Freitag, 27. Juni 2014

Friday Fives - was mich heute wieder dankbar macht

Es sind oft die kleinen Dinge, die einen glücklich machen, aber man muss manchmal auch genau hinschauen, dass man sie nicht übersieht in dem Chaos das so um einen rum herrscht.

Wir haben heute Abend unser Kindergarten-Abschlussfest. Hier in Frankreich ist das tatsächlich abends, es geht um 19 Uhr los und der Löwenjunge hat um 19:30 Uhr seine Aufführung. Wie das so funktionieren soll, war und bin ich mir nicht so sicher aber ich habe es tatsächlich hinbekommen, den Mittagsschlaf vom Winterkind nach hinten zu ziehen und sogar der Löwenjunge, der normal mittags überhaupt nicht mehr schläft, ist nach einigen Diskussionen gerade neben mir eingedöst. 

Also bleibt mir kurz Zeit inne zu halten für diese schöne Idee von Nadine und Buntraum

Meine Friday Fives der Dankbarkeit, die kleinen Kostbarkeiten in dieser Woche 

1.) Ruhe
Dass beide meiner Jungs schlafen und mir diesen Moment der Ruhe gönnen gehört absolut dazu. Denn die Woche war laut und anstrengend und das Wort MAMA wurde sehr überbeansprucht, da Papa mal wieder nicht da ist 

2.) Ein ungestörterer Friseurtermin ist ohne Babysitter nicht so einfach, heute früh hat es geklappt und weil ich die erste und einzige Kundin heute morgen war, habe ich eine fast 10 Minütige Kopfmassage bekommen- ein Traum! Danke an meine Friseurin!

3.) vielleicht noch zu früh, aber ich bin dankbar wenn wir komplett und vollständig heute Abend um 19 Uhr auf dem Fest sind. Das Navi meines Mannes sagt 16:30 Uhr Ankunft zu Hause- Ihr kennt das Zittern oder?!

4.) nicht zu vergessen in dieser Woche: die Zeit mit meinem lieben Besuch aus Deutschland. Wir haben viele Sachen zusammen unternommen, Zeit zum quatschen gehabt und ich konnte so oft auch einfach mal in Ruhe meinen Kaffee trinken, weil immer noch jemand da war, der nach den Kids geschaut hat. Kostbare kleine Auszeiten!

5.) deswegen kann ich auch 5. so heute schreiben: 
In Ruhe duschen, in Ruhe zur Toilette gehen und: jedes Kind in Ruhe zu Bett bringen: klappt nicht, wenn ich alleine mit den Jungs bin. Und es tut so gut!!!


Ich will es wissen! Wofür seid Ihr in dieser Woche dankbar? Ich freue mich auf Eure Gedanken dazu.

Noch mehr Lust auf Friday Fives? Auch Micha hat wieder mitgemacht auf More than words

Und nun muss ich mich auf mein Kindergartenfest vorbereiten. Kommt gut in ein schönes Wochenende.

Bis Bald und à bientôt

Eure Tanja

Montag, 23. Juni 2014

Mein Sohn erklärt mir die Welt: Was ist Mut?

Momentan gibt es mal wieder einige Blogparaden.(Hier kannst Du nachlesen was das ist)
Zu einer ganz besonderen Blogparade hat Johannes Korten auf seinem Blog Jazzlounge http://www.jazzblog.de/jazzlounge/ eingeladen: in seiner Mutmachparade geht es um das sehr komplexe Thema Mut:

