Donnerstag, 30. Januar 2014

Über's laut werden - ausflippen erlaubt?

Ich habe heute Vormittag auf meiner Facebook-Seite "Und noch ein Mama-Blog" einen Post geteilt, der für mir heute irgendwie gerade recht kam:


"Ausflippen erlaubt" von buntraum.at

Und ich habe mich, gerade heute, in diesen wunderbaren Zeilen sowas von wieder erkannt! Es hat mich so sehr beschäftigt, dass ich es, um besser verarbeiten zu können, mal niederschreiben muss. 

Ich bin ein sehr harmoniebedürftiger Mensch. Vielleicht mehr als manch anderer und vielleicht auch mehr als mir und den meinen manchmal gut tut. Dass man es nicht allen Recht machen kann, weiß ich zwar, aber versuche es dann doch immer wieder - was meistens gnadenlos schief geht. Bis einer weint. Und heute war das mal eben ich. 

Ich komme aus einem Elternhaus, das heutzutage ziemlich "aus der Mode" gekommen ist. Meine Eltern haben vor über 50 Jahren jung geheiratet, (und sind es immer noch) dann 2 Kinder bekommen, ein Haus gebaut und dann mich als Nachzügler bekommen. 
Das heißt, irgendwann mit 10 oder 11 war ich fast ein Einzelkind, da meine Schwestern schon groß waren und zur Lehre außer Haus wohnten. 
Es gab auch bei uns Streitereien, aber so richtig laut war es nie. Und richtig laut kann ich eigentlich auch nicht ab. Wenn meine Männer die Treppe hochtrampeln wie 100 Elefanten, dann stehen mir schon die Nackenhaare zu Berge. Sowas gab es einfach nicht in meinem Elternhaus.  Keiner hätte da die Türen zugeknallt oder sich extrem angebrüllt. Ich kann mich zumindest nicht erinnern und glaube auch nicht, dass ich es nur verdrängt habe. 

Heute frage ich mich, wie das meine Eltern gemacht haben!? Aber wenn ich sie frage, dann schauen sie mich irgendwie auch nur ungläubig und ratlos an. Können sie sich auch nicht erinnern? Mein Vater meint, früher hätte man nicht soviel diskutiert. Aber waren wir damals wirklich so pflegeleichtere Kinder und haben das "Nein" oder "Aber, aber- Finger weg!" einfach so akzeptiert? Wollten wir keine Grenzen austesten und sehen wie weit wir gehen können???

Heute war für mich so ein Tag an dem  ich das Geheimrezept meiner Eltern gern gekannt hätte. Heute war ich genau so eine Mama, wie ich sie nie werden wollte. Bin sogar über meinen eigenen Ton erschrocken! Laut und wütend. 

Ich war mit meinen beiden Jungs zu Besuch im Pflegeheim. Es war der Supergau. Beide waren sowas von anstrengend, dass ich nach nur 15 Minuten schweißgebadet wieder abhauen wollte. Und das, obwohl mir diese Besuche ja so wichtig sind, weil sie halt wegen der Entfernung so selten sind. 
Klar weiß ich, dass so Pflegeheime keine Kinderparadiese sind. Langweilig und anstrengend für Kinder. Alte und kranke Menschen, kein Spielzeug und eine ganz eigene Stimmung. Aber manchmal geht es halt nicht anders! Ich hatte keinen Babysitter und die Jungs waren eigentlich auch schon öfter da und wollen Oma ja eigentlich auch immer sehen. 

