Mittwoch, 31. Dezember 2014

Au revoir 2014 - Bienvenue 2015 - Liebes 2015 ich wünsche mir...

Auf Facebook gab es ja die Tage diese Videos, die einem in seiner (und duzent anderer) Chronik(en) in's Auge gesprungen sind.
"Das war ein gutes Jahr, danke dass Du ein Teil davon warst, ... bla bla"
Ich wusste gleich, dass ich das so nicht teilen kann. Es war kein gutes Jahr - aber für ein schlechtes Jahr war es auch nicht schlecht genug. 

An Silvester 2013 hatte mein Löwenjunge die Idee, für jedes Familienpaar und einen kleinen, sehr kranken Jungen aus unserem Heimatort in Deutschland eine Feuerwerksrakete zu machen. Er bastelte also insgesamt 10 kleine Bilder und wir schrieben die einzelnen Namen drauf und klebten sie auf die Raketen. (Mehr kaufen wir nicht). 
Viele gute Wünsche für das Jahr 2014 wollte er so zum lieben Gott schicken. 




Meine Mama und der besagte kleine Junge sind 2014 leider von uns gegangen. Und ich denke, jeder der einen geliebten Menschen verloren hat, wird sich schwer tun, mit der Aussage "das war ein gutes Jahr" auch wenn wir wissen, dass es vielleicht besser war, als wenn sie sich das ganze Jahr hindurch gequält hätten. 

Dennoch hatte das Jahr 2014 auch viele wunderschöne Momente, Augenblicke und Begegnungen für mich parat, die ich nicht missen möchte. 
So hatte ich eigentlich alles in diesem Jahr, ich habe gelacht, geweint, geliebt, gekämpft, gewonnen und verloren.

2014 - Es war ein gutes Jahr und es war kein gutes Jahr
 
2015 
Habe ich so gut es ging erst mal verdrängt, weil ich seit Juli weiß, dass wir wieder zurück nach Deutschland ziehen. Seit Ende November weiß ich nun, dass das jetzt schon sehr bald, nämlich Ende März, passieren wird. 
Und nun kann ich es auch nicht verdrängen. Es steht vor der Tür, und eigentlich kann ich froh und dankbar sein, dass ich es miterleben darf, gesund und munter (zwar meistens zu müde und mit ein paar Pfunden Hüftgold zuviel, dennoch munter) denn das ist sicher auch keine Selbstverständlichkeit.
Petra von Allerlei Themen Blog hat aufgerufen, dem Jahr 2015 seine Wünsche mitzuteilen und dann mache ich das halt, jetzt wo verdrängen eh nicht mehr hilft. Angriff ist ja bekanntlich die beste Verteidigung.
Und dann, in einem Jahr, wollen wir doch mal sehen, ob und was davon wahr geworden ist. Also streng Dich an, liebes 2015!



Liebes 2015, ich wünsche mir ...

... für meine Kinder:
dass sie den Umzug nach Deutschland ohne grösseren Schaden, Herzschmerz oder Heimweh überstehen und schnell in der neuen Heimat ankommen und sich wohl fühlen. Ich hoffe, sie können besser loslassen, als ihre Mama...

dass der Löwenjunge sich gut und schnell in den deutschen Kindergarten einlebt, (der ja ganz anders als seine gewohnte Ecole Maternelle ist) neue Freundschaften knüpfen kann, eine schöne Rest-Kindergartenzeit in Deutschland erleben darf und einen guten Schulstart im September hat

dass das Winterkind so bleibt wie es ist und auch einen schönen Start in seine Kindergartenzeit hat

dass sie so gesund und munter bleiben- ja sie sind sehr munter und manchmal ist das auch echt anstrengend, aber wir müssen uns nur umgucken und dann bin ich einfach nur froh, dass sie so munter und lebendig sind

dass ich ihnen 2015 eine gute Mutter sein kann, mit all meinen Facetten, Eigenschaften positiv wie negativ, die Gesundheit und Kraft habe, ihren Bedürfnissen gerecht zu werden, ohne meine dabei zu vergessen

viele schöne und besondere Momente, die ihre Kindheit einzigartig und unvergesslich machen, denn es beginnt nun ein weiteres Jahr ihrer kurzen Kindheit, die wir begleiten dürfen

... für uns als Familie:
auch wenn jetzt schon klar ist, dass ich 2015 viel Zeit alleinerziehend verbringen werde, wünsche ich mir viele schöne gemeinsame Momente und dass wir als Familie immer weiter zusammen wachsen
  
... für uns als Paar:
dass wir wieder mehr Paar als Mama und Papa werden (zum ersten Mal seit wir Eltern sind, gibt es Familie und dadurch auch mal Enlastung vor Ort!) und den Rest auch noch hinbekommen

... für uns als Eltern:
dass wir unseren Kindern ein gutes, nein auch ein authentisches Beispiel sein können, achtsam miteinander umgehen und ihnen vorleben, was uns auch für sie wichtig und richtig erscheint 

nicht verzweifeln an den Herausforderungen die dieser ganz spezielle Job "Eltern" von uns jeden Tag und jede Nacht auf's Neue verlangt 

Gemeinsam an einem Strang ziehen 

... für meine Familie:
 dass sie gesund bleiben und dass wir so eine tolle Familie bleiben auf die man sich verlassen kann

... für die Welt:
Frieden, Nächstenliebe, Zivilcourage, Hilfe wo und wie immer sie benötigt wird (ja man darf sich wirklich alles wünschen, auch wenn traurigerweise genau diese Dinge immer weniger werden auf der Welt oder ?)
 
... für mich: 
sollten alle diese Wünsche in Erfüllung gehen, bliebe eigentlich für mich nicht mehr wirklich viel übrig und ich wäre nahezu wunschlos glücklich. 

Na gut, ein paar gute Vorsätze schwirren ja immer im Kopf. Aber wie das eben so ist, mit den Vorsätzen... 