"Wie sprecht ihr euch selbst Mut zu, wie ermutigt ihr andere? Was sind Erlebnisse, in denen ihr euch ein Herz gefasst habt und eigene Grenzen überwunden oder anderen bei der Überwindung ihrer Grenzen geholfen habt? Wie weit seid ihr dabei gegangen und wie ist es euch damit ergangen?" 
Viele tolle Leute haben schon viele tolle Sachen dazu geschrieben:  Klickt Euch mal durch die aufgelisteten Beiträge, ich habe sehr oft Gänsehaut verspürt und kann Euch das nur empfehlen. Es gibt so viele unterschiedliche Gedanken und Gefühle zum Thema Mut- dafür schon mal ein herzliches Dankeschön für diese tolle Idee!
Eigentlich hatte ich erst gar nicht vor, mich an dieses Thema zu wagen. (Zu wenig Mut???) Ich hatte es kurz überlegt, aber so grundsätzlich halte ich mich noch nicht mal für besonders mutig. Veränderungen machen mir immer erst mal Angst. Bei der Achterbahn verlässt mich noch vor der Ticket-Kasse der Mut. 
Und überhaupt- was ist eigentlich Mut???
Heute beim Mittagessen bat mich mein Löwenjunge (noch 4), ihm vorzulesen was auf dem bunten Teller seines Bruders steht:

Gott schenkt Kraft und Mut



(Hm, ein Zeichen mir doch mal Gedanken zu machen?)

Ich hatte eigentlich erwartet, dass er mich fragt, was denn Mut ist. Aber es kam nichts, also dachte ich mir, wird er es mir vielleicht sogar erklären können?

Und ich fragte ihn: "Weisst Du denn, was das ist, MUT?" 

"Na klar, Mama! Weißt Du das denn nicht???
Mut ist, wenn man was trotzdem macht, auch wenn man eigentlich Angst davor hat"
"Und wann warst Du mutig?"
"Na, beim Fahrrad fahren lernen zum Beispiel. Weil ich erst Angst hatte hinzufallen und Du gesagt hast, ich soll es doch erst einmal versuchen, Du bist ja bei mir! 
Oder als ich hier in den Kindergarten gekommen bin, da war ich ganz schön mutig, weil ich kein Wort verstanden habe und gar niemanden gekannt habe"
(Oh ja, das stimmt, das war sehr mutig, ein 3-jähriger Junge ohne Kindergartenerfahrung - in einem Kindergarten in dem nicht ein einziger Deutsch sprechen konnte, das war schon wirklich mutig!)
"Und kannst Du Dir auch vorstellen, wann Mama mutig war?"
"Na klar, am 1. Schultag oder? 
Und als wir im Urlaub im Hochseilgarten waren und Du so Höhenangst hattest aber trotzdem weiter gemacht hast- das war echt mutig von Dir!"

Oh, war ich also doch viel mutiger als ich dachte? 

Oft geht es uns doch so, dass andere sagen: "das war/ist aber mutig von Dir" aber man selbst findet es gar nicht so besonders. Man kann vielleicht auch gar nicht anders, hat keine andere Wahl als zum Beispiel zu kämpfen oder weiter zu machen. 

Manche sagten mir, ich sei mutig, nach knapp 1 Jahr dass mein Mann und ich uns kannten zu heiraten- keinesfalls fand ich dass das irgendwas mit Mut zu tun hatte.

"Ganz schön mutig, mit Deinem Mann und den Kindern ins Ausland zu ziehen" - mutig? Warum?

Mutig war es vielleicht ein bisschen, 4 Wochen vor Geburtstermin des Winterkindes mit dem Löwenjungen 1200 Kilometer nach Deutschland zu reisen, getrieben von dem Wunsch einer natürlichen Geburt und der Angst durch Sprachprobleme irgendwas zu vergeigen,- 
aber in dem Moment war es eher eine tiefe Überzeugung als Mut. 

Viele Dinge tun wir, angetrieben von anderen Kräften als von Mut, erst beim zweiten Mal hinschauen oder im Nachhinein oder auch eher die anderen würden es mutig nennen. 

Gegen eine Krankheit ankämpfen- Mut?
Für seine Rechte kämpfen- Mut?
Immer wieder von vorne anfangen- Mut?
Lebensmut?

Vielleicht ist Mut wirklich gar nicht so im Großen zu suchen, sondern in den kleinen Dingen. So, wie es mein Sohn sieht. Dinge trotzdem zu tun, auch und gerade weil man Angst davor hat. 

