Samstag, 28. März 2015

Die Geschichte einer anderen Familie in Frankreich und ein kleiner Gruß von mir, versunken in 86 Umzugskartons

Eine Umzugswoche liegt hinter uns, vollgepackt mit Umzugskisten, Terminen, Begegnungen und der Versuch ein kleines bisschen Alltag für die Kinder in dieses hektische Treiben zu bekommen.
 Mich macht dieses Chaos ein bisschen wahnsinnig, weil ich am Liebsten an jeder Ecke gleichzeitig was machen möchte und obwohl schon viel geschafft ist am Ende doch noch 86 Kartons übrig zum auspacken und verräumen sind.
Abends bin ich total geschafft und schlafe meistens gleich mit den Jungs ein.

Ich danke Euch für die lieben Mails und Kommentare zum letzten Post, ich werde ganz sicher noch antworten!

Damit es hier nicht trostlos leer bleibt, habe ich Euch heute noch einen Gastbeitrag mitgebracht. 
Eine meiner ersten "Twitter-Freunde" war die liebe Pfarrfrau, die mich auch auf Facebook anschrieb, weil wir eines gemeinsam hatten, sie lebt mit ihrer Familie in Südfrankreich.
Leider haben wir es nie geschafft uns mal persönlich zu treffen, umso mehr freue ich mich, dass sie sofort zusagte, hier auf Tafjora ihre spannende Geschichte zu erzählen. Vielleicht überlegt sie es sich ja auch nochmal und bloggt künftig als "deutsche Familie in Frankreich" :)


Also, ich bin eine echte Pfarrfrau, nur nicht ganz so dem "Klischee" entsprechend. Aber fangen wir vorne an.

Ich lernte meinen heutigen Mann 2006 übers Internet kennen, steckte aber noch im Abitur und einer anderen Beziehung. Er war da schon geschieden, einiges älter als ich, hatte zwei Kinder und mehr war zwischen uns lange nicht. :-)
Wir wurden Freunde, telefonierten stundenlang, Abende lang. Tausende Mails gingen hin und her, bis ich ihn 2007 besuchen fuhr, ihm beim Umzug helfen. Als ich aus dem Zug stieg, sah ich ihn sofort in der Menschenmenge und dachte nur noch: nein, bitte nicht, ich hab doch jemand anderen... Zu spät. Mein Herz sprang ihm entgegen, der Verstand brauchte noch etwas länger (auch wenn es nur drei Tage waren).

Ab da waren wir unzertrennlich. Ich arbeitete als Hilfskraft im Krankenhaus, merkte aber bald, dass ich Fernbeziehung und diese Arbeit nicht mag (heute habe ich einen anderen Beruf, aber im selben Berufsfeld). Wir zogen bald zusammen, bzw. ich ihm hinterher. Von einer kleinen Stadt bei Mainz nach Dijon. Kulturschock, Angst, Heimweh, Sprachschwierigkeiten. Was habe ich da heulen können! Ich war einfach losgestürmt, ohne nachdenken, ohne wirklich französisch sprechen zu können. Was war ich euphorisch, wenn ich im Supermarkt was an der Theke bestellt habe und verstanden wurde! Diese 200g Pastete werde ich nie vergessen ;-)

Langsam wurde es besser. Wir fanden uns zurecht, machten viele Erfahrungen und lernten wunderbare Menschen kennen.
Später zog es uns nach Lothringen, ich fing ein Studium an und brach es ab, machte eine Ausbildung, wir heirateten, bekamen zwei Kinder, zogen an die Atlantikküste.

Anders als bei Tafjora sind wir nicht von der Firma geschickt, sondern selbstgewählt nach Frankreich.
Mein Mann bekam in Deutschland keine Stelle und konnte durch Kontakte und Sprachkenntnisse zum Glück in Frankreich fertig studieren. Ich zog aus Liebe hinterher, aber oft plagt mich das Heimweh, Sehnsucht nach alten Plätzen, Menschen, Wurzeln, Supermärkten. *hust*
Nächste Woche kann ich euch eine Liste zeigen, was die Freundin und meine Mama einkaufen mussten für uns.

Als wir 2008-2012 in Lothringen wohnten, konnten meine Eltern uns einmal im Monat besuchen, heue kommen sie zwei oder drei Mal im Jahr. Wir können aufgrund der Entfernung, der kleinen Kinder, der Arbeit, nur selten fahren. Hatten wir uns vorgenommen, einmal im Jahr zu fahren, so mussten wir diesen Gedanken bald fahren lassen. Auch des Geldes wegen. Wir leben seit Jahren von einem Gehalt, aber so konnte ich zuhause bleiben und die Kinder aufziehen, bis sie mit drei in den Kindergarten kommen.

Die Eltern des Mannes wohnten kilometermäßig gleich weit weg wie heute, nur heute ist nur noch die Mutter da, der Vater nach langer Krankheit verstorben. So eine Strecke schafft sie nicht alleine...

Heute denke ich oft an die Zukunft, mein Elternhaus, das ich erben werde, die Zukunft unserer Kinder, die nur eine Nationalität haben, aber zwischen zwei Ländern stehen.
Momentan kommt noch das große Kind mit "Schulproblemen" an, in geht in die Ecole Maternelle und soll schon eine Klasse überspringen, weil sie mit 4,5 Jahren schon lesen kann, was sie erst nächstes Jahr lernen sollte. ;-)

Schule, Beruf, Leben, manches ist ein täglicher Kampf, ein ewiges in Frage stellen, genauso wie wir unser Familienleben mit zwei kleinen Kindern, davon mindestens eins hochsensibel und als Ehepaar mit dem Glauben leben. Auch die Frage, bin ich gläubig, ja, vielleicht oder doch nicht? Ganz anders als der Mann?!