Aber nun mal im Ernst:

Ich wünsche mir, für mich, dass ich die Ruhe und Ausgeglichenheit, die ich hier in Frankreich deutlich mehr in mir hatte, mit nach Deutschland nehmen kann. 

Besser auf mich und meinen Körper und seine Signale acht gebe

Eine tolle Party zu meinem 40. -en  (oh ja, da war ja noch was, nächste Jahr- aua)

Zurück in den Job 2015 klingt auch noch ganz gut, 

aber am allermeisten wünsche ich mir Gesundheit. 
Für uns alle. Das Wichtigste.


Und was habt Ihr für Wünsche 2015?

Wir werden jetzt erst mal unsere Raketen für 2015 bemalen...


Kommt gut in´s neue Jahr und passt auf Euch auf.
Bonne Année



Tanja
 





Sonntag, 28. Dezember 2014

Unser letztes Weihnachten in Frankreich - in Bildern

So schnell ist es auch schon wieder vorbei, unser letztes Weihnachten in Frankreich.
Wir wollten es nochmal ganz in Ruhe, zu viert und ohne Stress verbringen- 1200 Kilometer sind für 2 aufgeregte kleine Kinder einfach zu stressig und für ihre Eltern zu anstrengend. 

Wie unsere Vorstellungen dazu waren, habe ich Euch ja im letzten Türchen meiner Adventsaktion Bloggers Weihnacht schon verraten. Nur ob es dann wirklich so war, das zeige ich Euch heute. 

So viele Bilder gibt es von unserem letzten französischen Weihnachtsfest irgendwie gar nicht, weil der Hauptteil so schnell verging als würde man den Film mit der Schnelltaste vorspulen. 



Aber erst mal der Reihe nach. 

Den Baum hatten wir am 23. Abends, als die Kinder schon schliefen, aufgestellt, die Lichterkette befestigt. 
Mein Mann und ich bekommen "alle Jahre wieder" eine Krise damit, dieses Mal hat es aber sogar ganz gut geklappt. 




An Heilig Abend geht Papa nach den Frühstück noch die letzten Einkäufe machen und wir schmücken den Baum. Die Jungs sind sehr vorsichtig aber eine rote Kugel muss doch dran glauben, aber  das gehört eben dazu.





Das Winterkind hat gleich mal die Krippe mit seinen Schleich-Tieren erweitert



Zu Mittag gibt es ganz gesund und vitaminreich (und sicher auch sehr traditionell) Hähnchen mit Pommes: der Löwenjunge: "ein cooles Weihnachtsessen, Mama"



Das Winterkind macht Mittagsschlaf, der Löwenjunge guckt mit Papa den wunderschönen Weihnachtsfilm "Der kleinste Engel". Ein echter Filmtipp, wie ich finde. 



Tsja und ich mache tatsächlich etwas, was ich an Heilig Abend noch nie zuvor (als Mama) geschafft habe, ich gönne mir ein Bad!!!




Den ganzen Tag schon muss ich an meine Mama denken, es war das erste Weihnachten ohne sie. Das tat so sehr weh, war sie mir gerade an Weihnachten doch irgendwie noch näher als sonst, gerade wegen der ganzen Traditionen und Kindheitserinnerungen. 
Meine Schwester denkt an alles und schickt mir ein Foto, dass sie auch für Mama ein Bäumchen besorgt hat. Das rührt mich total.  


Gegen 16:00 Uhr gehen meine 3 Männer noch eine Runde auf den Spielplatz, denn der Löwenjunge ist super nervös und hibbelig. 
In Deutschland würden wir ja jetzt die Kindermette besuchen, hier in der Nähe haben wir nur sehr späte Gottesdienste gefunden. Im Nachhinein hat mir genau das aber dann auch gefehlt. 

Bis meine Männer zurück sind mache ich alles fertig, lege die Geschenke unter den Baum und zünde überall Kerzen an, auch am Christbaum haben wir echte, rote Kerzen, wie ich es selbst von zu Hause kenne und einfach schön finde. 


Die Jungs kommen zurück, die Spannung steigt. Sie gehen hoch, ziehen sich um, Papa liest die Weihnachtsgeschichte. Wenigstens ein bisschen was als Ersatz zum Krippenspiel. 

Ich lege Weihnachtsmusik auf und läute das Glöckchen. 

Das Christkind hat etwas vom Engelshaar verloren... 

Leuchtende Augen, aber dann gibt es kein Halten mehr. 

Geschenke!

Ratsch - nächstes. 







Ja, zugegeben, den Teil hatte ich mir etwas besinnlicher, romantischer, keine Ahnung was, vorgestellt. Vermutlich sind sie dazu einfach noch zu klein. 
Heute, mir etwas Abstand, war es total schön alles in allem, an Heilig Abend hat mich der Teil etwas gefrustet. 

An Fest-Essen wäre gar nicht zu denken gewesen. Wir haben Fingerfood und Häppchen auf dem Couchtisch bereit gestellt und nebenbei gespielt und zusammen gebaut. 




Das Winterkind wird zur gleichen Zeit in etwa müde, ich bringe ihn ins Bett und der große darf mit Papa sein neues Piratenschiff und Herzenswunsch zusammen bauen. 


Vor lauter strahlender Kinderaugen hatte ich übrigens die Tasche vergessen, mit den Geschenken aus Deutschland für meinen Mann und ich, das haben wir dann um kurz vor Mitternacht noch nachgeholt. So kann es gehen... 

Am 1. Feiertag sind wir bei unseren Freunden eingeladen. An Fotos habe ich gar nicht wirklich gedacht. 

Wir haben von 12:30 Uhr bis abends gegessen. Die Franzosen lieben es ja, in verschiedenen Gängen zu essen. Es war gigantisch und total gemütlich. Die Kinder haben toll miteinander gespielt, irgendwann höre ich, wie mein Löwenjunge mit den Mädchen "O Tannenbaum" auf Französisch singt und es erfüllt mich mit ganz viel Stolz und Liebe und ein kleines bisschen bricht es mir auch das Herz...