Aber heute war gar nicht unser Tag. Das große Kind ist seit unserer Ankunft in Deutschland ja eh schon so durch den Wind, weil er jeden Tag ein anderes Highlight hat. 
Seit wir also hier sind, ist Ausnahmezustand. Rhythmus und Rituale sind für mein großes Kind extrem wichtig, weil sie ihm Halt und Sicherheit geben. All das geht hier auf Besuch aber nur bedingt oder gar nicht. 
Es gibt also jeden Tag Ärger. Jeden!!  Schon morgens beim Aufstehen ist das große Kind auf 180 und steht aufgeregt auf der Matte und ist wie ausgewechselt. Gehört wird fast gar nicht mehr und selbst das Schimpfen stört ihn grad nicht. Alles muss man noch öfter sagen als sonst, es ist extrem anstrengend. Und dann liegen meine Nerven plötzlich blank. Es ist einem plötzlich peinlich wie die anderen einen anschauen: "Die hat ihre Kinder nicht im Griff" Und es machte mich wütend und traurig zugleich. Ich wollte nur ein bisschen die Zeit zusammen genießen, weil man sich kaum sieht. Stattdessen bin ich aufgescheucht durch die Gänge gerannt und habe versucht 2 Kinder zu zähmen dass sie sich einigermaßen benehmen. 
Irgendwann bin ich laut geworden und habe sogar gedroht: "wenn jetzt nicht endlich Schluss mit dem Theater ist- dann gehst Du später nicht Schlitten fahren" - Oh Gott- wie sich das schon anhört!!! Drohen ist nicht grad meine Methode eigentlich. Denn sie bringt ja genau genommen auch nichts, außer dass man sich selbst bestraft. 
Ich kam mir heute vor, wie die Mütter, die ich früher, mit "nur" einem Kind selber nicht verstanden habe. Wenn sie ihre Kinder anbrüllten, drohten oder dann hysterisch den Ort des Geschehens verließen. 
Heute war ich es selbst. So genervt und laut und habe dann aufgegeben und bin gegangen. Mit einem dicken Kloß im Hals. 

Jetzt- Stunden später- ist der Ärger verraucht. Was hat mich nur so wütend gemacht? Dass ich wilde Kerle dabei hatte? Dass mir einmal nicht egal war, was andere über mich, über uns denken? Dass alles aus dem Ruder lief und die Kontrolle verloren ging? 
An einem anderen Tag wäre es sicher anders gelaufen. 
Heute tat es nur so verdammt weh, warum auch immer. 

Und auch das gehört eben dazu Mutter zu sein. Morgen ist ein neuer Tag und ich hoffe, dass ich meine innere Ruhe wieder finde und gelassener bin. Ich weiß ja, dass meine Kinder mir eigentlich nichts böses wollen. 
Ausflippen erlaubt. Was für die Kids gilt, darf dann auch mal für uns gelten. 




Sonntag, 26. Januar 2014

Geballte Ladung Liebe

Momentan genießen wir ja die Heimat in vollen Zügen und zum Schreiben bleibt eigentlich  kaum Zeit. 
Es ist schön- aber anstrengend, weil man daheim ja eigentlich alles kindgerecht eingerichtet und gesichert hat. Die Jungs können sich ziemlich frei bewegen und kritische oder gefährliche Sachen sind eigentlich komplett außer Reichweite. 
Hier sind wir natürlich ständig auf dem Sprung und müssen leider viel zu oft NEIN!!! sagen. Ruhig sitzen bleiben und essen ist dann zum Beispiel auch nicht, denn gerade für den Zwerg sind all die kleinen Schränke und Schubladen höchst interessant.
Nur leider nicht gut, wenn sich hinter dem Schrank die Brotmaschine befindet oder das ganze Putzmittel. 
Mein Mann und ich sind also ständig auf Strom, was findet der Kleine als nächstes, wo klettert er wieder rauf, wie gefährlich ist wohl dieser Schrank? Kann was kaputt gehen? Anstrengend - aber trotzdem schön. 
Schön, weil man sich endlich wieder sieht. Schön zu sehen, wie die Jungs strahlen und glücklich sind. Vor allem der Große. Und alle sprechen wieder unsere Sprache. 

Ja und dann kommt mir gerade auch folgender Spruch in den Sinn, den ich mal auf Facebook gelesen habe:
"Nach jedem Besuch bei Oma ist das Kind erzieherisch wieder auf die Werkseinstellung zurück gesetzt."