Ich sehne mich oft nach meinen Verwandten, nach Vertrautem, der Muttersprache.
Andererseits hätte ich so ganz besondere Menschen nie kennengelernt. Menschen, die mir viel beibringen in Hinsicht auf meinen Beruf, Menschen mit so viel Herzenswärme, Intelligenz, Geschichte, die uns an ihrem Leben teilhaben lassen und uns mit offenen Armen empfangen. Das ist Balsam auf mein armes kleines Herz, was viel aushalten musste in den letzten Jahren. (Das abgebrochene Studium, Eltern werden und sein, ...)

Kurz gefasst, sitze ich manchmal schwer seufzend in meinem schönen Garten, unter einem der Feigenbäume und greife schnell zum Telefon, um Mama, die Freundin in Lothringen oder die deutsche Freundin anzurufen. Aber das Gefühl, "daheim" vieles nicht mitzubekommen, bleibt.

Irgendwann gehen wir zurück nach Deutschland, aber eher später als gedacht, weil unsere Berufe es nicht anders zulassen. In Hinblick auf Familie und gerade die Großeltern stimmt mich das sehr traurig...

Ich denke auch heute noch, dass die Entscheidung nie endgültig war und ist. Mit 21 dachte ich bestimmt nicht daran, nur noch zu Besuch zu kommen. Ich wollte reisen, aber doch nie ganz weg von meiner kleinen Heimatstadt und Eltern!
Ich lese auch heute online Nachrichten, Todesanzeigen, lasse mir viel erzählen, um den Anschluss nicht zu verlieren.

Zwischen zwei Ländern, Kulturen, immer auch der Suche nach mir, dem besten Weg für uns als Familie und als Einzelne. So sieht es wohl aus. Nie ganz angekommen, nie ganz zuhause. Es braucht viel Mut, Zuversicht, und ich glaube mittlerweile, auch eine Art Glauben, sonst geht man daran kaputt.

Aber dann gucke ich den Mann an und weiß wieder, dass es alles wert ist. So eine Liebe gibt es nicht oft...

Montag, 23. März 2015

Unser Umzugswochenende in Bildern

Es ist also geschafft. Wir haben Frankreich hinter uns gelassen und sind gut in Deutschland angekommen. 
Hinter uns liegt eine für mich unglaublich emotionale Woche, die anstrengend aber auch spannend war. 
Die Abschiede waren so herzlich wie schmerzlich und ich habe zwischendurch ordentlich geheult. Aber auch das bin ich eben und dazu stehe ich auch, mich nimmt sowas einfach immer unglaublich mit. Aber dazu vielleicht irgendwann nochmal mehr dazu...

Für die vielen guten Wünsche, gedrückten Daumen und Gedanken-Umarmungen muss ich mich echt herzlich bedanken, ihr habt mich so wahnsinnig lieb begleitet! Wie viele an mich gedacht haben- das war schon echt unglaublich. Dankeschön!!!

Und auch wenn die Nacht deshalb noch kürzer wird, ich hab es Euch versprochen, hier kommt 



Der LKW fuhr Donnerstag Abend in Frankreich los und wir übernachteten auf Luftmatratzen zum letzten Mal in unserem leeren Haus. 

Frühstücks-Picknick am Freitag morgen im "Wohnzimmer":



Unsere französische Sofi meinte es nicht so gut mit uns, kurz darauf waren nur noch Wolken zu sehen...




Dann heißt es Abschied nehmen und ich gehe mit den Kindern nochmal ganz bewusst in jedes Zimmer um mich zu verabschieden 


Natürlich auch durch den Garten und die Minitulpen, im November 2012 noch hochschwanger eingesetzt blühen zum Abschied. So viele Erinnerungen...



Wir übergeben das Haus und die Schlüssel und fahren nochmal schnell zu "unserem" Strand



Ein letzter Blick zur Düne


So viele Gedanken und doch ist mein Kopf irgendwie leer. 


Das war's. 


Wir fahren noch etwa die Hälfte unserer 1200 Kilometer und übernachten dann in dem kleinen Hotel, wo ich letzten Sommer schon mit den Jungs auf der Heimreise geschlafen habe. 



Am Samstag geht es nach dem Frühstück weiter, 650 km bis zum Ziel

Der Himmel in Bayern kann auch schön sein, das Meer dazu denke ich mir. 


Die Kinder wollen bei Opa schlafen aber davor unbedingt das neue Haus sehen. 

Willkommensgeschenke in jeder Ecke, wir sind total überrascht und freuen uns





Am Sonntag sind wir bei Oma und Opa zum Mittagessen eingeladen und nach dem Mittagsschlaf gibt es Sonntagskuchen mit Sahne


Es ist für unsere Verhältnisse viel zu kalt, der Löwenjunge war mit Oma spazieren aber danach sind wir drin geblieben. Spiele sind noch alle auf dem LKW also lädt Papa einen Klassiker aufs Tablette. (Mama gewinnt übrigens mit 23 mal gewürfelten 6-er, das nur mal so am Rande)


Winterkind spielt mit meinen alten Pumuckl-Karten


Da morgen um 07:30 Uhr unser LKW kommt, wollen die Jungs diese Nacht nun doch im Haus übernachten. 
Also nochmal Matratzenlager


Mama und Papa verbringen den Abend noch auf den alten Campingstühlen meiner Eltern. Hat doch was, oder?


Nun drückt die Daumen dass beim abladen und aufbauen alles so gut weiter klappt wie bisher. 

Mehr Wochenende wie immer auf Geborgen Wachsen, verlinken kann ich erst später mit dem PC. 

Herzliche Grüße und bis Bald. 