(Meine ersten Austern probiert!)


Einen 2. Weihnachtsfeiertag gibt es hier in Frankreich nicht, aber da Ferien sind und mein Mann Urlaub hat, machen wir ihn uns einfach. 

Schneebilder kann ich Euch bei 12 Grad (plus) nicht bieten, drum muss das hier aus dem Gefrierfach herhalten. 



Wir haben gespielt, gebaut und gelümmelt. 

Auch der Zaubersand vom Winterkind ist heiß begehrt und wird lange ausprobiert. 



Neuester Berufswunsch vom Löwenjunge: Cowboy. 


Ein bisschen Tradition was das Essen angeht, haben wir dann doch noch. Am 2. Weihnachtsfeiertag gibt es Raclette. 





Oh da sind ja nun doch mehr Bilder zusammen gekommen als ich dachte. Ich hoffe, Ihr hattet auch so schöne Weihnachten? Was lag unter Eurem Baum und was gab es zu essen? Ich bin gespannt!

Und falls Ihr noch nicht genug habt, dann schaut bei Susanne von Geborgen Wachsen vorbei, da gibt es noch viele schöne und ganz unterschiedliche Weihnachten 2014 in Bildern

À bientôt und grand bisous

Tanja 



Über Zweifel, Geschrei und Geschwisterliebe und warum ich trotzdem froh bin, 2 Kinder zu haben

Rums- erst hört man einen Rumpler, dann das herzzerreißende heulen und dann Mammmaaaa- 
Löwenjunge mag nicht dass der kleine Bruder zu ihm hoch klettert und schubst ihn runter...

Winterkind haut im Affekt mit dem Holzhammer dem Bruder auf den Kopf- viel Blut, Krankenhaus, Platzwunde. "Nicht so schlimm" sagt der Arzt, aber Schreck und Schock bleiben...



Meine beiden Kinder können von herzallerliebst ganz schnell auf wild und unberechenbar umschalten. 
Und das macht mich dann hilflos und traurig. Ja, ganz ehrlich, als kleinste Schwester von 3 Mädels hatte ich mir dieses Geschwister-Dings nicht so anstrengend vorgestellt. Es ist laut bei uns und auch laut kenne ich so nicht von daheim oder habe es vergessen, verdrängt, was auch immer. 

Als ich zum 2. Mal schwanger wurde, da war der Löwenjunge zweieinhalb. Von Anfang an haben wir ihn teilhaben lassen an dem was in Mama's Bauch geschieht. Der Arzt hatte ihm das 3-D-Ultraschall gezeigt, er hat den Bauch gestreichelt und dem Baby im Bauch vorgesungen. Wir haben Bücher über Babys und Geschwister gelesen, zusammen sein Zimmer ausgesucht. Er freute sich auf den Bruder und war ungeduldiger als ich. 
Am Tag der Geburt kam er mit Oma schon kurz nach der Geburt dazu um seinen Bruder zu begutachten. An diesem Tag war er plötzlich so groß geworden!

Es war eine harmonische erste Zeit, denn das Winterkind war das liebste und zufriedenste Baby was man sich wünschen konnte. Viel einfacher als der große Bruder, der wegen Koliken die ersten Monate gar nicht oder nur auf dem Arm schlief.  
Er hingegen schlief viel und überall, ließ sich gerne im Tuch oder in der Trage mitnehmen oder genau so gut mal schnell "ablegen" und ich hatte nach wie vor viel Zeit für den Löwenjungen. 
Beim Stillen las ich anfangs dem Großen vor, später dann ging das nicht mehr so gut, weil sich der Kleine dann zu sehr davon ablenken ließ. 

Die Eifersucht kam erst mit etwa einem Jahr. Das Winterkind liebt den großen Bruder- wo der ist will auch er sein. Mit 11 Monaten konnte er also laufen und zu dem Zeitpunkt änderte sich auch die Geschwisterliebe. 
Leider war zu dem Zeitpunkt der Papa viel weg und es gab so gut wie keine Ecklusiv-Zeiten mehr zwischen dem Großen und Mama. Noch so ein Nachteil wenn man so weit weg von allen wohnt, man kann sich keine Entlastung von der Familie holen. Man muss da eben irgendwie durch. 

Den Löwenjungen kann ich sehr gut verstehen. Wir beide haben eine sehr, sehr enge Bindung von Anfang an. Der Papa war beruflich viel weg, manchmal auch sehr lange Zeit am Stück. 
Der Kleine und ich waren ein eingeschworenes Team. Das war eine sehr intensive, schöne, wenn auch manchmal anstrengende Zeit. Aber sie hatte unsere Beziehung unheimlich gefestigt. 

Nun ist er 5 und muss uns/mich teilen. Die meisten Konflikte entstehen derzeit vermutlich genau deswegen. 
Manchmal habe ich das Gefühl, er tut bestimmte Dinge nur weil er denkt wir sehen ihn nicht. Hauptsache auffallen, notfalls negativ und Hauptsache laut

Bei allem Verständnis um die Hintergründe für so ein Verhalten bleibt aber die Erkenntnis, dass es für alle Familienmitglieder eine extrem anstrengende Zeit ist. Manchmal bin ich auch mit meinem Latein und mit meiner Geduld am Ende und wer mich kennt, weiß dass ich davon eigentlich, zumindest was die Kinder angeht, recht viel habe. Irgendwie stecke ich gerade fest mit meinen Gedanken und Ansätzen. Sackgasse. Zweifel.  

