Montag, 16. Februar 2015

Montessori im Alltag daheim - Tipps wie man sein Zuhause kindgerechtgestalten kann (Teil 1)

Eines vorneweg, unser Zuhause entspricht nun nicht zu 100 Prozent einem Haushalt nach Montessori. Wir haben uns nur nach und nach viele Inspirationen geholt, die unseren Kindern den Alltag daheim erleichtern, ihren Wunsch nach Selbstständigkeit fördern und sie in ihrem täglichen Tun unterstützen.

Alle diese Inspirationen habe ich mir angelesen und sie haben mich begeistert oder einfach nur überzeugt, "ja so will ich es auch für uns machen".

Manche Dinge sind vielleicht nicht 100 Prozent Montessori, aber sie haben doch den Grundgedanken erfüllt. 

Will man sein Zuhause also nach diesen Gedanken umstellen, muss man zuerst das Wichtigste tun: 

Betrachte Zimmer für Zimmer aus der Perspektive Deiner Kinder

- kommt es überall ran, wo es ohne Hilfe dran kommen soll?
- sind die Dinge die er für seine Selbstständigkeit benötigt vorhanden und gut zu erreichen? 
- wie sieht diese Umgebung aus, wenn ich die Größe meines Kindes einnehme? 

Machen wir uns also klein, betrachten unsere Wohnung mal aus der Perspektive unserer Kinder und schauen uns mal Raum für Raum um. 

Beim Löwenjungen habe ich vieles einfach instinktiv gemacht, da ich vom Typ her ja immer dazu neige, mich in andere hineinzuversetzen und Gedanken darüber mache wie jemand dieses und jenes wohl empfindet. 
Und tatsächlich gibt es viele Dinge, die wir tun und verändern können um unsere Kinder zufrieden und selbstständig zu machen. 

Jetzt beim Winterkind sehe ich es noch viel deutlicher, denn er hat gerade diese Phase "selber machen" und ist immer sehr in seinem Tun versunken. Mit sich zufrieden, wenn er ganz viel alleine machen kann und wenn es etwas gibt, was er wirklich nicht kann, viel leichter damit einverstanden es zu akzeptieren. 

Also wenn Ihr Lust habt, nehme ich Euch heute mal mit durch unser Haus. 

Die Küche

Ist bei uns typisch Französisch und nicht gerade groß. Das Gute daran, sie ist offen und das lässt sie dann insgesamt doch wieder größer wirken. 
Es ist schön, denn unser kompletter Alltag findet "unten" statt, die Kinder spielen im Wohnzimmer und ich bin bei ihnen, auch wenn ich in der Küche bin. 

- durch Hocker oder mit dem Lernturm kommen unsere Kinder eigentlich überall ran wo sie auch ran kommen dürfen (gefährliche Gegenstände wie Putzmittel oder die Brotschneidemaschine sind natürlich auch mit Stühlen nicht erreichbar.)



- auch an die Schublade mit Besteck kommen die Kinder mit einem Hocker dran und helfen (je nach Lust und Laune) auch schon mal beim Spülmaschine ausräumen um danach schneller wieder mit Mama spielen zu können



- so können sie auch aktiv in der Küche mithelfen, was sie total spannend und abwechselnd finden. Meistens...







- Obst steht auch frei zugänglich auf der Theke und ist damit jederzeit gut zu erreichen




 


- in der untersten Schublade befinden sich einige Plastikteller und Becher, die wir zwar eigentlich aus Platzgründen da verstaut hatten, das Winterkind sich aber seit je her diese Teller holt, wenn er sich ein Milchbrötchen oder Brioche zum 1. Frühstück nimmt
(Generell essen beide Kinder mit richtigem Geschirr aus Porzellan und trinken meistens aus echten Gläsern, es sei denn, sie wollen eben gerade diese bunten Becher)



- Am Geschirrschrank hängt extra Deko, denn durch das Ziehen daran kann auch das Winterkind die Schranktüren öffnen.


- Gläser und Tassen sind dort in den beiden untersten Regalen, damit die Kinder sich selbst ein Glas herausnehmen können oder wenn sie beim Tisch decken helfen möchten

- die Getränke für die Kinder sind frei zugänglich, einschütten klappt sogar beim Winterkind schon sehr gut. (Übung macht den Meister, aber er liebt das hin- und herschütten was wir mit "Schüttübungen" unterstützen. Und siehe da, es klappt immer besser:



- geht doch was daneben, hängen die Handtücher in Reichweite, sieht zwar nicht so schön aus aber nun gut...



- auch Besen gehören in Reichweite der Kinder (manchmal werden sie natürlich auch zweckentfremdet, aber die Bilder in denen die Hexenbesen und Ritterschwerter auf den Boden liegen hebe ich für einen anderen Beitrag auf ;-))





- In Deutschland sind die Türgriffe witzigerweise etwas niedriger, denn da bekommt das Winterkind sie schon auf. Hier in Frankreich habe ich an die Türen Handtücher befestigt (können gut gewaschen werden, da wir Großen ja die Türklinke benutzen, sehen die ja dann auch irgendwann dementsprechend aus).  
Da kann er dran ziehen und bekommt jede Türe auf. Ihr hättet ihn sehen sollen wie happy er damals war. Nun fehlt aber nicht mehr viel und er bekommt sie hier auch ohne aus




Das war also unsere kindgerechte Küche.  Die nächsten Räume gibt es dann in den nächsten Wochen montags zum Montessori Montag.
Habt Ihr vielleicht auch Beiträge über Euer Montessori-inspiriertes Zuhause oder weitere Tipps und Bilder die Ihr gerne mit uns teilen wollt? Dann hinterlasst bitte Euren Kommentar, ich freue mich immer über Tipps und Anregungen. Vielleicht fällt Euch auch noch was ein, was ich vergessen habe?

Viele Tipps für unser Montessori-inspiriertes Zuhause habe ich mir übrigens hier geholt:
Eltern vom Mars: unser Montessori-inspirierte Zuhause heute

Wer mehr über den MonteMon wissen möchte, kann gerne hier nachlesen:
MontessoriMontag
Besondere Montessori Momente unserer Familie hier in Frankreich gibt es hier: Montessori Moments
Unter Living Montessori schreibe ich alles was Maria Montessori in unserem Leben schon erleichtert hat, wie Floor Bed, Lernturm etc


Ich wünsche Euch einen schönen Montag und sage

à bientôt und gros bisous



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