Eure Tanja

Montag, 16. März 2015

You will never be completely at home again – wenn es sich seltsam anfühlt, “nach Hause” zu gehen…

“You will never be completely at home again, because part of your heart will always be elsewhere. That is the price you pay for the richness of loving and knowing people in more than one place.” – Miriam Adeney



Nun ist es also nicht mehr weit, Ende der Woche kratzen wir unseren Namen von der Türklingel, verladen unser Hab und Gut sowie viele schöne Erinnerungen und treten unsere “Heimreise” nach Deutschland an.
Nach 10 Jahren werde ich in meinen “Heimatort” ziehen, den Ort an dem mein Elternhaus steht, meine Grundschule, die Kirche in der ich getauft, zur Kommunion kam, gefirmt und getraut wurde, mit dem Friedhof wo wir meine Mutter begraben haben.

Bis ich vor 10 Jahren aus meinem geliebten Ort wegzog, war ich dort so tief verwurzelt wie ein Mensch nur verwurzelt sein kann. Wegziehen war für mich zuvor nie ein Thema gewesen und ich konnte es mir auch nie vorstellen, woanders zu leben als in meiner Heimat, wo meine Freunde und meine Familie sind, wo alles so vertraut und bekannt ist. Es gab keinen Ort wo ich hätte unbedingt hätte hinziehen wollen. Es zog mich zwar in andere Länder, aber nur um dort Urlaub zu machen, spätestens nach 2 Wochen bekam ich aber überall Heimweh und freute mich immer wieder auf´s nachhause kommen.

Dann traf ich meinen Mann, dessen Wurzeln zwar auch aus meiner Gegend sind, den es aber noch bevor er 18 Jahre alt wurde beruflich in die Ferne zog und der nur noch "zu Besuch” in die Heimat kam. Bei einem dieser Besuche lief ausgerechnet ich ihm in die Arme. Aber ich und so ein "Weltenbummler"? Weg von meiner geliebten Heimat? Ein anderes Bundesland unvorstellbar, ein andres Land? –unmöglich – !!!!
Nun ja, im Leben kommt eben alles anders und erst recht nicht wie man es sich denkt, aber dieser Mann kämpfte was das Zeug hält und so kam der Tag, an dem ich heulend meine Heimat und meine Lieben verließ um diesem Mann zu folgen. Der Abschied war filmreif, ein düsteres Schneegestöber und im Radio lief Xavier Naidoo… “dieser Weg, wird kein leichter sein…” Vielen Dank auch.

Ich zog in ein anderes Bundesland, 560 Kilometer von daheim und es fühlte sich wie ein anderes Land an. Du fängst komplett von Null an und natürlich schreien erst mal nicht alle Juhuuu und Herzlich Willkommen. Das braucht Zeit und Geduld und Begegnungen, bis es sich wie dein Zuhause anfühlt.
Unser Löwenjunge wurde geboren, durch ihn lernte ich wunderbare Familien kennen. Mein Mann war viel unterwegs, aber der dazu gewonnene Freundeskreis machte das alles erträglicher. Die Familie und die alten Freunde fehlten zwar, aber man hatte dafür so unglaublich tolle, neue Freunde dazugewonnen.
Diese "neue Heimat" hat mich auch verändert. Früher war ich schon so ein “Mama-Papa-Kind”. Mein Papa hat immer alles reparieren oder bauen können, meine Mama war das Trostkissen und immer liebevoller Hafen bei so manchem Kummer. Jetzt waren sie weit weg um mal schnell einspringen zu können und es musste manchmal auch einfach so alleine klappen. Ich bin dadurch auch über mich hinausgewachsen. Habe mir mehr zugetraut, als wenn ich mein sicheres Nest mit Auffangschutz nie verlassen hätte. Bin erwachsener geworden und stärker.

Als meine 2. Heimat auch mein Zuhause wurde, da hieß es wieder: "Umzug nach Frankreich, für 5 Jahre”. Es war zwar klar, dass dieser Tag kommen würde, doch als es dann ein Datum gab, da war der Schock groß.
Der Löwenjunge war knapp 3 Jahre alt, ein Alter in dem man schon bewusst mitbekommt was sich alles verändert. Er hatte seine ersten Freunde und fühlte sich wohl und Zuhause. Ich war mit dem Winterkind schwanger und meine Hormone spielten eh verrückt, so dachte ich. (Heute weiß ich, dass es nicht nur die Hormone waren, denn es fühlt sich heute auch wieder ganz komisch an, auch wenn keine Hormone mit im Spiel sind.)

Kurz bevor wir abreisten, gab es einen Familienabschiedsgottesdienst für uns, bei dem ich nur sehr schwer meinen Kloß und meine Tränen runter schlucken konnte. Das Abschiedsfest danach bleibt unvergessen. Es war unsere Gemeinschaft, unser Netz dass uns diese ganze Zeit über dort getragen hatte und wir waren ein Teil davon. Eine unglaublich schöne Zeit, man merkt sowas erst so richtig wenn man zurück blickt.
Als wir dann abreisten, freuten wir uns zwar auf unser "Abenteuer Frankreich", aber zugleich heulten wir auch.
Unser Weg nach Frankreich führte ja noch ein paar Tage in die alte Heimat, denn auch dort mussten wir uns ja verabschieden und so war unser Herz schon sehr, sehr schwer als wir diesen neuen Abschnitt antraten.
Wir kannten hier niemanden, es war ein uns fremdes Land, eine andere Sprache, andere Sitten, anderes Leben wartete hier auf uns. Ein absoluter Neuanfang mit 1000 Fragen.
Auch hier war der Anfang holprig und schwer. Es gab Heimweh, Sprachprobleme und die bevorstehende Geburt in Frankreich machte mir Angst. (zur Geburt bin ich dann auch nach Deutschland, aber das ist eine andere Geschichte).

