Donnerstag, 11. Mai 2017

Aus dem Leben gerissen. Wenn gute Freunde plötzlich sterben.

Schon wieder war es lange still hier. Viele von Euch haben es aber mitbekommen. Der April war ein grauer Monat, nicht was das Wetter angeht, aber die Gefühle.

Am Ostersonntag, noch bevor unsere Familie zum gemeinsamen Osterfrühstück kam, meldete sich unsere gute Freundin aus Frankreich. Ihr Mann hatte einen schweren Motorradunfall und lag nun im Krankenhaus und kämpfte um sein Leben. 

Der Schock saß tief, wenige Tage vorher witzelten wir doch noch rum, wie viele Kilo deutsche Rostbratwürste und welches Bier wir ihm beim Wiedersehen im Sommer mitbringen sollten. Und plötzlich kämpfte dieser Freund um sein Leben?

Er war einer unserer ersten Freunde, die wir damals in Frankreich kennenlernen durften. Seine Töchter gingen in die gleiche École Maternelle wie mein Löwenjunge und da er auch noch deutsch sprechen konnte, half er sofort bei anfänglichen Sprachproblemen aus. 

Kurz darauf waren wir bei ihm und seiner Familie zum Kaffee eingeladen. Die Chemie passte einfach, denn die herzliche Art, die uns von der ganzen Familie entgegen kam, ließ schnell vergessen, dass wir verschiedene Sprachen sprechen. Durch sie "kamen wir an" in der fremden, neuen Heimat. Sie kannten sich gut aus, zeigten uns schöne Orte, Spielplätze und Ärzte, aber machten uns auch mit französischen Gepflogenheiten bekannt. 

Andersherum waren sie aber genau so offen und interessiert an uns und unseren Bräuchen. Nie werde ich vergessen, wie wir bei uns zusammen Sankt Martin gefeiert haben. Da der Löwenjunge das ja noch von Deutschland kannte, organisierten wir eine kleine Martinsfeier bei uns daheim. Unser französischer  Freund kam mit seiner Familie und seine Kinder hatten selbstgebastelte, rosa Papierlaternen. Er hatte sie nach Videoanleitung mit ihnen zusammen gebastelt, nachdem ich ihm von unserem Brauch erzählt hatte. Ich las die Martinsgeschichte vor und er übersetzte sie in's Französische. Dann gingen wir mit den Laternen durch den Ort spazieren, die Kinder lachten, sangen, hatten Spaß. Danach wurde zusammen gegrillt und die Kinder spielten gemeinsam. Natürlich wurde das Ganze im nächsten November wiederholt.

Wenn wir nicht nach Deutschland fuhren, feierten wir gemeinsam Geburtstage, Weihnachten und Ostern. Sie waren unsere zweite Familie in Frankreich. 

Auch als wir zurück nach Deutschland gingen, hörte die Freundschaft und der Kontakt nicht auf. Zweimal haben wir uns besucht, wir haben miteinander geschrieben und telefoniert. 1300 km Distanz bedeuteten nicht das Ende dieser Freundschaft. 

Aber genau diese Distanz machte es uns so schwer, als wir vom Unfall hörten. Wir waren so weit weg. Man findet schon kaum Worte auf deutsch, wie kann man da passenden Trost auf französisch spenden? 

Wir hofften und bangten 10 Tage mit unserem Freund. Am Anfang war die Hoffnung noch da, dass es irgendwie doch noch gut ausgeht. Am Ende kam dann aber die Nachricht: unser Freund ist tot. Er wird nie mehr mit uns lachen, uns mit seiner Lebensfreude mitreißen können. 

Und noch viel schlimmer, seine beiden Kinder haben ihren wunderbaren Vater verloren, seine Frau ihren geliebten Mann. 

Dieses Wissen lähmte mich. Es machte mich wütend und traurig. Denn es war, wie so oft, ungerecht. 

Plötzlich wird einem bewusst, wie schnell alles aus den Fugen gerät. Man hat Gedanken, die man schön brav lieber verdrängt. 

Unser Freund hatte kurz vor dem Unfall noch mit seiner Frau telefoniert. Dass er gleich heim kommt. Ein letzter Kuss durch's Telefon. Bis später. Bisous. 
Es war der letzte Gruß, der letzte Kuss. 
Die Mädchen schliefen. Danach war nichts mehr wie es war. 

Am letzten Freitag im April war die Beerdigung in Frankreich. Die Chefs von meinem Mann und mir gaben uns sofort frei, bei mir herrschte sogar Notbesetzung im Büro. Meine Schwiegermutter sagte direkt zu, in der Zeit Haus, Kinder und Hund zu hüten. So konnten mein Mann und ich Donnerstag Nacht nach Frankreich fahren. Die 13 Stunden Fahrt wurde begleitet von unendlich vielen Erinnerungen und ein dicker Kloß saß in unserem Hals. Seit der Nachricht vom Tod schleppten wir unsere Traurigkeit mit durch den Alltag. 



Wir kamen am Freitagmorgen bei unseren alten Nachbarn an, dort durften wir für den Aufenthalt bleiben. Es war schon irgendwie komisch. Die Nachmieter von unserem alten Haus räumten gerade den Umzugswagen ein. Sie waren hier nicht glücklich geworden und zogen nach nur 2 Jahren wieder zurück. Wir wären damals ja noch gerne länger geblieben. Aber so ist das, wir fühlten uns in der Ferne zuhause. Sicher auch wegen der guten Freunde, die wir gefunden hatten. Als ich unser altes Haus sah, erinnerte ich mich an die vielen gemeinsamen Grillabende und doch war es mir irgendwie fremd geworden. 