Ich lese gerade Jesper Juul Eltern Coaching - gelassen erziehen und finde mich hier sehr oft wieder. 
Jesper schreibt zum Beispiel, dass viele Eltern einfach auch zu sehr auf Harmonie bedacht sind. 
Aber im wahren Leben gibt es eben nicht immer nur Harmonie, Friede, Freude und Eierkuchen. 
Vielleicht muss ich einfach akzeptieren dass es momentan so ist wie es ist???

Und während sich in meinem Kopf mal wieder das schlechte Gewissen einschaltet, keinem Kind mehr wirklich gerecht zu werden, dass ich am Ende vielleicht eine bessere 1-Kind-Mama geblieben wäre (was natürlich bei diesen beiden wunderbaren Kindern völliger Quatsch ist!!!) kommt die Blogparade von Mama in the Rocks und Mama Schulze genau richtig. Ich lese die wunderbaren Artikel dazu, ob ein zweites Kind wirklich nur mehr Stress und Chaos bringen.

Und sofort fallen mir mindestens 10 Gründe ein, warum ich nur jedem ein weiteres Kind wünschen würde. 
 (Falls das drum herum natürlich auch passt)

1.) noch mehr Liebe? Geht! Wenn ich in die 4 wunderbaren Augen meiner Jungs sehe...

2.) noch weniger Zeit
Mal ganz ehrlich, das ist doch ein "überschaubarer" Zeitpunkt mit den Kindern.  Und sicher hätte ich auch nicht wirklich mehr Zeit als jetzt. Gefühlsmäßig zumindest. Bald brauchen Sie mich nicht mehr, jeden Tag etwas weniger...

3.) Gelassenheit 
Was war ich beim 2. Kind für eine glückliche Wochenbettlerin? (Auch wenn ich anfangs wieder etwas ängstlich war, diesem Winzling die Windel zu machen)
Ich war wirklich gelassener und ruhiger und war endlich eine Mama, die aus dem Bauch entscheiden konnte. Ich stillte wann und wie ich wollte- weil ich es konnte. Ich entschied mich für das bedürfnisorientierte und hatte ein zufriedenes und glückliches Baby, sicher auch weil ich so viel entspannter war als beim Löwenjungen. 

4.) das mit den Babyklamotten ist so ne Sache. Der Löwenjunge ist ein Sommerkind, vieles passt nun dem Winterkind eben deshalb nicht aber das ist auch gut so, denn welche Mama kauft nicht gerne mal so ein herziges neues kleines Teil ein (wenn sie es sich natürlich leisten kann). 
Rein wegen Kinderwagen, Babyschale, Wickeltisch etc lohnt es sich natürlich ;-)

5.) während ich mich beim 1. Kind noch fast täglich mit in den Sandkasten hockte, kann ich heute den beiden getrost von meiner Bank zusehen. Ich spiele natürlich auch gerne mal mit, meistens werde ich aber gar nicht gefragt und ich liebe es, Ihnen beim Spielen zuzusehen

6.) ok, dass ich nun viel mehr Wäsche habe gehört jetzt hier wohl nicht rein, was?!?!

7.) es geht alles so schnell und wenn ich ehrlich bin, genieße ich das Zweite jetzt viel bewusster. Der Große ist nun bald ein Schulkind und kommt er in die erste Klasse, kommt der Kleine in den Kindergarten. Ich weiß noch wie aufgeregt mein Löwenjunge war, als er vo etwas mehr als 2 Jahren in die ecole Maternelle kam...

8.) vieles guckt sich das Zweite vom Ersten ab
Was wir dem ersten noch ausführlich zeigen durften (was auch schön war) das macht der kleine Bruder eben. Auf's Laufrad sitzen und losfahren, auf Toilette gehen aber auch so "tolle" Sachen wie "Seisse, Kacka" oder "Peng Peng tot"...

9.) die 2. Schwangerschaft war ganz anders, ich hatte gar nicht mehr die Zeit "24 Stunden am Tag" schwanger zu sein.  Auch war ich etwas entspannter, weil ich das eine oder andere Ziepen kannte. Beim Löwenjungen war viel viel mehr Angst, auch dieses Kind nicht bis zu Ende austragen zu können. 

10.) ich möchte einfach um nichts auf der Welt einen der beiden missen. Auch meine größte Angst hat sich verdoppelt, nämlich dass meinem Kind etwas passiert und mich hilflos macht

Aber ganz egal ob ein Kind oder mehrere, Eure eigenen oder angenommenen Kinder, es muss sich für jeden richtig anfühlen. Ich habe mich mit einem Kind genau so viel als Mama gespürt wie jetzt mit 2. Auch ein drittes wäre theoretisch schön gewesen, hätte ich ein bisschen früher begonnen. Es ist wie es ist. 
Und bei mir eben alles im Doppelpack: Chaos, Liebe, Angst, Träume, Zweifel....





Wer nichts verpassen will, der darf mir sehr gerne auf Facebook folgen. Viel mehr Bilder von unserem kunterbunten Familienleben gibt es übrigens auf Instagram.

Über Deinen Kommentar freue ich mich übrigens ganz besonders! Es bedeutet mir sehr viel, dass Du Dir dafür einen Moment Zeit nimmst. * Merci *

Mittwoch, 24. Dezember 2014

Bloggers Weihnacht - das 24 Türchen mit Tanja von TAFJORA - FroheWeihnachten!


Die Geburt Jesu in Bethlehem ist keine einmalige Geschichte,
sondern ein Geschenk, das immer bleibt.
Martin Luther



Das letzte Türchen Bloggers Weihnacht! 24. Dezember, Heilig Abend! Und bevor heute Abend die Glöckchen klingen, die Kinderaugen hoffentlich strahlen, die Welt hoffentlich einen Moment mal den Atem anhält, da möchte ich mit Euch noch das letzte Türchen öffen.