Mein Mann hatte seine Arbeit und lernte da auch seine Kollegen kennen, aber ich hatte erst mal nichts, außer einen dicken Babybauch und einen Löwenjungen, der sich tapfer durch die Ecole Maternelle quälte.
Fünf Jahre Frankreich? Das hörte sich für mich einfach so unendlich an als wäre es mein halbes Leben. Aber ich hätte es besser wissen müssen. Die Zeit kam, wir lernten über den Kindergarten und die Arbeit meines Mannes neue Freunde kennen, kamen endlich an und genossen auch unser Leben an einem der schönsten Flecken Erde.
Als mir mein Mann im letzten November sagte, wir gehen nun schon im März 2015, statt im August 2017 zurück und sogar "nach Hause", da war das erst mal ein Schock. Endlich angekommen und dann wieder alle Zelte abbrechen...

Am letzen Wochenende haben unsere Freunde uns dann zum Abschiedsessen eingeladen. Es war so schön und so traurig zugleich. Unsere Kinder spielten zusammen und sogar das Winterkind fängt jetzt an, französische Wörter nachzublabbern.
Wir haben nur eine kleine Weile zusammen verbracht und doch hängt ganz viel Herz mit an diesen Begegnungen. Wunderbare Menschen, die diese Zeit hier in Frankreich erst zu dem gemacht haben, was wir nun zum Abschied sagen können: eine wunderbare Zeit und ein Teil der Kindheit meiner Jungs. Ich bin sehr froh, diese Menschen kennengelernt zu haben und ich hoffe, dass es auch hier ein Wiedersehen gibt.
Nun sind also die ersten Kisten gepackt, es sind nur noch wenige Nächte, die wir in diesem Haus verbringen und dann geht es “nach Hause”. Wir werden dort sehnlichst erwartet und bekommen wundervolle Nachrichten, wie sehr man sich schon auf uns freut.
Natürlich freue ich mich, auf meine Familie, meine Freunde. Doch nach 10 Jahren kommt man auch nicht mehr “einfach so” nach Hause. Meine Welt ist nun ein bisschen größer geworden und was ist schon zu Hause?Ich wage gar nicht daran zu denken, wie es da anderen geht, die noch viel mehr Orte oder Länder in ihrem Lebenslauf vermerkt haben…

Und so werde ich auch am Freitag wieder mit einem lachenden und einem weinenden Auge im Auto sitzen. Frankreich verlassen und nach Deutschland fahren.

Ein bisschen “nach Hause” also. Denn ein bisschen zu Hause lasse ich auch hier wieder zurück…

“Du wirst niemals wieder ganz zu Hause sein, weil ein Teil Deines Herzens immer anderswo sein wird. Das ist der Preis, den Du für den Reichtum bezahlst, Menschen an mehr als einem Ort zu kennen und zu lieben”…




Wer nichts verpassen will, der darf mir sehr gerne auf Facebook folgen. Viel mehr Bilder von unserem kunterbunten Familienleben gibt es übrigens auf Instagram.

Über Deinen Kommentar freue ich mich übrigens ganz besonders! Es bedeutet mir sehr viel, dass Du Dir dafür einen Moment Zeit nimmst. * Merci *

Freitag, 13. März 2015

An mein Sternchen zum 7. Sternengeburtstag

 

Es ist unglaublich, dass wirklich schon 7 Jahre vergangen sind, seit wir Dich verloren haben. Sieben lange Jahre die irgendwie doch so schnell verflogen sind.

Ich kenne nicht Dein Gesicht und auch nicht ob Du mein Mädchen oder mein Junge geworden wärst. Du bist mein Sternchen geworden, ganz weit weg im Himmel aber doch ganz nah in meinem Herzen.

Der Schmerz traf mich heute vor 7 Jahren wie ein Messer mitten in´s Herz. Du warst unser Wunschkind. Nach langem Hoffen endlich entstanden, als kleines Wunder einer großen Liebe.

Auch wenn es 7 Jahre her ist, vergesse ich niemals diesen roten Strich auf dem Schwangerschaftstest! So viele hatte ich davor schon gemacht, aber diesen einen Strich, der alles verändert, auf den hatte ich sehnlichst gewartet. Es war einer der schönsten Tage meines Lebens.

Dein Papa und ich waren einfach nur glücklich und wir hatten eigentlich überhaupt keine komischen Gedanken daran verschwendet, dass irgendwas passieren könnte. Wir waren einfach nur schwanger und konnten es kaum erwarten, allen zu erzählen, dass Du endlich kommst.

An diesem 13.03.2008 hätte ich eigentlich meinen Mutterpass bekommen sollen. Doch Deinen Eintrag solltest Du erst 1 Jahr später bekommen, als ich den Mutterpass für Deinen Bruder bekomme: 2. Schwangerschaft, 1 Abort.
Was für ein trauriges Wort für einen großen Schmerz.

Vielleicht klingt es blöd, aber ich bin an diesem Tag als ich Dich verlor trotzdem zum ersten Mal Mutter geworden. Denn Dich zu verlieren lähmte und schockte mich, so einen Schmerz habe ich davor noch nie erlebt und danach erst wieder als meine eigene Mutter starb. Es war unbeschreiblich mit nichts zu vergleichen und ich weiß heute, dass es für viele Menschen schwer zu verstehen ist, wenn sie es nicht selbst durchmachen mussten.

Du warst ein Teil von mir. Wenn auch nur sehr kurz, aber Du warst ein Teil von mir. Als wir vom Arzt nach Hause kamen, dachte ich, man hätte mir ein Körperteil amputiert. Es fühlte sich an, als hätte was gefehlt. Du hast gefehlt. Eine unbeschreibliche Leere überfiel mich und alles verlor erst mal seinen Sinn.

Dass aber die Zeit diese Wunden doch heilen konnten, habe ich sicher Deinen beiden Brüdern zu verdanken, unvergessen bleibst Du dennoch. Ich trage Dich in meinem Herzen bis es aufhört zu schlagen und wir uns wiedersehen.