Kennt Ihr das? Also ich unterschreibe das!
Wir haben ja eigentlich als Familie noch nie in der Heimat gewohnt. Waren immer irgendwie viel zu weit weg für einen kurzen Besuch. Das heißt für die Kids dann immer: geballte Ladung Liebe in kürzester Zeit. Hört sich natürlich krass an aber es trifft so ein bisschen was da dann passiert. 
Ist für uns Eltern nach längerer Erfahrung meistens nicht schlimm, irgendwo ganz normal aber dann und wann ärgert man sich ganz automatisch dann doch über bestimmte Dinge. 
So gibt es dann eben auch abends mal Schokolade, Gummibärchen und Fernsehen (auch wenn man vor Aufregung eh schon länger braucht zum Einschlafen). 
Geregelte Mahlzeiten und Mittagsschlaf sind uninteressant, man darf unterm Essen aufstehen, weil man dem Argument "ich muss mal dringend die Oma knuddeln" einfach nix entgegen bringen kann und will. 
Steht das Kind normalerweise morgens selbst angezogen im Flur, scheint es plötzlich diese Dinge auf gar keinen Fall alleine machen zu können. "Auf Toilette gehst Du auch schon alleine?" "Ja, aber nur daheim". Ebenso beim Zähneputzen und der Gute-Nacht-Geschichte werden Mama und Papa urplötzlich sowas von unwichtig.
Nur zum kuscheln- da kommen wir wieder zusammen. Liegen ganz eng gekuschelt. 
"Mama, was war am Schönsten heute?"
"Hmmm- dass ich meine Mama gesehen habe und für Dich?"
"Hmmmmmm- heute der ganze Tag mit Oma"

Oh da wird mir jetzt schon ganz arg wenn ich an den Abschiedsschmerz denke...

Gute Nacht 

Donnerstag, 16. Januar 2014

Unsere erste Sensory-Box

Soviel Spass für kleines Geld. Unsere erste Sensory-Box

Bisher waren unsere Tage ja irgendwie sehr kurzweilig. Manchmal war der Tag sogar zu kurz, für all die Dinge, die wir so machen wollten. 
Das große Kind haben wir spätestens um 13:20 Uhr aus dem Kindergarten geholt und dann nach dem Mittagsschlaf sind wir meistens raus oder haben uns mit Büchern, Spielen, basteln und Duplo-Steinen beschäftigt. 
Den Großteil der Hausarbeit konnte ich nebenher machen, denn sobald das große Kind daheim war, war das kleine Kind zufrieden und beschäftigte sich damit, neuen Blödsinn beim Bruder abzugucken, seine Bauwerke zu zerstören oder einfach das ganze Spielzeug vom Großen auszuprobieren. 
Zumindest dann, wenn das große Kind die Wutmännchen im Schrank versteckte, mal gerne lieber Bruder war und seine Spielsachen großzügig teilte. 
Manchmal geht das gut, manchmal knallen die Türen, der Große schmeißt den Kleinen raus, und will alleine sein. ("Geh weg Du Zerstörer!!!) 
Kann man ja durchaus auch irgendwie verstehen. 

In den Weihnachtsferien hat mein großes Kind dann beschlossen, dass er gerne den ganzen Tag in der ecole maternelle (so heißt der Kindergarten hier in Frankreich) bleiben will. 
Von 08:20 Uhr bis 16:20 Uhr. So sind die Zeiten hier und eigentlich bleiben alle Kinder so lange, wenn sie mit 3 Jahren hier anfangen. 
Flexible Abholzeiten gibt es nicht, also entweder bis Mittag oder eben den ganzen Tag. 
Wir haben es unserem Sohn überlassen, wie lange er bleiben möchte, da ich ja eh daheim bin.
Und für den Anfang, waren die halben Tage in Ordnung. Immerhin konnte er kein Wort Französisch und an der ecole konnte niemand deutsch. 
Nach über einem Jahr ist er jetzt also angekommen und will länger bleiben. 

Das ist sogar für mich als Mama am Anfang echt ungewohnt gewesen! 8 Stunden ohne meinen Wirbelwind! Es war schon wieder so ein kleines bisschen loslassen. Positiv natürlich. Aber trotzdem loslassen. 

Tsja und nun sind die Tage aber auch für mich wieder länger. Denn das kleine Kind wird größer, entdeckt die Welt und vermisst seinen Bruder, denn mit dem ist immer was los. 

Ideen müssen her, denn das kleine Kind entwickelte sich langsam zum quengelnden "Mama-gib-mir-was-zum-entdecken-mir-ist-laaaaangweilig!"