Meine Mutter sagte mal, mutig sein musst Du nur für Dich selbst. Also nicht um irgendwem durch irgendwas etwas zu beweisen. 

Das Internet ist voll von Videos und Nachrichten über Mutproben von Jugendlichen. 
Und wenn ich mir meine 2 wilden Kerle so anschaue, dann will ich nur hoffen, dass sie irgendwann stark genug sind, anderen nichts beweisen zu müssen. 

Wenn meine Kinder also Angst vor etwas haben, versuche ich nicht, sie zu "überreden" wenn sie wirklich Angst haben. Ermutigen ja, aber nicht überreden. Man darf nämlich auch mutig sein Angst vor etwas zu haben, den Mut haben Nein zu sagen und zurück zu gehen. 

Verliere nicht den Mut, ist nicht einfach zu sagen, zu Menschen die gerade mit schweren Dingen in ihrem Leben zu kämpfen haben. 
Es ist schwer, die richtigen Worte zu finden, oft kann ich auch die verstehen, die den Mut verlieren, denn manchmal gibt es eben kein Happy End. 

Sei stark! Halte durch. Gib nicht auf. 

Und manchmal kann man Mut nur durch  Gesten spenden. 
Eine Umarmung, eine Hand die Dich hält, ein Schulterklopfen, ein Blick. 

So wie meine Jungs. 
Die sich manchmal nur nochmal umdrehen, meinen Blick suchen und dann weiter die Welt entdecken gehen, noch höher klettern, noch weiter hüpfen, Fahrrad fahren ohne Hilfe... 

Und in dem Moment weiß ich, für diese Jungs werde ich mein Leben lang immer allen Mut zusammen nehmen den wir brauchen für das was noch kommt. 

À bientôt und bis bald 

Eure 

Tanja







Sonntag, 22. Juni 2014

7 Tage 7 Bilder unsere Woche in Bildern

Bonjour, ça va?

Eine sehr ereignisreiche Woche liegt da hinter uns. 
Papa weg, Ärger im Kindergarten, Fußball-WM mit Deutschland-Spielen, sommerliche Temperaturen und natürlich unser Besuch aus Deutschland. 

Einen kurzen Rückblick bekommt Ihr in 7 Bildern. 
Noch mehr davon findet Ihr auch heute wieder bei Carola auf ihrem Blog Frische Brise



Am Montag war es endlich soweit, auch unsere Deutschen Jungs dürfen spielen!



Dienstag haben wir frische Erdbeermarmelade gemacht, denn unser Bestand von 2013 war restlos vernichtet. 
Löwenjunge wollte unbedingt die Etiketten schreiben. 

Kleiner Tipp: wusstet Ihr, dass man Erdbeermarmelade auch wunderbar einfrieren kann?! So bleibt sie schön rot auch noch Monate später. 



Mittwoch ganz entspannt im Garten verbracht 



Donnerstag kam lieber Besuch aus Deutschland und im Gepäck hatten sie viele leckere Sachen aus der Heimat. Unter anderem auch Maultaschen und Leberkäs- letzteren haben wir dann gleich mal aufgebacken und am Strand vernichtet. 



Freitag natürlich nach dem Kindergarten zum Strand, unser Besuch hat schließlich Urlaub



Samstag war in der Kaserne großer Tag der offenen Türe, anlässlich des 80. Geburtstages der französischen Luftwaffe. Mein Sohn machte gleich mal ein Diplom Petite Pompier, er ist also nun ein "echter-Mini-Feuerwehrmann"



Und heute machen wir einen faulen Sonntag und genießen das süße Nichtstun. Muss ja auch mal sein. 



Habt eine schöne Woche und passt gut auf Euch und Eure Lieben auf. 