Heute weiß ich, dass es sehr häufig passiert, so viele Eltern trauern, aber wenige reden darüber. Erst als wir Dich verloren, haben wir von so vielen Sternenkindern gehört. Ein Trost war es für uns deshalb aber trotzdem nicht.

Geliebtes Sternenkind, ich wollte Dir einfach nur sagen, dass ich Dich nicht vergesse und ich sehr oft an Dich denke.
Ein schöner Gedanke, dass Du heute Deinen Sternengeburtstag mit Deiner wundervollen Oma verbringst und ich weiß, dass ich 2 ganz besondere Schätze da oben habe.

In Liebe,
Mama


Vielleicht fragt Ihr Euch, warum ich diese Zeilen geschrieben habe. Aber sie sind mir ein sehr großes Anliegen. Denn wie schon erwähnt, ich habe mein Sternchen nie vergessen. Und auch wenn ich danach das große Glück, nein das größte Glück überhaupt hatte, nämlich noch 2 gesunde Kinder zu bekommen, so war es für uns wirklich ein schmerzlicher Verlust. Leider ist in unserer Gesellschaft für diese Trauer oft kein Platz oder kein Verständnis da. Es ist ein Tabuthema, wie so vieles was mit dem Tod und dem Sterben zu tun hat.

Ja, heute nach 7 Jahren, kenne ich persönlich sehr viel “schlimmere” Fälle.
Wir haben unser Sternchen noch ziemlich am Anfang der Schwangerschaft verloren. Ich mag mir nicht vorstellen, wie schwer es sich anfühlt, ein Kind bis zum Ende auszutragen, es tot zu gebären oder vermutlich am allerschlimmsten, sein Kind, (egal in welchen Alter), beerdigen zu müssen.

Sicher lässt sich Schmerz nicht vergleichen, ich denke aber, dass jeder auch das Recht hat, diesen Schmerz und die Trauer zum Ausdruck zu bringen.
Sie sind sehr wichtig für uns Eltern, die das Wertvollste verloren haben.

Wir haben damals nicht schweigen können, denn man sah uns den Kummer an und auch bei Schwangerschaft 2 und 3 haben wir bei den wichtigsten Menschen kein Geheimnis daraus gemacht, dass wir wieder schwanger sind. Denn auch wenn noch einmal was passiert wäre, hätten wir nicht drüber schweigen wollen.

Verstanden haben diesen Schmerz nicht alle.
“Es war ja noch in der Zeit wo viele Frauen ihre Kinder verlieren” war so ein typischer Spruch. Wenig hilfreich war auch: “na immerhin weißt Du jetzt, dass Du überhaupt schwanger werden kannst” oder “das passiert echt vielen”.

– Manchmal ist es besser einfach nichts zu sagen.

Allen Sternenmami´s wünsche ich daher ganz viel Kraft und Trost in dieser schweren Zeit.
Ich wünsche Euch, dass auch Euer Stern ganz hell da oben leuchtet und Euch daran erinnert, dass es irgendwie weiter geht, irgendwann.
Manchmal bleibt die Welt einfach so stehen, aber sie muss sich irgendwann wieder weiter drehen.




Still, seid leise,
es waren Engel auf der Reise.
Sie wollten ganz kurz bei euch sein,
warum sie gingen, weiß Gott allein.
Sie kamen von Gott,
dort sind sie wieder,
wollten nicht auf unsere Erde nieder.
Ein Hauch nur bleibt
von ihnen zurück,
in euren Herzen ein großes Stück.
Sie werden jetzt immer
bei euch sein,
vergesst nie,
sie waren noch so klein.
Geht nun ein Wind, an mildem Tag,
so denkt, es war ihr Flügelschlag.
Und wenn ihr fragt,
wo mögen sie sein ?
Ein Engel ist niemals allein.
Sie können jetzt alle Farben sehen
und barfuß durch die Wolken gehen.
Vielleicht lassen sie sich hin und wieder
bei den Engelskindern nieder.
Und wenn ihr sie auch sehr vermisst
und weint,
weil sie nicht bei euch sind,
so denkt, im Himmel,
wo es sie nun gibt,
erzählen sie stolz:
Wir werden geliebt !
(Verfasser unbekannt)






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Donnerstag, 12. März 2015

12 von 12 im März 05 und die letzten aus Frankreich


Wie jeden Monat am 12, mache ich auch heute gerne mit und habe 12 Bilder meines Tages festgehalten. Es sind die letzten 12 von 12 die ich nun als Tafjora, eine deutsche Familie in Frankreich mitmache, denn in 8 Tagen geht unsere Auslandszeit zu Ende. Die Wehmut schwingt hier jeden Tag mit, jetzt bin ich wirklich froh, wenn der LKW in Richtung Deutschland abfährt, denn so ein Abschied auf Raten ist einfach nix für mich.
Die vielen 12 von 12 aus Frankreich könnt Ihr hier nochmal nachsehen, alle die heute wieder mitgemacht haben, findet Ihr bei Caro auf Draußen nur Kännchen.



Papa ist derzeit ja schon mal auf einem Lehrgang in Deutschland, also sind wir morgens nur zu dritt und das Winterkind macht erst mal Kaba für alle.