Und da ich gerne auf Pinterest nach Anregungen und Ideen für fast alles stöbere, kam mir die Idee mit der Sensory-Box. 

Geeignete Box mit Deckel gab es in unserem Supermarkt für 8,95 Euro. Weiße Bohnen und los geht's. 
Der Nachmittag war gerettet. Es war faszinierend, wie ihm immer neue Ideen zum ausprobieren kamen. Umschütten, löffeln, in verschiedene Gefäße füllen, schütteln. Wir haben Schuhe und Strümpfe ausgezogen und er ist lachend über die Bohnen gelaufen. 
Wir haben uns mit der Kiste über eine Stunde beschäftigt, ganz schön lange für sein Alter.

Als dann sein Bruder vom Kindergarten heim kam, stürzte auch er sich voller Neugier auf diese neue Kiste und der Spass ging nochmal von vorne los- bis zum Abendessen. Witzig auch, was das große Kind dann für eigene Ideen entwickelte.   
Er versuchte zum Beispiel die Bohnen  mit einer kleinen Zange aufzupicken, befüllte sich verschiedene Gefäße, schüttelte, "kochte Kantinenessen für den Kindergarten" und zum Schluss war es dann eine Kiesgrube für "Baggy und Buddel".
Und das kleine Kind beobachtete fasziniert und war wieder ebenso zufrieden. 
Ein gelungener Nachmittag und ich glaube unsere Box wird noch öfter zum Einsatz kommen. 

Fazit: so viel Spass für kleines Geld. 

Habt Ihr auch solche Boxen? Mit was befüllt und bespielt Ihr diese? Oder welche Ideen habt Ihr für langweilige Nachmittage?

Schönen Nachmittag, Welt!


Sonntag, 12. Januar 2014

Montessori Moments - Unser Lernturm (Learning Tower)

Unser Sonntag war heute wunderschön.
Er begann schon mal wunderbar, weil ich mit einem dicken Kuss von meinen Jungs geweckt wurde.

Und in der Küche hatte ich dann einen wunderschönen "Montessori-Moment":  Der Löwenjunge  und das Winterkind pressen zusammen Orangensaft.
Es macht einen stolz, sowas zu beobachten. Einfach im Hintergrund stehen und zusehen.
Wie Kinder selbstständig sein können, wenn sie dürfen.







Den Lernturm habe ich bei Anna von meinem Lieblings-Montessori-Blog Eltern vom Mars  zum ersten Mal entdeckt und habe meinen Mann gleich beauftragt, sowas nachzubauen. Und in den Weihnachtsferien war es dann soweit. Bei IKEA holten wir den BEKVAM, im Baumarkt das Holz. 
Ein paar Stunden später war unser Lernturm fertig. 
Das Rauf- und Runterklettern haben wir ihm ein paar mal gezeigt und war danach kein Problem mehr. 
Im Alltag ist er einfach perfekt, denn vorher musste ich das Winterkind oft hoch heben, damit er sieht was ich tue oder wenn er seinem Bruder helfen wollte. Ich freue mich auf viele weitere solche Momente. 




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Freitag, 10. Januar 2014

(Keine) Schlafprobleme Teil 2 - das Floor Bed nach Montessori

Schlafprobleme? Fall 2

Gestern habt Ihr ja die Schlafenssitution von Kind 1 kennengelernt.
Momentan ist Papa also beim großen Kind im Bett.
Denn Mama liegt noch beim kleinen Mäuschen im "Floorbed"

Womit wir auch schon beim "2. Fall" wären. (Das klang nämlich so lustig im gestrigen Eltern-Post)

2. Fall: das Baby im eigens für ihn gebauten "Floorbed"

Da schläft das fast 13 Monate alte Schmusebaby nun seit er mit 9 Monaten für das Familienbett zu aktiv wurde und das Gitterbett laut und herzergreifend verweigerte.