Bis Bald und à bientôt

Eure
Tanja

Samstag, 21. Juni 2014

Friday Fives - wofür ich diese Woche dankbar bin

Gestern haben wir lieben Besuch aus Deutschland bekommen: meine "große Schwester" und ihr Mann haben sich auf die Reise gemacht um uns in der Ferne zu besuchen. Natürlich war das Auto auch voll beladen mit Leckereien aus der Heimat und Geschenke für die Kinder. Aber allein dass sie jetzt da sind, ich glaube dafür sind die Jungs mindestens genau so dankbar wie für die Geschenke und Leckereien die sie mitgebracht haben. Wie sie geschaut haben, als sie endlich da waren- unbezahlbar! Ehrliche und echte Freude und ein Strahlen über das ganze Gesicht.

Und wofür ich dankbar bin in dieser Woche?

1.) Ganz klar auch für meine tolle Familie, der nie irgend ein Weg zu weit ist. Kilometer können uns nicht wirklich trennen. Wir können uns aufeinander verlassen. Als ich hochschwanger nach Frankreich gezogen bin und klar war, dass ich hier nicht hätte "normal" entbinden können, hat sich meine Schwester 1 Monat vor Geburtstermin in den Zug gesetzt um mich samt Löwenjungen nach Deutschland zu holen. Das hätte nicht jeder gemacht. Auf meine Familie kann ich mich verlassen. Wir lieben, stützen, helfen und trösten uns. Sollte uns als Eltern mal was zustoßen, wüsste ich, auf meine Familie könnte ich mich hundertprozentig verlassen. Meine Kinder würden Halt, Trost und Kraft finden. 

2.) diese Woche dankbar war ich auch unbedingt für Euren Zuspruch und die Lieben Worte nach unserem Kindergartendrama wegen dem weggeworfenen Vatertagsgeschenk vom Löwenjungen. 
In solchen Situationen bin ich schon unsicher ob ich da vielleicht nicht zu empfindlich reagiere. Aber ich war so stinkesauer und mir fehlten die passenden (französischen) Worte das auszudrücken. Ich danke Euch, denn offensichtlich hättet Ihr auch nicht anders reagiert. 

3.) dankbar können wir hier auch momentan für das schönste Sommerwetter sein- vor schlimmen Stürmen und Unwettern sind wir zum Glück bis jetzt noch verschont geblieben. Die Stimmung ist einfach viel besser wenn die Sonne lacht!



4.) dass meine beiden Jungs so unterschiedlich sind wie Tag und Nacht, das ist mir diese Woche, wo wir mal wieder ohne Papa sind, wieder extrem aufgefallen und macht mich durchaus auch dankbar. Denn der eine ist wild, hat 1000 Dinge auf einmal im Kopf, ist immer in Action. Und der andere  ist zwar nicht weniger temperamentvoll aber er ist in sich eher ein ausgeglicheneres Kerlchen. Diese Mischung macht vieles manchmal ein bisschen einfacher. 

5.) und Last but not least hatte ich einen tollen Nachmittag mit einer lieben Freundin am Mittwoch. Ihr kennt die Zeiten wo man an sich zweifelt, dass alles schief läuft und anstrengend ist. Aber andere Kinder haben eben auch schlechte und anstrengende Zeiten. Und solche Gespräche sind dann wichtig. Sie zeigen Dir, dass Deine Kinder und Du ganz "normal" sind. Der ganz normale Wahnsinn eben. Alles ist gut. 

Und wofür bist Du dankbar?

Danke an Nadine, von Buntraum, für diese schöne Idee der Friday Fives, die mich freitags inspirieren nachzudenken für was ich in dieser Woche dankbar sein kann. 
Auch Micha von More than Words hat dieses Mal mitgemacht. 

Gute Nacht, habt ein entspanntes Wochenende und: à bientôt!


Eure Tanja 

Dienstag, 17. Juni 2014

Was mich heute so ärgert...

Heute bin ich echt sowas von sauer!
Okay, dass die französische Ecole Maternelle nicht mit einem deutschen Kindergarten vergleichbar ist, daran habe ich mich in den letzten 2 Jahren ja gewöhnen können. Alternativen gibt es zumindest hier in unseren näheren Umgebung ja leider keine. 
Aber was heute wieder passiert ist, das hat nichts mit deutsch oder französisch zu tun, das macht mich einfach nur traurig und wütend zugleich.

