlupentempo in den Automaten zu stecken, den netten Mann von der Getränkeabteilung zu fragen, ob wir uns das Ganze auch mal von der anderen Seite aus anschauen dürfen... Wir bereiten zusammen das Mittagessen vor und er darf auch so gedulderfordernde Dinge wie "Eier aufschlagen" versuchen. Das geht auch schon mit 30 Monaten, ehrlich! Aber eben nur, weil und wenn ich die nötige Ruhe und Geduld aufbringen kann.
All diese Dinge, die ich so vormittags mit dem Winterkind mache, habe ich auch damals mit seinem großen Bruder gemacht, als es nur ihn gab und praktisch keine Uhren und Termine.
 
Nur was ich schon sehr lange nicht mehr mit ihm alleine gemacht habe, ist spielen. 
Spielen, wie man es vielleicht (?) wirklich nur mit einem Einzelkind macht? Denn wenn sein Bruder heim kommt dann zieht er mit ihm los, spielt etwas oder geht dann wieder seinen eigenen Weg. Die Spiele dann haben eine ganz andere Dynamik, vielleicht andere Regeln und einen anderen Ausgang.
Oder wir spielen etwas gemeinsam, wo beide Kinder mitmachen können. Aber eigentlich selten so andauernd und intensiv.

Wenn das zweite Kind kommt, dann meint man ja immer, der Erstgeborene kommt zu kurz. Aber vielleicht stimmt das gar nicht so wirklich. Mein Großer bekommt/bekam so viele "Sonderbehandlung" (und damit meine ich jetzt nicht nur von uns Eltern) und ganz oft läuft der Kleine eben nebenher. Babyschwimmen und Kinderturnen- gab es nicht so in dieser Form in Frankreich und war auch nie so leicht mit 2 Kindern in dieser Altersgruppe unter einen Hut zu bringen. Viele Dinge konnte der Große mitmachen weil es damals nur ihn gab.

Unser Spielen heute hatte aber etwas so Faszinierendes, war etwas ganz Besonderes, was ich mir für die Zukunft unbedingt auch immer wieder in Erinnerung rufen muss. 
Damit meine ich jetzt nicht, dass ich ihn bespasst oder irgendwelche Spiele rausgezogen habe.Nein, ich habe mich nur klein gemacht, mich zu ihm auf seinen Spielteppich gesetzt und mich von ihm führen lassen. Zuerst habe ich ein paar Steinchen gebaut, dann hat er übernommen und weiter gemacht. Wir haben gebaut, sind Tiere und Hubschrauber geflogen, haben gelacht, gesungen und geknutscht und uns dann ein Schokoladeneis gegönnt. "Ohne Lala?(sein Bruder)".
Wahnsinn wie viel Phantasie da schon in seinem Spiel steckt. Diese Freude, das Lachen, seine Neugier und sein Eifer Dinge so lange zu probieren bis sie klappen!

Wir sollten einfach mehr spielen, oder?

Ein sehr schöner Nachmittag, auch wenn wir natürlich auch froh waren, als Oma und Opa den müden Löwenjungen wieder zurück brachten. So schnell konnte ich gar nicht gucken, da raste der Kleine dem Großen an der Türe schon entgegen.

Den restlichen Abend wollte dann mein Löwenjunge wissen, was wir so ohne ihn gemacht haben und als wir es ihm im Zimmer zeigten und erzählten, da meinte er "was? Ihr habt mich also gar nicht vermisst?"
Und ich meinte ehrlich "doch, das haben wir, aber es war auch mal schön nur zu zweit was ganz in Ruhe zu machen" und er nickte "ja, so fand ich das heute auch bei Oma und Opa. Fast wie früher aber jetzt ist es auch schön, wieder bei Euch zu sein!"


Geht es Euch auch manchmal so? Sicher ist das bei berufstätigen Müttern und Vätern noch sehr viel schwerer und seltener, solche Exklusivzeiten zu geniessen, gibt es die dann mit mehreren Kindern dann überhaupt noch? Seid Ihr auch ganz anders, wenn Ihr grad mal "nur" ein Kind bei Euch habt? Ich freu mich auf Eure Gedanken dazu. 

Gros Bisous,
Eure Tanja








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