Als mein Winterkind im
Dezember 2012 auf die Welt kam, waren wir durch unseren Löwenjungen schlafenstechnisch ja auf das Schlimmste vorbereitet. Aber jedes Kind ist eben DOCH anders und so waren wir angenehm überrascht, wie leicht es uns dieses Wunschbaby machte. Meistens schlief er schon beim stillen ein. Die ersten 3 Monate hatten wir zwar auch hin und wieder abends mal Bauchschmerzen mit Fliegergriff, Wärmflasche und Fencheltee in Griff zu bekommen, aber das war im Vergleich zu den Koliken seines Bruders echt harmlos.

Im Stubenwagen schlief er nicht wirklich, er war auch etwas größer als sein Bruder und er wirkte irgendwie viel zu groß für den Korbwagen in dem ich schon einst angeblich so selig schlummerte. (Schlafprobleme gab es damals angeblich kaum)
Trotzdem brauchte er aber viel Nähe- und zwar ausschließlich von Mama. Einschlaftechnisch ist Papa nämlich bis heute keine Alternative.

Er schlief also abends bei mir im Stillkissen ein und ich ließ ihn dort schlafen bis 23 Uhr, dann nuckelte er etwas und ich legte ihn in sein Bett wo er dann auch meistens dann durchschlief bis 5 oder 6 Uhr.

Tagsüber schlief er viel und gerne im
Kinderwagen. Ich hatte trotz Baby ganz viel Zeit für das große Kind, was auch wichtig war.
Aber abends, so schien es, holte er die Nähe dann nach und war nur durch mich zu beruhigen und schlief auch nur bei mir ein, egal wie müde er auch war.

Als er sich dann drehen und rollen konnte, und er einfach wacher und neugieriger wurde, war diese schöne Phase leider vorbei und er schlief nicht mehr in seinem Bettchen.
Sobald er im Gitterbettchen lag, wachte er auf und brüllte. Wach hinein legen ging auch nicht. Das war der absolute Horror für ihn. Was tun?
Wir kauften also ein Balkonanbaubettchen, denn neben mir im Bett schlief er wunderbar. Und ich auch wieder. Beide Herzenskinder bei mir.
Doch auch die kleinsten Babys werden viel zu schnell groß. Und mit 9 Monaten krabbelte er und ich hatte Angst, ihn bei uns im Bett zu lassen.
Wir holten sein Bettchen zu uns rüber- aber es war absolut kein Schlaf darin möglich. Er mochte nicht mal diese verdammt teure und geniale Wasserbettmatratze seines Bruders.
Aber ich beobachtete, dass er sich öfters auf die Matratze in seinem Zimmer hinlegte um da mit seinem Schmuse-Kissen zu kuscheln.
Wir zogen dann also versuchsweise um auf seine Matratze. Ich dachte erst:
" O Gott, jetzt lässt du dein Baby auch noch auf dem Boden schlafen!!!!
Wie ich dann aber auf meinem Lieblings-Blogg "Eltern vom Mars" nachlas, war es aus Sicht von Maria Montessori genau das Richtige.
Ich googelte und recherchierte auf Pinterest nach Montessori Kinderzimmern. Die Matratze ist da völlig normal.
Ich wollte ihn aber nicht nur auf einer Matratze schlafen lassen. Es sollte trotzdem komfortabel, rutschfest und stabil sein, luftdurchlässig auch wegen der Hygiene.
Und so bekam dann mein Mann einen Auftrag:

Bitte baue Deinem Sohn ein Floorbed/Bodenbett. Wo er alleine rein und raus kann und welches groß genug ist, dass Mama zum stillen dazu liegen kann.
Und mein Mann baute es und was soll ich sagen?
Wir lieben es. Es ist perfekt.
Wenn Schlafenszeit ist, oder er mittags müde wird, krabbelt oder läuft er rein und legt sich hin.
Aber ohne Mama geht auch das Floorbed nicht. Muss es aber auch nicht, denn ich schlafe gerne neben meinem Sohn. Wir haben halt grad "getrennte Familienbetten". Wissen aber beide, dass es nur auf
Zeit ist und es ist ok so für uns. Und so wie der kleine Mann schon klettert, können wir auch bald wieder in's große Familienbett umziehen.