Freitags hole ich mein Löwenkind immer nach dem Mittagessen ab, das ist um 13:20 Uhr. Französische Kinder gehen eigentlich 8 Stunden bis 16:20 Uhr Minimum, die Eltern sind ja auch meistens beide berufstätig was ich hier in Frankreich nun mal nicht bin. 
Der Löwenjunge geht auch erst seit Anfang des Jahres auf eigenen Wunsch den ganzen Tag hin. Nur Freitags eben nicht, da kommt Papa schon ein bisschen früher heim und wir läuten das Wochenende ein. 
Am Sonntag war hier in Frankreich Vatertag und seit Tagen bastelten sie was ganz geheimes für Papa. Auch mein Löwenjunge erzählte mir immer davon. 
Am Freitag Mittag als ich ihn holte, fragte ich nun auch nach dem gebastelten Geschenk für Papa. Da durfte ich mich dann anmaulen lassen, dass das noch nicht fertig sei, sie hätten ja nicht gedacht dass er es nicht mehr fertig macht. (Anscheinend fehlte nicht mehr viel, man gab es uns aber auch nicht mit) 

Gestern fragte ich dann ob er es denn fertig gemacht hätte, aber er wusste nur dass es nicht mehr da ist. 

Also spreche ich heute die Lehrerin an, ob wir es dann daheim fertig machen können, denn mein Sohn war schon traurig dass er es nicht verschenken konnte. 
Aber nein! Sie haben es weggeschmissen!!!!! Vatertag sei ja vorbei. 
Könnt Ihr Euch die traurigen Augen meines Sohnes vorstellen????
Könnt Ihr Euch meinen Hals vorstellen???? Ich bin sowas von sauer und enttäuscht. Und suche nach Worten, dies meinem Sohn zu erklären. Mir fehlen die Worte. Je ne sais pas! 

À bientôt und bis bald

Eure
Tanja


Montag, 16. Juni 2014

Unsere Juni-Woche in Bildern

Was für eine Woche. Mal wieder wie im Flug vergangen.
Das Wetter war traumhaft, so könnte es doch bleiben. 

Was haben wir also alles gemacht?

Gespielt:


Volksfest am Pfingstmontag






Bei Papa´s Fußballturnier


Geputzt:





Gegessen:







Getrunken:



Gemalt:







Gebastelt:


Merci für über 100 Likes auf Facebok

Gebadet:







Gebloggt:


Sonntag Abend, der Liebste ist gleich nach dem Abendessen auf die Autobahn. Der Juni ist mal wieder bis auf die Wochenenden alleinerziehend. 
Aber dafür freue ich mich auf lieben Besuch aus Deutschland. Meine große Schwester und mein Schwager kommen und da ich seit Februar nicht mehr in Deutschland war, wird vermutlich der halbe Kofferraum schon voll sein, mit Dingen die auf meiner Wunsch-Liste standen. 

Am Meisten bin ich ja gespannt auf die Tollabox. Kennt Ihr sicher und falls nicht, lernt ihr sie bald hier kennen, denn Tollabox goes France.

Ich wünsche Euch eine schöne Woche, passt auf Euch auf,

À bientôt und bis Bald

Tanja

Freitag, 13. Juni 2014

"Mama, wann gehen wir wieder nach Hause?" Third Culture Kids (TCK's dt:Dritt-Kultur-Kinder) auf der Suche nach ihren Wurzeln

Als ich mit meiner Familie in's Ausland gezogen bin, war mein Löwenjunge gerade mal 3 Jahre alt. Er ist in Sachsen-Anhalt geboren und aufgewachsen, seine 2. Heimat war aber Bayern, denn mein Mann und ich kommen von dort und wir waren sehr oft unsere Familien in der Heimat besuchen.
Interessant war damals schon, dass er immer einen Teil vermisste. 
Waren wir in Sachsen-Anhalt, hatte er Heimeh nach Bayern und wollte gerne da wohnen. Aber wenn wir ein paar Tage dann dort waren, dann wollte er auch wieder zurück nach Hause. 