 
Während ich mich schnell oben fertig mache, gebe ich dem Löwenjungen bescheid, dass er sich schon mal die Schuhe anziehen soll, denn seit er seine Schuhe selber bindet braucht er dazu etwas mehr Zeit und Ruhe. Aber als ich runter komme, da geht mein Mama-Herz wieder total auf, denn er kniet vor dem Winterkind und hat ihm beim Schuhe anziehen geholfen. Hach ja…

 
Wir fahren in die Ecole Maternelle, der Löwenjunge hat heute einen langen Tag

Mit dem Winterkind fahre ich einkaufen und mach nochmal einen letzten Halt in meinem Lieblings-Deko-Shop, natürlich nur wegen der aktuellen Kataloge ;-)


Wieder daheim schläft das Winterkind sofort ein und ich hab ein bisschen Zeit mich um Umzugskram zu kümmern…



Um 16:20 Uhr holen wir den Löwenjungen wieder aus dem Kindergarten und gehen noch am Spielplatz am Strand vorbei, der liegt bei uns auf dem Heimweg und die Jungs lieben diese kurzen Abstecher


Auf dem Spielplatz hält es uns wie immer nur kurz, die Jungs wollen zum Strand runter…


Ja, wir waren wirklich hier heute, Beweisfoto


Die Jungs entdecken Gänseblümchen und pflücken gleich mal los…


Wieder daheim packe ich mal meine gesammelten Werke von heute Nachmittag aus meiner Jackentasche…



Facetimen mit Papa



Zum Abendbrot war eigentlich noch gar nicht fertig gedeckt, da hat sich das Winterkind schon das Ei geschnappt und pellt los….




Das war unser 12. März 2015 und jetzt gehe ich mal schauen, was die anderen so gemacht haben!
A bientot und gros bisous!
Eure Tanja

Mittwoch, 11. März 2015

Über die lauten Kinder – Nachgebloggt -


Einmal mehr, hat mich Susanne von Geborgen Wachsen, mit ihrem Artikel Mein lautes Kind (sehr lesenswert, auch mit nicht so lauten Kindern!!!) berührt und mir direkt aus dem Herzen gesprochen. Und ihr Text tat mir irgendwie auch so gut, denn ich muss sehr oft daran denken, gerade wenn es wieder etwas lauter zu geht.
Dass ich mit diesen Gedanken nicht alleine bin, zeigen die Kommentare dazu, auf Susanne´s Blog oder allein schon auf meiner Facebookseite, wo sich viele angesprochen fühlten. Und wenn es vielen so geht, dann finde ich das manchmal schon sehr heilsam.
Auch ich habe so ein lautes Kind. Und diesen Satz habe ich mir sehr gut überlegt hier zu schreiben. Denn auf meinem Blog möchte ich nichts schreiben, was meine Kinder mir vielleicht eines Tage mal übel nehmen könnten. Aber je mehr ich darüber nachdenke, mich mit anderen austausche und eben auch so Texte wie den von Susanne lese, weiß ich, dass ich daraus kein Geheimnis machen muss. Es ist einfach sein Naturell, sein Wesen, seine Persönlichkeit. Er ist wie er ist und genau so liebe ich ihn.
Und auch wenn ich an vielen Tagen (oder besser gesagt abends, dann wenn der Tag nämlich besonders laut war) wirklich gerädert oder auch genervt bin, dann sage ich mir, es ist alles gut. Es gibt sie eben, die lauten und die leisen Kinder.
Laute Kinder können aber eben sehr anstrengend sein, da hilft die ganze Liebe nichts. Für hochsensible Menschen ist ein “zu laut” oft noch sehr viel unangenehmer, da sie ja sowieso schon sehr Geräuschempfindlich sind. Aber auch bei meinem Mann ist da so eine gewisse Schmerzgrenze schon erreicht und es kommt dann leider auch immer wieder zum großen Krach. Dabei weiß ich ja, dass der Löwenjunge es gar nicht unbedingt mit Absicht macht, nicht immer zumindest.
Dass es auch bei Kindern ein bisschen leiser geht, habe ich erst verstanden, seit das Winterkind auf der Welt ist, denn auch wenn er ebenso ein lustiges, fröhliches und aufgewecktes Kerlchen ist, er macht es einfach alles sehr viel leiser.
Mein Löwenjunge wäre also kein richtiger Löwenjunge wenn er nicht laut und deutlich “brüllen” würde, wie es sich für einen starken Löwen eben so gehört. Alles ist ein bisschen lauter bei ihm, das Treppen hochsteigen (pardon, hochtrampeln trifft es da schon besser), das rufen, das singen und ja auch das Schreien.
Mit dem ja auch schließlich einmal alles begann. Man holte ihn 2 Wochen vor Termin per Kaiserschnitt, was für uns beide vermutlich das erste Trauma war aber das ist eine andere Geschichte. Ich war damals am Verzweifeln, ich konnte nicht glauben, nicht verstehen, warum um alles in der Welt mein Kind so viel und so laut brüllte. Er traf eine Tonlage, die ich zuvor noch nie bei einem Baby gehört hatte und die ging durch Mark und Bein. Tage- und Nächtelang haben wir uns schunkelnd mit dem Baby auf dem Arm fortbewegt, damit es nicht das ganze Mietshaus wach brüllt. Ja, meine Nerven waren damals blank und auch wenn mein Herz voll Liebe war, mein Kind war mir damals “zu laut”.
Der Löwenjunge wurde älter und größer aber nicht unbedingt leiser. Ich hatte mich oft gefragt, was die Ursachen sind. Er ist eine sehr starke Persönlichkeit, sehr offen und war von Anfang an sprachlich sehr weit. Er konnte sich sehr schnell ausdrücken und er hat die wahnsinnigsten Erklärungen für alle möglichen Dinge in seinem Kopf. Manchmal vermutete ich, dass es daran liegen könnte, dass ich die Schwangerschaft mit ihm immer auch sehr ängstlich war, ein erneutes Wunschkind zu verlieren.
“Ich bin da! Und wenn Du mich nicht sehen kannst, dann sollst Du mich hören” auch diese Szenen kommen mir nur allzu bekannt vor. “dass man mich auch ja nicht irgendwo vergisst!”  Ich vermutete auch, dass er sich selber hören und spüren muss.
Als wir im Winter in Deutschland beim Ohrenarzt zur Kontrolle waren, habe ich meinem Arzt davon erzählt, dass er oft sehr laut redet und Schwierigkeiten hat, in einer normalen Lautstärke zu reden. Seine Antwort gefiel mir, auch wenn sie mir an manchen Tagen einfach nicht weiter hilft. “Ihr Sohn ist ein aktives und aufgewecktes Kerlchen, oder? Das ist doch gut so, aber  er kann deshalb eben nicht anders”. Was für ein toller Arzt, oder?
So habe ich endlich aufgehört, mich zu fragen, warum er so laut ist. Was helfen auch die Fragen “warum musst Du so rumschreien?” – denn, welche Antwort soll ein Kind denn schon auf solche Fragen geben?
Aber ich muss noch sehr an mir arbeiten, denn ich frage mich leider auch immer wieder, was denn andere von uns oder von meinem Kind halten soll. Das muss mir doch eigentlich schnurzegal sein, oder???
Und ich rege mich innerlich auch jedes Mal auf, wenn andere sagen: “na der ist aber laut, ungezogen (weil man schreit ja nicht laut), typisch Junge, laut und wild…” – sowas tut mir weh, denn sowas steckt ihn doch in eine Schublade und drückt ihm sofort einen Stempel auf. Dass er sich auch hinsetzen und die schönsten Bilder malen kann, sich die tollsten Geschichten ausmalen kann und Leute mit seinem herzlich ehrlichen “tschüss, ich hab Dich liiiieb” überrascht, sieht man ihm eben erst nicht an. Andere Mütter haben dafür schüchterne und leise Kinder, sagt man denen das eigentlich auch immer so nett???
Jedes Kind ist anders und so gibt es eben die leisen und die lauten Kinder, wie bei uns Erwachsenen auch. Und genau so wenig wie ich meinem Mann beibringen kann, leiser die Treppe rauf zu gehen, leiser zu sprechen und weniger laut zu schlafen, so kann ich vermutlich auch in absehbarer Zeit nicht davon ausgehen, dass mein Löwenjunge leiser wird. Im Gegenteil, eigentlich wünsche ich mir, dass er auch in Zukunft so laut bleibt, denn unsere Welt braucht starke und laute Stimmen, denn sonst wird nichts verändert.
Gretchen von Zwei unter Zwei schrieb unter den Kommentaren auf Twitter:  “der Soundtrack meines Kindes läuft auch immer auf Anschlag…” und an diesen Spruch musste ich heute die ganze Zeit denken, weil der Soundtrack meines Kindes heute ununterbrochen lief, unterm Zähne putzen, unterm Essen, ja sogar im Schlaf läuft er manchmal weiter. Aber wie schreibt Susanne so wunderschön:
.Mein lautes Kind, ich liebe Dich. Weil Du bist, wie Du bist.
Weil ich gelernt habe, Dich zu verstehen und auch die kleinen,
leisen Zwischentöne wahrnehme zwischen dem lauten Geschrei.
Du bist mein lautes Kind, das in meinem Herzen jeden Tag für Musik sorgt.