Schlafensprobleme macht man sich meiner Meinung nach selbst. Man muss es annehmen. Jedes Kind ist anders und für mich ist die liebevolle Begleitung in den Schlaf kein Verwöhnen sondern gehört für mich dazu. Und ich kenne auch kein Kind, das mit 16 noch bei seinen Eltern im Bett schläft.  (Höchstens es hat vielleicht den 1. Liebeskummer oder so)

Aber was für uns der beste Weg ist, muss nicht für jeden der Beste sein. Zu uns passt es und fühlt sich (fast immer) gut an.

Und wie seid Ihr so gebettet?


Gute Nacht Welt und süsse Träume!







UPDATE!!!!!!!!!!!!!   SIEHE AUCH  Wie man sich bettet....



Wer nichts verpassen will, der darf mir sehr gerne auf Facebook folgen. Viel mehr Bilder von unserem kunterbunten Familienleben gibt es übrigens auf Instagram.

Über Deinen Kommentar freue ich mich übrigens ganz besonders! Es bedeutet mir sehr viel, dass Du Dir dafür einen Moment Zeit nimmst. * Merci *





Schlafprobleme? Jedes Kind kann schlafen lernen? Schlaft Ihr schon durch? (Teil 1)

Heute habe ich auf Facebook einen Post von der Zeitung Eltern gelesen.
Für eine Geschichte werden Eltern gesucht, die über die Schlafprobleme ihrer Kinder erzählen möchten:
"Besonders 2 Fälle fehlen uns noch für unseren Artikel" heißt es da: "eine Familie die gemeinsam im "Familienbett" schläft und ein Kind das im Kindergartenalter noch nicht ohne Mama/Papa einschlafen konnte oder nachts oft aufgewacht ist. Wir sind gespannt auf Eure guten Tipps"
Beim ersten durchlesen fühlte ich mich ja irgendwie angesprochen, aber dann hab ich es nochmal und nochmal gelesen und am Ende kann ich da wohl doch nicht hin schreiben.
Denn ich halte das Schlafen im Familienbett und auch dass Kindergartenkinder nicht alleine einschlafen können, nicht für ein Schlafproblem.
Die Kommentare unter dem Post von Eltern sind übrigens auch nicht schlecht, da wird ordentlich hin und hergemotzt und verflucht dass es manchmal nicht mehr schöner geht.
Vielleicht sollte ich hier auch nichts mehr dazu erwähnen.
Meine Mutter hat mir einst einen guten Tipp gegeben: (eventuell wäre der ja auch ein Tipp für die Elternleser?)
"Was im Schlafzimmer passiert, sollte im Schlafzimmer bleiben und geht niemanden was an. Mach das, was Ihr für richtig hält und erzählt es nicht jedem"
Was ich jetzt hiermit aber nun doch tue, weil ich denke, ich bin nicht allein damit und man sollte ruhig zu dem stehen was man macht.
Ich habe also 2 Kinder und  "2 Fälle " für das Elternheft.

Fall Nummer 1:
Das grosse Kind mit viereinhalb Jahren. Ja, ein Kindergartenkind. Und ratet mal- richtig, es schläft nicht alleine ein und wenn es dann schläft, dann kommt er irgendwann, meistens in der 2. Nachthälfte zu uns rüber in's Familienbett. (Was grad nur ein halbes Familienbett ist, aber mehr dazu in  Fall 2)
Das war aber nicht immer so. Gut, auch die ersten 3 Monate waren einschlaftechnisch nicht so einfach. Denn das liebe Kind hatte 3-Monats-Koliken und mein Mann und ich sind deshalb knapp 3 Monate nächtelang mit dem geliebten Wunschkind den Flur auf und abgelaufen. Oder haben auf dem Petziball gesessen bis uns selbst fast die Augen zufielen. 
Ablegen war schlichtweg nicht möglich. Damals wusste ich noch nicht was ich heute (vielleicht zuviel) weiß, ich hatte Internet nur ab und zu am Laptop an und ich kannte keinen Erziehungsratgeber nur vielleicht die SuperNanny und auch die nur vom durchzappen. 
Aber instinktiv wäre meinem Mann und mir nie in den Sinn gekommen, ihn brüllend in sein Bett zu legen. Lieber sind wir  also mit Augenringen geschmückt und einem gepuckten Baby (denn das Enge liebte er) unsere Kilometer durch die Wohnung gewandert. 