Als wir dann nach Frankreich zogen, hatte er doppelt Heimweh. Einmal nach seinem Zuhause, wo er aufgewachsen war und sein Alltag und das normale Leben stattfand, aber auch nach Bayern, denn da lebten die Verwandten, unsere Freunde und deren Kinder. 

Die Eingewöhnung hier dauerte sehr lange, obwohl wir in einer der schönsten Regionen leben, das Wetter meistens besser und der Strand und das Meer nicht mal einen Kilometer von unserem Haus entfernt ist. 
Jeden Abend im Bett beim Kuscheln hörte ich das traurige "Mama, ich hab Heimweh! Wann gehen wir wieder zurück?" eines 3-jährigen. Ihr kennt wie sich das anhört, wenn 3-jährige solche Sätze mit trauriger Stimme sagen, oder? Genau, herzzerreißend!
Heute nach fast 2 Jahren freut er sich immer noch dass wir irgendwann wieder zurück nach Deutschland gehen. Aber wenn wir in Deutschland sind- genau: "wann fahren wir wieder nach Hause?"

Viele Dinge sind hier eben anders, auch wenn Frankreich "nicht aus der Welt" ist. Manches kann man zwar wie zuhause machen, aber eben nicht alles. 

Den Namen Third Culture Kid hörte ich zum ersten Mal hier in Frankreich. Es ist die Bezeichnung für Kinder und Jugendliche, die in einer anderen Kultur aufwachsen als ihre Eltern, oder aber die durch viele Umzüge in Kindheit und Jugend die Kulturen gewechselt haben. (Beispielsweise Kinder von Botschaftsangehörigen, Militärbediensteten, Lehrern, Presse/Journalismus oder Kinder deren Eltern in großen Firmen mit Auslandsvertretungen arbeiten)

Es bedeutet, dass diese Kinder ihre eigene Kultur bilden, eine Drittkultur die aus einer Mischung der elterlichen Kultur und der "neuen" Kultur in der sie nun leben, besteht. 

Ganz ehrlich hatte ich mir vor dem Umzug darüber auch nicht wirklich einen Kopf gemacht.
Von allen Seiten hörte man, dass Kinder sich da schnell eingewöhnen, dass sie in dem Alter sich eh nicht lange an die alten Dinge erinnern können und das Erlernen der fremden Sprache ein Klacks ist. 
Aber: (wie immer halt)
Jedes Kind ist eben doch anders!

Die Erinnerungen an sein altes Zuhause verblassen erst jetzt die letzten Monate. Im August werden es 2 Jahre, dass er nicht mehr dort war. Ich soll ihm jetzt immer von früher erzählen, denn so langsam könne er sich nicht mehr an die Orte dort erinnern. 
An die meisten Menschen mit denen wir unseren Alltag verbracht haben erinnert er sich aber immer noch. 


                Oder doch nicht?

Es zerreißt mich manchmal ein bisschen, denn wie auch ich, fühlt er sich manchmal mittendrin. Wir gehören hier nicht wirklich dazu, auch wenn wir hier nun Freunde/Bekannte gefunden haben- wir sind hier "die Deutschen", aber auch in Deutschland sind wir nun eben nur noch "zu Besuch" und gehören für ein paar Tage im Jahr dazu. Jeder freut sich wenn "die Franzosen" kommen, aber so richtig dazu gehört man eben auch nicht mehr, wenn man nicht mehr um die Ecke wohnt. 




Natürlich sind es auch positive Erfahrungen, die meine Kinder machen. Sie lernen eine andere Sprache, andere Sitten und Gebräuche und auch wie es ist, (und sein kann) als Ausländer in einem anderen Land zu leben. 
Als wir letztens in Deutschland waren, sind wir beim türkischen Gemüsehändler einkaufen gewesen und mein Löwenjunge wollte wissen, was für eine Sprache die sprechen. Ich sagte türkisch und ohne Wertung, nur aus Neugier wollte er wissen, warum sie sich auf türkisch unterhalten, wo sie doch nicht in der Türkei sondern in Deutschland sind.
"Na, Schatz, Du redest doch in Frankreich auch auf deutsch mit mir".
Stimmt. 