Ich bedanke mich, bei meinen 23 tollen Adventsgästen, die meinen ersten Blog-Adventskalender überhaupt möglich gemacht haben. Er ist genau so geworden, wie ich ihn mir vorgestellt hatte und ich bedanke mich auch bei Euch, denn Ihr habt mir im Dezember so liebe Kommentare und eMails geschickt, dass ich eigentlich irgendwie doch nicht wieder aufhören möchte. Merci 

Heute möchte ich Euch nun von meinem Weihnachten erzählen. Vielleicht habt Ihr ja irgendwann noch ein paar Minuten der Ruhe, oder morgen oder über übermorgen, nur kein Stress und weil das 24. Türchen einfach dazu gehört....

Hier kommt also 


Tanja´s Weihnachten


Weihnachten bedeutet für mich 
sehr viel. Es ist mehr, es ist das ganz besondere Gefühl, das ich eigentlich gar nicht wirklich beschreiben kann. Eine Mischung von "Oh Du Fröhliche" und irgendwie auch so traurig. Das liegt beides für mich sehr nah beinander. 
Weihnachten is, wenn ich in der Kirche an Heilig Abend "Stille Nacht" nichtre singen kann, weil mich das Lied so ergreift und ich schon bei den ersten Takten ein Taschentuch brauche. 
Weihnachten ist für mich unbeschreiblich. Seit so vielen Jahren, feiern Menschen dieses grosse Geschenk auf allen Teilen der Erde, so viele wünschen sich Frieden, aber wir schaffen es nie, auch dieses Jahr nicht. 
Weihnachten, da muss ich dran denken, wie gut es uns geht, wie viel Glück aber auch Kummer wir doch seit dem letzten Weihnachtsfest erlebten.
Weihnachten 2014 ist das erste Weihnachten, seit dem Tod meiner Mama.
Es ist das letzte Weihnachtsfest in Frankreich und auch dass wir das zusammen feiern dürfen, ist bei dem Job von meinem Mann auch ein kleines Wunder, denn es gab schon Weihnachten, da war er weit, weit weg.

Seit ich selbst Kinder habe,
versuche ich diesen Glanz der Weihnacht, dieses besondere Gefühl auch meinen Kindern zu vermitteln und versuche (momentan noch etwas erfolglos aber ich schiebe das mal auf das Alter...) den Kindern, zu zeigen, dass es Weihnachten nicht nur um Geschenke geht und dass es schön wäre, wenn man dieses Gefühl in die Welt tragen könnte, nicht nur an Weihnachten. Nennt mich hoffnungslos romantisch...

Besondere Kindheitserinnerungen an Weihnachten
gibt es viele, denn Weihnachten war immer schon was ganz Besonderes.
Der Tannenbaum, der mindestens bis zur Decke gehen musste (das war Pflicht!) wurde am Vormittag des Heiligen Abends von meinem Papa aufgestellt und ich durfte schmücken helfen. (Meine Geschwister sind um einiges älter, die hatten da schon keine Lust mehr dazu)
Zu Mittag gab es Danziger Kartoffelsalat und Wienerchen.
Um 16 Uhr sind wir dann in die Kindermesse mit Krippenspiel. Ich komme aus einem christlichen Haus, wir waren jeden Sonntag in der Kirche und ich muss sagen, an Weihnachten habe ich mich als Kind immer tierisch aufgeregt, dass man schon über 30 Minuten vorher hin muss, weil man sonst keinen Sitzplatz bekommt. "wenn die sonst auch nicht gehen, brauchen die mir doch heute nicht meinen Platz weg nehmen" habe ich geschmollt. Nun ja...
Meine Mama ging eigentlich nie mit, ich sollte natürlich erst viel später erfahren, dass sie ja den Part vom Christkind übernahm. 
Obwohl halt, - geklärt haben wir das eigentlich bis heute nicht... Sie hat ihm ja vielleicht auch doch nur geholfen, oder???
Als ich mit meinen Schwestern also aus der Kirche kam, haben wir uns alle nochmal schick gemacht und im Zimmer meiner großen Schwester gewartet. Das war schon sehr  Besonders, denn in dieses Zimmer durfte ich eigentlich auch nur in Ausnahmefällen...

Dann das Glöckchen. Es klingelte im seit Stunden abgeschlossenem Wohnzimmer (und in unserem Zuhause wurden sonst niemals irgendwelche Räume abgeschlossen).
Meine Eltern öffneten die Türe, aus dem Radio kamen Glockenklänge, es war fast dunkel: nur der Tannenbaum, mit bunter Lichterkette und echten (!!!!) roten Kerzen, erleuchteten das Wohnzimmer. Auf dem Tisch stand für jeden ein bunter Teller mit Naschzeug, Marzipankartoffeln, Nüsse und Mandarinen. Dann Bescherung und irgendwann Essen, daran kann ich mich weniger erinnern...

Eine besondere Kindheitserinnerung hatte ich noch, an Weihnachten vor vielen, vielen Jahren, hat meine große Schwester ihre Verlobung bekannt gegeben. Ich habe gar nicht mehr aufgehört zu weinen, es war das schlimmste Weihnachten überhaupt. Erst dachte ich, meine Mama kann ihn auch nicht leiden, weil sie auch weinte, aber das war natürlich Quatsch. Mittlerweile ist das der Running Gag auf jedem runden Geburtstag und ich bin sehr froh, einen so tollen Schwager zu haben.

Mit den Vorbereitungen 
habe ich auch dieses Jahr wieder viel zu spät begonnen, aber das wird sich wohl auch nicht mehr ändern. Jedes Jahr nehme ich mir vor, schon im November spätestens das Meiste zu haben, am 12.12. hat ja auch noch das Winterkind Geburtstag, und und und...
Dieses Jahr wurde mir ja dann noch ausserplanmässig meine Adventszeit verkürzt (erstens kommt es anders und zweitens als man denkt).
Wir kamen erst am 3. Advent wieder aus Deutschland zurück und dann wurde es alles doch noch ganz schön stressig. Baum kaufen, Plätzchen backen, Geschenke einpacken, nun ja, Nachtschichten waren angesagt.
Aber nächstes Jahr!!!! Vielleicht.