(Solltet Ihr aber ein paar praktische Tipps haben, die unseren etwas lauteren Alltag erleichtern können, dann nur her damit)




Wer nichts verpassen will, der darf mir sehr gerne auf Facebook folgen. Viel mehr Bilder von unserem kunterbunten Familienleben gibt es übrigens auf Instagram.

Über Deinen Kommentar freue ich mich übrigens ganz besonders! Es bedeutet mir sehr viel, dass Du Dir dafür einen Moment Zeit nimmst. * Merci *

Sonntag, 8. März 2015

Dûne de Pyla, Cap Ferret und gruselige Piraten- unser Wochenende in Bildern – 06.-08.03.2015


Bonjour Ihr Lieben, 
Ihr habt es gemerkt, auf Facebook und hier wird es grad sehr ruhig. Aber es ist noch so wahnsinnig viel zu tun und manchmal weiß ich gar nicht was ich als nächstes machen soll. Wie schön, dass Ihr trotzdem immer so zahlreich vorbei schaut, drum kommt trotz Umzugsstress und Abschied-nehmen heute mal wieder ein Beitrag für Euch! 
Das Wetter in Frankreich meint es zum Abschied auch nochmal gut, strahlender Sonnenschein und frühlingshafte Temperaturen zauberten uns an diesem Wochenende schon die ersten roten Backen und Sommersprossen in die Gesichter. 
Es war das vorletzte Wochenende vor dem Umzug nach Deutschland und wir haben nochmal Erinnerungen gesammelt, “letzte Male” genossen und ganz viele Bilder gemacht, die dieses “Wochenende in Bildern” für uns unvergesslich macht. Kennt Ihr dass Kinderbuch “Frederick”? Eines meiner Lieblingsbücher, von der Feldmaus die für kalte und graue Wintertage Farben, Sonnenstrahlen und Worte sammelt? Irgendwie so kommen mir grad unsere letzten Tage hier in Frankreich vor…
 