Wie es wohl wird, wenn wir wieder zurück nach Deutschland gehen? Dann ist er älter und hat mindestens seine komplette Kindergartenzeit (die man übrigens überhaupt gar nie nicht mit Deutschland vergleichen kann, aber das ist ein anderes Thema) hier in Frankreich verbracht. 
Wird er dann irgendwo und irgendwann ankommen? 

Viele TCK's (Third Culture Kids) die in ihrer Kindheit ganz oft umgezogen sind, bleiben auch im Erwachsenenalter wurzellos und sind lieber ständig woanders. Das muss natürlich kein Nachteil sein, es ist eben die normale Entwicklung wenn man nie länger an einem Ort sesshaft ist. 

Ich war ein sehr tief verwurzelter Mensch- bis ich meinen Mann kennenlernte. Und bis wir schließlich heirateten schickte ich ihn davor 2 mal in die Wüste. Ich konnte zuerst nicht mit seinem Beruf und dem Wissen ständig umzuziehen und fern der Heimat zu sein, leben. Ich liebte meine Heimat, Familie, Freunde, Job, Vergangenheit und Gegenwart an einem Ort. In die Ferne zog es mich nur auf Reisen. Aber Leben wollte ich nie woanders. 

Die Liebe siegte, ankommen möchte ich irgendwann aber trotzdem gerne wieder. Sagen können, hier bleibe ich, hier gehöre ich hin. 
Aber auch ich weiß, so ganz wie früher wird es nie mehr sein, denn man wird das "andere Leben" in der Ferne vermissen. 


Kindermund- gesammelte Werke #1

Bonjour Ihr Lieben, ça va?

Heute hab ich mal ein paar gesammelte Sprüche meines Löwenjungen. Hauptsächlich notiere ich mir das, dass ich das nicht alles selbst vergesse! 
Wenn das Winterkind dann auch mal loslegt- oh dann bekommen die beiden ihren eigenen Blogg! ;-) 

Fortsetzung folgt, da bin ich mir ziemlich sicher! 

Habt einen schönen Mittwoch!

À bientôt und bis bald. 

Eure Tanja






















Donnerstag, 12. Juni 2014

Sommerliche 12 von 12 - im Juni

Heute gibt es natürlich sommerliche 12 von 12.

Zwischendrin war ich mir gar nicht sicher, ob das überhaupt 12 Bilder gibt, die Kids waren heute nicht so gut drauf wie ich. 

Der Morgen begann sonnig, erst mal das Küchenfenster auf und die noch angenehme Sommerluft reinlassen. 



Dann natürlich dringend Kaffee! ;-)



Bei der 2. Tasse spielt das Winterkind an der Kugelbahn und ich bastle an einem Spruch, den der Löwenjunge gestern gebracht hat:


Dann ein Anruf vom Liebsten, der morgens immer den Löwenjungen zur Ecole Maternelle bringt. Es gab zum ersten Mal in diesem "Schuljahr" wieder Tränen, er will nicht bleiben... Bringt etwas unseren Rhytmus durcheinander, da wir nur um 13:20 Uhr oder 16:20 Uhr abholen können, aber ich beschließe ihn nach dem Essen zu holen. 

Von unseren Gemüsenudeln mag er dann trotzdem noch ein Mini-Portiönchen abhaben obwohl das Kindergartenessen anscheinend heute "echt lecker" war. Zusammen essen ist halt schön. 



Die Laune der Jungs ist heute grausam, Löwenjunge wird im Kindergarten von einem großen Kind "gemobbt" und will deshalb nicht mehr hin. Hat uns 3 Wochen vor den Ferien noch gefehlt... Also nix wie raus, gemütlich in den Garten. Aus der Sandmuschel wollen wir ein Planschbecken machen, weil sie schon ein großes Buddelloch haben und die Sandmuschel seit Deutschland nicht mehr in Gebrauch ist. 