Besondere Rituale in der Advents- und Weihnachtszeit 
haben wir eigentlich viele und die meisten habe ich irgendwie aus meiner Kindheit übernommen, weil sie für mich unvergessen waren, bis heute.
In der Adventszeit gehört der Kranz dazu und jeden Adventssonntag singen wir dazu "Wir sagen Euch an, den lieben Advent..."
Vieles haben wir dieses Jahr leider nicht machen können, weil wir ja wie gesagt die erste Hälfte in Deutschland waren und die Zweite hier in Frankreich. 
So gab es dieses Jahr einen gekauften Adventskalender, keine Fensterbildgeschichte und auch nicht alles an Deko hat es bis heute in unser Haus geschafft.
Der Tannenbaum gehört für mich zu Weihnachten und ich kann ihn einfach nicht arg viel früher aufstellen, weil da einfach noch nicht Weihnachten ist.
Die Krippe unter dem Baum gehört dazu, denn sonst vergisst man, dass es ja eigentlich um Jesu´Geburt geht. 
Bunte Naschteller gibt es auch hier und das Plätzchen backen gehört auch dazu. Ich werde an Heilig Abend das Glöckchen klingeln und "Stille Nacht" werden wir auch dabei haben...

Weihnachtsmann oder Christkind?
Ganz klar Christkind. Den Weihnachtsmann gibt es doch gar nicht! ;-)

Wie unser Weihnachtsfest 2014 aussieht?
Bereits letztes Jahr haben wir eine lange Tradition beendet, nämlich das "Driving Home for Christmas". 1200 Kilometer und der ganze Weihnachtstrubel, das ist zu stressig geworden mit 2 kleinen Kindern. 
Wir werden dieses Jahr nur zu viert Weihnachten feiern. Spät frühstücken, danach mit den Kindern den Baum schmücken. Zu Mittag gibt es Pommes und Hähnchen. Wenn das Winterkind dann später Mittagsschlaf macht, darf der Löwenjunge einen Weihnachtsfilm mit Papa gucken und ich geh gemütlich noch in die Badewanne. 
Gottesdienst ist hier bei uns leider so spät, und da die Jungs nicht alles verstehen, verschieben wir das  aufs nächste Jahr, wenn wir in Deutschland sind. 
Dafür lesen wir vor der Bescherung noch die Weihnachtsgeschichte. 
Vielleicht machen die Männer auch noch einen kleinen Spaziergang. Mama hilft dem Christkind und dann: werden die echten Kerzen am Baum angezündet und das Glöckchen wird klingeln...

Das traditionelle Heilig-Abendessen war die letzten paar Jahre immer Gulasch und Knödel. Dieses Jahr werden wir es uns ganz festlich und kindertauglich machen: wir werden Fingerfood auf dem Teppichboden machen, neben Legosteinen und Geschenkpapier. Baguette mit Lachs, Garnelen, die Kids Mini-Croque-Monsieur (Schinken-Käse-Toast-Häppchen) aus dem Ofen. Dazu Sekt und Kindersekt. Ich freu mich riesig drauf, das wird unser Weihnachten! 

Wie meine Kids mir Weihnachten erklären?
Winterkind (2) "Weihna! Baum! Guck! Schenke!"

Löwenjunge (5) na, da kommt das Christkind und bringt Geschenke. Es gibt einen Tannenbaum und eine Krippe. Jesusbaby, Maria, Josef und die Hirten. Und hoffentlich ein Piratenschiff von Playmobil.


Einen Weihnachtswunsch? Nein, keinen materiellen. Ich wünsche mir, dass alle ein bisschen Weihnachten spüren können. Trotz dem ganzen Krieg, Hass, Hunger, Kstastrophen.  
Und dass man auch an die vielen tollen Menschen denkt, die heute nicht bei ihren Familien sein können, weil sie arbeiten müssen oder krank sind. Vor 3 Jahren war mein Mann über Weihnachten in Afghanistan. Eines meiner schlimmsten Weihnachten. Ich denke heute auch genau an diese Familien, die getrennt sind. 

Mitgebracht habe ich Euch diesen irischen Weihnachtssegen:


Gott lasse Dich ein gesegnetes Weihnachtsfest erleben. 

Gott schenke Dir die nötige Ruhe, damit Du Dich auf Weihnachten und die frohe Botschaft einlassen kannst. 

Gott nehme Dir Sorgen und Angst 
und schenke Dir neue Hoffnung. 

Gott bereite Dir den Raum den Du brauchst
und an dem Du sein kannst, wie Du willst. 

Gott schenke Dir die Fähigkeit zum Staunen 
über das Wunder der Geburt im Stall von Bethlehem. 

Gott mache heil, was Du zerbrochen hast 
und führe Dich zur Versöhnung. 

Gott gebe Dir Entschlossenheit, Phantasie und Mut,
damit Du auch anderen Weihnachten bereiten kannst. 

Gott bleibe bei Dir mit dem Licht der heiligen Nacht,
wenn dunkle Tage kommen. 

Gott segne Dich und schenke Dir seinen Frieden. 




Ich wünsche Euch von Herzen ein wunderschönes, entspanntes Weihnachtsfest! Mögen alle Eure Augen strahlen, wie die der Kinder. Genießt es und lasst es Euch gut gehen. 