Nach 3 Monaten war der Spuk vorbei und das Kind für den Stubenwagen der neben meinem Bett stand (das wollten wir ja NIE machen- das Kind gehört in sein Zimmer war unser Gedanke- aber schon in der 1. Nacht daheim vom Krankenhaus lagen wir im Bett und es fühlte sich für uns falsch an, wir hier und er drüben- wir standen auf und holten ihn zu uns) zu groß. 
Schweren Herzens musste das Kind nun doch in sein Zimmer, denn ein Bett passte leider nicht neben meins. Dafür hatten wir aber eine tolle Wasserbettmatratze gekauft und bereits in der ersten Nacht im eigenen Bettchen schlief das Kind durch. Gegen Morgen wachte er meist gegen 6 nochmal auf, da holte ich ihn dann rüber und wir schliefen nach dem Stillen nochmal ein. Wir wurden also richtig belohnt für 3 Monate in den Schlaf wiegen. 
Bis das Kind 18 Monate alt war, legten wir ihn abends ins Bett nach den üblichen Ritualen wie kuscheln und Buch anschauen. Manchmal schlief er auch beim Stillen schon ein, dann legte ich ihn nur so rüber in sein Bett. Ansonsten konnten wir aus dem Zimmer. Er babbelte ein bisschen und 
schlief dann irgendwann einfach ein.
Dann mit eineinhalb Jahren musste mein Mann beruflich in eine andere Stadt und pendelte am Wochenende zu uns. Freitag Abend bis Sonntag Abend. Alleine einschlafen war nicht mehr. Papa musste dann am Wochenende kuscheln und Mama unter der Woche. Ich durfte das Zimmer nicht verlassen. Auf die Idee mit dem Familienbett bin ich damals blöderweise nicht so direkt gekommen. Nur indirekt. Denn schon da ging das an, dass er nachts wach wurde und ich ihn dann doch zu mir holte. 
Als er dann zwei war, ging es, dass man irgendwann  nach dem kuscheln gehen konnte und er dann doch alleine  einschlief. Bis dann aber sein Papa für über 3 Monate am Stück ins Ausland musste.  Von da an musste ich an seinem Bettchen bleiben bis er schlief. Die Verlustängste sind bis heute ausgesprochen groß. Jetzt ist er viereinhalb.  Hat den Umzug in ein anderes Land mit fremder Sprache und ein Geschwisterchen verarbeiten müssen. 
Und kann ohne uns nicht einschlafen weil er zu viele Dinge in seinem Kopf  hat und wie er sagt "den Knopf zum ausschalten nicht findet" 
Also legt sich einer von uns dazu. In seinem Bett, das ist geblieben. Mal 10 Minuten, mal 20 Minuten, mal 1 Stunde oder auch manchmal, bis dann der andere kommt zum wach rütteln, weil man beim kuscheln auch mit eingeschlafen ist. 
Und auch wenn viele uns nicht verstehen können, für uns ist es mittlerweile der richtige Weg. Wir haben es akzeptiert und es so angenommen. Auch wenn wir manchmal noch soviel andere Dinge erledigen müssten und wir gestresst sind. Unser Sohn braucht das eben JETZT, er braucht uns. 

Schön, wenn andere Kinder alleine einschlafen können. Ich beneide auch manchmal die Eltern, die pünktlich um 20 Uhr vor der Tagesschau sitzen können. Aber dann schaue ich auf meinen süssen Schatz neben mir, der kurz vor dem Schlafen noch ein "ich hab Dich so lieb Mami" flüstert, und dann weiß ich, diese Zeit, wir beide fest aneinander gekuschelt, geht so schnell vorbei und ich werde um 20 Uhr vor dem Fernseher sitzen und es ganz schrecklich vermissen mit ihm zu kuscheln und ihn 
liebevoll in den Schlaf zu begleiten. 
Mal ehrlich- wer schläft nicht gerne so ein?? 
Fall Nummer 2 kommt dann morgen, denn der ist soeben aufgewacht und will nun noch seine Extra-Portion Milch. 
Gute Nacht Welt.