Noch sauber machen
(Schlauch-Wasser-Glückseligkeit für Kinder oder?)



Der Kleine will natürlich auch mal



Das kostet Kraft und wir vernichten eine super leckere Mango. 



Wasser rein und der Pool ist fertig :-)



Ich borge mir mal eben Sandkasten und Förmchen aus, denn seit gestern erfreue ich mich an über 100 Facebook-Fans. 



Mir bedeutet das richtig viel, auch dass ich so viele Nachrichten und positive Kommentare bekomme, ich bin überwältigt. Das Schreiben hier ist mein Ausgleich, weil ich hier nicht so viele andere Dinge machen kann momentan. Und Ihr macht mich damit richtig glücklich. Danke!

Wie bekommt man nun die Überleitung zum Abendbrot richten hin???
Einmal Tomate Mouzarella für das Winterkind und einmal ohne Käse für den Löwenjungen. (Natürlich gab es noch Brot, Wurst und Käse dazu :-))



Nun schlummern die Jungs frisch geduscht und mein Liebster und ich freuen uns auf das Eröffnungsspiel der WM. 



Irgendwie bin ich noch überhaupt nicht in WM-Stimmung, aber bis Montag hab ich ja noch ein bisschen Zeit. 

Weitere 12 von 12 wie immer am 12. bei Caro auf Draussen nur Kännchen

A bientot und bis Bald

Eure

Tanja

Sonntag, 8. Juni 2014

Unsere Woche in Bildern: 7 Tage - 7 Bilder

Bonjour, ça va?

Uns geht es ganz wunderbar, denn auch wir hier genießen den Sommer in vollen Zügen und natürlich auch unser verlängertes Pfingstwochenende. 

Während am Mittwoch noch angenehmes "T-Shirt-Spielplatz-Wetter" herrschte, haben wir dann Donnerstag die 30 Grad geknackt. Ich liebe dieses Wetter, und könnte das durchaus die nächsten Wochen so aushalten.  

Diese Woche in Bildern heute wieder à la 7 Tage 7 Bilder. 
Mehr davon findet Ihr bei Carola und ihrem Blog Frische Briese: Hier

Ich entschuldige mich hiermit für die durchaus etwas strandlastigen Bilder, aber so war sie eben, unsere Woche in Bildern:


Sonntags gehe ich ja immer mit meiner Freundin hier laufen:




Gestern haben wir das Abendbrot mitgenommen und sind bis 20 Uhr am Strand geblieben. Die Jungs haben sich prima verstanden, alles scheint viel einfacher zu sein am Strand:






Nun ratet mal was wir Freitag gemacht haben:





Und Donnerstag:






Aber Mittwoch war es noch nicht so heiß, meine Freundin, ihr Sohn und meine beiden Jungs haben am Kiga-freien-Mittwoch einen Spielplatz-Parcours gemacht: 3 Spielplätze in 3 Stunden, da die Jungs sich nicht einigen und wir Mütter nicht bestimmen wollten. War sehr lustig und dem Winterkind ist es eh Wurscht, dem gefällt das überall:






Dienstag gab es Wellness, Popocreme wo man hinsah: 




Und am Montag hatten wir Krabbelgruppe. Da hab ich kein Bild gemacht, da der Akku leer war. Macht aber nix, denn das Winterkind hat eh wieder das gemacht, was er am Liebsten macht und das habe ich die Woche davor schon fotografiert:




Ich hoffe Ihr hattet auch eine feine Woche. Danke für's angucken und Eure lieben Kommentare die mich auf verschiedene Wege erreichen. Das tut doch immer gut zu hören, dass es Euch hier gefällt. 

Kommt gut in die neue Woche und passt auf Euch auf. 

À bientôt und bis Bald

Eure 

Tanja