À bientôt et Joyeux Noël

Eure
Tanja

 

Montag, 22. Dezember 2014

Bloggers Weihnacht - das 23. Türchen mit Sam von MOMS OFFICE




Jedes Mal, wenn wir Gott durch uns hindurch andere Menschen lieben lassen, ist Weihnachten. 
Es wird jedes Mal Weihnachten, wenn wir unserem Bruder zulächeln und ihm die Hand reichen.
Mutter Teresa

Das vorletzte Türchen auf meinem Adventskalender auf Bloggers Weihnacht.
Ich kann irgendwie gar nicht glauben, dass morgen schon Heilig Abend und damit auch die Adventszeit vorbei ist.
Heute habe ich aber noch den letzten Gast hier, morgen erfahrt Ihr dann Tafjora´s Weihnacht, denn ich hab mich ja noch nicht dazu geäußert.
Mein 23. Türchen habe ich an "Sam" vergeben, ihr Blog heißt Mom´s Office und hat den wunderschönen "Untertitel": Und wie war Euer Tag?
Sam wollte ich so gerne dabei haben, weil ich Ihre Art sehr schätze und wir uns auch schon hin und wieder das "Herz ausgeschüttet" haben. Momentan ist es leider etwas ruhig geworden was das bloggen angeht, aber ich hoffe sehr, dass Sam zurück kommt, vielleicht ist ja das heutige Türchen eine kleine Hilfe dabei?! Also schickt ihr mal liebe Worte damit sie auch ja wieder kommt, denn wir brauchen mehr so ehrliche und tolle Texte wie zum Beispiel Die Pubertät und der Sohn auf Abwegen oder Papa ist wichtig, oder?

Liebe Sam, schön dass Du heute dabei bist, kannst Du uns mal kurz Dein Blog vorstellen?
Wir sind eine kleine Patchworkfamilie mit Familienbetrieb und einem Rudel Vierbeinern aus dem Münsterland. Über meine beiden Buben (15 und 10 Jahre alt) und unseren Alltag habe ich mich ja schon oft auf meinem Blog “MomsOffice” ausgelassen;-)
Letzterer ist im Moment mein Sorgenkind. Eigentlich ist er immer noch eine Baustelle, z.B. ohne Blogroll und das obwohl ich virtuell so schöne Blogs und ihre Besitzer kennenlernen durfte. Das ist ein absolutes NoGo! In den nächsten Wochen werde ich mir über seine Zukunft ernsthaft Gedanken machen;-)

Was bedeutet Weihnachten für Dich, für Deine Familie und (wie) hat sich diese Bedeutung in irgendeiner Weise verändert seit Du Kinder hast?
Für mich/für uns ist Weihnachten Familienzeit, ein paar Tage Abstand vom Alltag nehmen und gemeinsam die Zeit genießen. Die Uhr zu stoppen und Gemütlichkeit an die erste Stelle zu heben. Wir sind nicht besonders gläubig, deshalb ist es für uns ein schönes Familienfest.
Die Lichter, die Gerüche und die Stimmung, in die man “hineinfällt”, wenn der Weihnachtsstress keine Chance bekommt (oder man sich nicht hineinziehen lässt;-), ist einfach nur wunderschön und aus diesen Tagen können wir alle sehr viel Kraft schöpfen.
Die Bedeutung hat sich nicht verändert, aber mit Kindern erlebt man diese Zeit wieder intensiver, Erinnerungen aus der eigenen Kindheit kommen wieder hoch und es ist einfach ein unbeschreibliches Glücksgefühl, die Kleinen, auch die großen Kleinen, dabei zu beobachten, die leuchtenden Augen, die aufregende Erwartung und die kindliche Freude. Da wird man angesteckt.

Welche besondere Kindheitserinnerung hast Du an Weihnachten?
Genau dieses friedliche und besondere Gefühl, wie oben beschrieben. Die Zeit stand in diesen Tagen still.

Eine andere Kindheitserinnerung an Weihnachten von mir war damals weniger erfreulich: Ich habe mir über Jahre immer zu Weihnachten einen Hund oder eine Katze gewünscht. Immer wieder, aber diesen Wunsch hat mir das Christkind nie erfüllt. In dem Mietshaus, in dem ich aufgewachsen bin, war Tierhaltung nun mal verboten, aber als Kind gibt man die Hoffnung ja nicht auf;-) Heute muss ich drüber schmunzeln.

Wann beginnst Du mit Deinen Vorbereitungen? Planst Du alles durch oder bist Du bei allem eher ein Last-Minute-Mensch?
Vor Anfang, eher Mitte November braucht mir niemand mit Weihnachten zu kommen, da bin ich rigoros. Wie kann die Weihnachtszeit denn noch etwas Besonderes sein, wenn man die Weihnachtssachen schon Mitte September konsumiert?
Einzige Ausnahme sind die Geschenke meiner Kinder. Die besorge ich auch schon mal im Sommer, wenn ich weiß, was sie sich wünschen. So ist es auch in diesem Jahr, eine Kleinigkeit für meinen Jüngsten habe ich jetzt noch in Angriff genommen, dann ist Schluss.
Wir Großen machen uns keine Geschenke, schon seit Jahren nicht mehr. Das trägt entschieden zur Gelassenheit bei.

Ja, Weihnachten plane ich, aber nicht generalstabsmäßig.
Dieses Jahr bin ich im grünen Bereich, mal abgesehen von meiner halbfertigen Küche. Aber ich bin sehr optimistisch, dass sie diese Woche fertig wird:-0
Lebensmittel für die Festtage besorge ich in der Woche davor, so dass ich aller spätestens am 23. das letzte Mal einkaufen gehe und die Wohnung putze. Das klappt auch ganz prima, so dass die Konsumwelt uns dann erst am 27./28. wiedersieht;-)