Viel Spaß beim gucken und eine wunderschöne Woche für Euch!
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Am Freitag wollten wir bei traumhaften Wetter nochmal zu viert die Dûne de Pyla erklimmen. Europa's größte Wanderdüne  ist bis zu 110 Meter hoch, 500 Meter breit und etwa 2,7 Kilometer lang. Aber das Beste: sie liegt nur einen kleinen Fußweg hinter unserem Haus und von dort sind es auch nicht mehr 110 Meter, man hat locker 1/3 schon geschafft. 
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In den letzten 2 Jahren und 8 Monaten waren wir schon einige Male oben, natürlich immer mit unseren Besuchern aber so komplett zu viert als Familie noch nie. Oben ist uns erst bewusst geworden, wie selten man diesen tollen Ausflug eigentlich doch gemacht hat. Man denkt, man hat ja noch ewig Zeit und die Schätze, die quasi vor der Haustüre liegen, übersieht man im Alltag leider viel zu oft. 
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Dieses Mal ist sogar das Winterkind mit seinen 27 Monaten mit hoch spaziert. Das letzte Mal wurde er noch hochgetragen. Er war so beeindruckt, ihr hättet sein Gesicht sehen müssen! 
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Der Ausblick auf der Düne ist atemberaubend und wunderschön. Wir sind zum Meer hin wieder runter gestiegen und haben sogar noch Frühlingsboten gefunden.
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Auf dem Heimweg bewunderten wir noch den schönen Himmel und die Abendstimmung. Ich habe mich gefragt, ob die Jungs das hier auch so alles vermissen werden wie ich…
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Am Samstag hatten wir dann die nächste Überraschung für die Jungs parat. Wir verraten lieber immer erst alles kurzfristig, damit die Jungs nicht so enttäuscht sind, weil wegen Wetter oder was auch immer das eine oder andere nicht stattfinden kann. Aber ein Blick aus dem Fenster versprach blauen Himmel und Sonnenschein und wir wollten mit den Jungs nochmal einen unserer Lieblingsausflüge mit dem Boot von Arcachon nach Cap Ferret zum Leuchtturm machen. Wir erreichten das 12.00 Uhr Boot und genossen die Überfahrt von ca. 30 Minuten.IMG_2480

Das Cap Ferret ist der südlichste Punkt auf der Nehrung, die das Bassin d’Arcachon vom Atlantik trennt und von unserer Seite aus sehen wir seinen berühmten Leuchtturm immer, wenn wir am Strand sind.
Es ist gerade Ebbe und wir können sehr gut die bekannten Austernbänke sehen:
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Ich liebe das Cap Ferret wegen seiner schnuckeligen und bunten Häuser, es ist immer ein ganz besonderes Flair, hier spazieren zu gehen.
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Ich sammle wieder Farben…
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Mittagessen gibt es traditionell als Picknick an “unserem” Spielplatz, die Jungs spielen und klettern und wir können auch einfach mal nur Löcher in den Himmel starren
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Dann geht es weiter zum Leuchtturm
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258 Stufen führen auf den 53 Meter hohen Leuchtturm, die hat das Winterkind nicht ganz geschafft aber ich war echt so unglaublich begeistert wie weit er gekommen ist bevor dann “Papa, tragen, keine Kraft mehr” kam!
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oben dann ein fantastischer Ausblick, aber die Düne lag heute etwas im Dunst
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Wieder unten haben wir gleich noch den daneben liegenden Bunker besichtigt, der sah dank gelben Blütenmeer gar nicht so gruselig aus wie von innen.
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“Mama, noch ein Abschiedsfoto von unserem Leuchtturm!”
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Und “Rückfahrt” zurück zum Bootsanleger, davor noch ein bisschen am Strand rumtoben
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Wir haben Flut und die Austernbänke sind verschwunden, aber ein wunderschöner Ausflug hat sich in unseren Erinnerungen verewigt.
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Das absolute Highlight (wenn man meine Jungs zu diesem Wochenende befragt) war dann der Sonntag.
Eigentlich wollten wir diesen Überraschungsausflug letzten Sonntag schon machen, aber da wurde dann ja mein Mann krank. Zu meinen Jungs sagte ich nur, dass wir in 30 Minuten in Richtung Bordeaux aufbrechen und zum Löwenjungen sagte ich: “Ich möchte gerne 2 Piraten mitnehmen, also verkleide Dich schnell und dann ab in´s Auto”. Die Aufregung war groß, denn mehr hatten wir nicht verraten. Eine Freundin erzählte mir nämlich, dass es in der Nähe vom Flughafen in Bordeaux ein Piratenrestaurant gebe, mit kleiner Vorstellung und tollem Drum und dran. Und Piraten sind grad beim Löwenjungen das absolute Highlight.
Was soll ich sagen, es war für uns alle ein wahnsinnig tolles Erlebnis.
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Im Rocher des Pirates, waren wir zweieinhalb Stunden in eine andere Welt entführt. Ein wirkliches Erlebnis für die ganze Familie. Tolle Deko, ein kleiner Indoorspielplatz, alle verkleidet als Piraten und dann noch eine Vorführung auf dem Piratenschiff-Wrack mit Gastauftritt von Peter Pan.
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Auch die Preise waren für Frankreichs Verhältnisse sehr human, das Kinderessen mit wirklich leckeren Chicken Nuggets oder Spaghetti und einem Dessert gab es schon ab 6,90 Euro. Und ich habe heute einen Fastenbrecher einlegen müssen, denn es gab hier ein so leckeres Fondant au Chocolat, ein kleiner Schokoladenkuchen, mit warmen, flüssigen Kern- ich sage Euch, der schmeckte so wuchtig und phantastisch, dass ich gleich jeden Bissen sofort auf meinen Hüften spürte! Aber egal, man muss ja auch solche Dinge “sammeln” bevor man geht ;-)
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Voller Eindrücke sind wir dann wieder Richtung Heimat gefahren. Leider war da dann das Wetter nicht mehr so gut. Nach 19 Grad und Sonne in Bordeaux gab es dann bei uns nur noch wolkige 12 Grad am Meer. Der Löwenjunge freute sich auf die aufgenommene Sendung mit der Maus und ich machte noch einen Spaziergang zum Strand, wo abends sogar noch die Sonne raus kam.
Auf dem Heimweg musste ich wieder ein bisschen Frühling einfangen und verabschiede mich für heute mit einem Blumengruß
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Noch mehr Bilder vom Wochenende gibt es wie immer bei Susanne von Geborgen Wachsen.
Kommt gut in die neue Woche und gebt auf Euch acht.
A bientot und gros bisous
Eure Tanja