Gibt es besondere Rituale oder Bräuche in der Advents- und Weihnachtszeit bei Euch?
Nein so wirklich nicht mehr. Als die Kinder klein waren, bin ich mit ihnen gern über die Weihnachtsmärkte geschlendert. Die leise Musik in den Ohren, die leckeren Gerüche in der Nase und die anheimelnde Beleuchtung haben uns in Weihnachtsstimmung versetzt. Wieder zu Hause gab es dann leckere heiße Schokolade und (wenn wir denn schon gebacken hatten) selbst gebackene Weihnachtskekse. Das war immer sehr schön.
Außerdem haben wir immer am 05. Dezember in meiner Heimatstadt den Nikolausumzug mitgemacht. Dick eingpackt, mit roten Bäckchen und ehrfürchtigem Blick haben sie den stattlichen Mann auf dem großen Pferd angehimmelt. Ach, eine tolle Erinnerung…
Heute muss ich auf meine Kinder verzichten, die haben besseres vor;-)
Zwei Rituale sind aber doch noch geblieben:
Abends am 23. wird der Weihnachtsbaum geschmückt. Als die Kinder kleiner waren, habe ich das gemacht, wenn sie schliefen. Als sie dann größer wurden, durften sie helfen. Seit ein paar Jahren schmücke ich ihn nun (meistens) wieder alleine;-)
An Heiligabend schauen wir die Muppets Weihnachtsgeschichte zusammen an, vorausgesetzt die Kinder sind bei mir.

Weihnachtsmann oder Christkind?
Bei uns kommt das Christkind, meistens. Es gab auch ein paar Jahre, in denen der Weihnachtsmann das Christkind vertreten hat. Damals schaute mein Großer einen amerikanischen Weihnachtsfilm und ihm gefiel die Idee mit den Rentieren, dem Schlitten und dem Kamin.
Somit hatte ich dann auch eine logische Erklärung, warum bei manchen der Weihnachtsmann und bei den anderen das Christkind kommt. Die beiden haben sich die Arbeit geteilt, damit auch ja alle Kinder auf der Welt ihre Geschenke rechtzeitig bekommen.

Wie sieht Euer Weihnachtsfest aus?
Nachdem wir den Morgen locker angegangen sind, schauen wir uns am späten Vormittag die Muppets Weihnachtsgeschichte an (fällt dieses Jahr mangels Kinder aus;-). Am frühen Nachmittag trudeln meine Eltern ein und wir verbringen einen gemütlichen Nachmittag mit Kaffee, Kakao und Gebäck. Gegen 17.00 Uhr ist Bescherung, danach wird gemeinsam das Abendessen vorbereitet und begangen. Danach hocken wir noch gemütlich beieinander, bis meine Eltern, je nach Wetterlage, sich wieder auf den Heimweg machen.

Habt Ihr ein traditionelles "Heilig-Abend-Essen" oder entscheidet Ihr das jedes Jahr neu?
Seit ein paar Jahren hat es sich bei uns so eingebürgert, dass wir am Heiligen Abend “nur” überbackene Gehacktesbrötchen und Salat essen. Das ist schnell gemacht, alle helfen mit und wir haben Spaß dabei.
Unser richtiges traditionelles Essen, Putenoberschenkel mit Rotkohl und Knödel gibt es erst am 01. oder 02. Weihnachtstag. Da kommt es darauf an, an welchem Tag wir Vier wieder alle beisammen und unter uns sind.

Befrage doch mal Deine Kids: Wie erklären sie mir Weihnachten?
Die knappe Antwort des Großen: “Ruhige Tage zum “Chillen” (Stellt Euch an dieser Stelle meine genervt rollenden Augen vor;-))

Der Kleine wünscht sich zu Weihnachten, natürlich neben den Geschenken, dass alle glücklich sind und niemand traurig ist. Für ihn ist Weihnachten auch Familienzeit. Dass Jesus Weihnachten in einer kalten Scheune geboren ist, tat ihm vor ein paar Jahren noch furchtbar leid. Mittlerweile liegen seine Prioritäten aber mehr im Hier und Jetzt.
“Nicht wahr Mami, Du bist auch nicht traurig, wenn ich dieses Jahr zum Papa gehe? Und außerdem bin ich ja am 01. Weihnachtstag ja wieder da.”
Dann drücke ich ihn ganz fest und versichere ihm, dass das vollkommen in Ordnung ist, alle zwei Jahre aufs Neue.

Wo und wie findest Du Ruhe und Besinnung in dem ganzen Trubel
Wir lassen Weihnachten einfach keinen Trubel mehr aufkommen.
Nachdem ich mehrere “gezwungen auf heile Welt”-Weihnachten mitgemacht habe, umgebe ich mich seit ein paar Jahren nur noch mit den Menschen, die ich liebe und gern habe. Wir haben Spaß zusammen und es liegen keine falschen Erwartungen in der Luft. Wir hetzen auch nicht von einem Termin zum anderen und haben immer mindestens einen Feiertag nur für uns.
So finden wir unsere Ruhe und diese einzigartige Stimmung an diesen Tagen.

Hast Du einen besonderen Weihnachtswunsch?
Nein <3

Auf was freust Du Dich dieses Weihnachten 2014 am Meisten?
Da dieser Heilige Abend sehr ruhig wird, mit meinen Eltern (auf die beiden freue ich mich auch) und ohne Kinder, gibt es bei uns am 01. Weihnachtstag die Bescherung. Darauf freue ich mich natürlich.
Außerdem feiern wir mit der Familie meines Freundes, dieses Jahr allerdings schon am 23., bei seiner Mutter. Seine Geschwister sind in alle Himmelsrichtungen verstreut, es ist immer verdammt schwierig einen gemeinsamen Termin hinzukriegen und an diesem Tag sind dann endlich alle mal beisammen. Das hat Seltenheitswert und wird bestimmt superlustig. Dieses Jahr haben wir die “Keine-Geschenke-Regel” bei seiner Mutter ein wenig gelockert. Sie bekommt von Ihren Kinder ein Tablet geschenkt, damit Ihre Abkömmlinge ihr ganz viele aktuelle Bilder aus der ganzen Welt schicken können. Ich bin so gespannt, was sie dazu sagt.

Was hast Du uns heute hinter Deinem Blog-Türchen versteckt? 
Ich verrate Euch meinen absoluten Lieblings-Weihnachtsfilm, ein echter Filmtipp…