Gegen Mittag holte uns eine andere liebe Freundin ab. Auch sie und ihr Sohn gehörten zu unserer deutsch-französischen Clique. Zusammen fuhren wir zur Trauerfeier in's Krematorium. Die Traurigkeit begleitete uns und doch waren wir so unheimlich froh, diese Fahrt gemacht zu haben um nun gemeinsam Abschied nehmen zu können. 

Es waren so unglaublich viele Menschen dort. So viele werden ihn vermissen. 

Seine Frau und die Mädchen freuten sich uns zu sehen und es wurde herzlich umarmt. Irgendwie dachte ich immer, er muss doch gleich aus dem Auto steigen und "Heeeyyy coucou!" rufen. 

Bei der Trauerfeier war ich fast froh, nicht alles perfekt verstanden zu haben, sonst hätte ich wohl noch mehr weinen müssen. Dann standen wir auf, verabschiedeten uns von unserem Freund und der Sarg verschwand hinter dem Vorhang. 

Auf dem Heimweg zurück zu unserem Nachbarn machten wir noch einen kurzen Halt am Strand. Hier waren wir oft gemeinsam nach der Abholzeit vom Kindergarten gewesen. 
Wir gönnten uns heute einen Mojito. Den letzten Mojito, den ich getrunken hatte, war letztes Jahr im Urlaub. Unser Freund hatte ihn mir am letzten Abend gemacht, mit frischen Minzblättern aus seinem Garten... Überall Erinnerungen. 

Am nächsten Morgen fuhren wir die 12 Stunden wieder zurück nach Deutschland. Der dicke Kloß hatte sich, zumindest für uns, etwas gelockert. Wir konnten uns verabschieden, gemeinsam trauern. Das war enorm wichtig gewesen, auch wenn uns diese Fahrt viel Kraft gekostet hatte. 

Als wir nachts daheim ankamen und zu den Jungs in's Bett krabbeln konnten, war ich erleichtert. Denn auf der Heimreise hatte ich so Gedanken wie: "Hoffentlich passiert uns jetzt nichts. Unsere Jungs brauchen uns doch. Nicht auszudenken, wenn wir jetzt nicht mehr heim kommen!"

Das Thema Tod hat uns wieder beschäftigt. Wir werden jetzt endlich unsere Sorgerechtsverfügung schreiben. War schon lange geplant, aber dann im Alltag wieder vergessen worden. Ein Thema, was man gerne verdrängt. 

Auch die Kinder waren übrigens sehr traurig, zeigten dies auf unterschiedliche Weise. Der Löwenjunge beerdigte hinterm Haus den letzten Schnee. Das Winterkind hatte schlechte Träume. "Mama, ich bin aufgewacht, weil ich so Angst bekommen habe, dass Du gestorben bist!"
Darüber reden und der Trauer Raum und Zeit geben, hat uns geholfen. 

Bleibt behütet. 
Bisous,
Eure Tanja








Mittwoch, 12. April 2017

Entspannter Ferientag - unsere 12 von 12 im April 2017

Hier in Bayern sind seit Montag Osterferien. Heute stand mal ein fast unverplanter Ferientag an. 

Bis ich merkte, dass ja heute der 12. und somit wieder Zeit für 12 von 12 ist, war es schon Mittag und ich hätte schon fast fertig sein können mit meinen 12 Bildern. 

Aber ich hab noch aufgeholt und so gibt es die 12 von 12 heute eben ab 12 Uhr. 
Gesammelte Werke findet Ihr dann bei Carola von "Draußen nur Kännchen"




Nach dem großen Eis am Vormittag verschieben wir erst mal das Mittagessen und holen unsere Lana zur zweiten Gassirunde ab. 

Das Winterkind düst mit dem Laufrad los.



Lana schaut immer nach den Kindern. Wehe, sie sieht eins nicht mehr, dann flitzt sie aber hinterher. 



Auf zur großen Wiese. Fangen spielen mit dem Hund. 



Wir haben keine Eile und ich genieße es, den Jungs zuzusehen. Sie lassen sich treiben. Pflücken Löwenzahn.  



Sehr viel Löwenzahn, den wir dann mit nach Hause nehmen. 



Wir müssen nochmal zur Apotheke, wie am Vormittag ausgemacht, geht es danach noch zu unserem Döner-Laden neben der Apotheke und essen unseren Ferien-Kebap. Der Löwenjunge und ich teilen uns immer einen, ganz klassisch,




das Winterkind will immer nur das Fleisch mit Pommes. Gehört immer einmal zu unserem Ferienprogramm. 



Zurück daheim bleiben wir im Garten. Die Jungs spielen heute so friedlich und haben immer wieder neue Ideen. Der Hund ist immer mittendrin. 



Weil sie so schön spielen, die Zeit vergessen, gibt es heute erst um 19 Uhr Abendbrot. Davor aber dringend erst mal Hände waschen!



Abendbrot für uns drei auf der Terrasse. Lana ist beleidigt, sie bekommt kein Leberwurstbrot ab. 
Es ist noch angenehm mild. 



Während der Löwenjunge schon duscht, schnappt sich das Winterkind das Zahlenbuch vom großen Bruder. Der Löwenjunge kommentiert: "Alter, Du bist erst 4, woher kannst Du denn schon so gut rechnen?"



Ich bringe das Winterkind um 20:30 Uhr in's Bett und der schläft innerhalb von 5 Minuten ein. 

Weil ja Ferien sind, darf der Löwenjunge noch mit mir Fußball schauen. Er freut sich riesig, dass sein Manuel Neuer heute endlich wieder mitspielt. 



Das war also unser 12. April ab 12 Uhr. 
Euch wünsche ich schon mal schöne Osterfeiertage. 

À bientôt und bisous

Eure Tanja



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Mittwoch, 22. März 2017

Festhalten, Vertrauen, Loslassen. Nicht nur beim Fahrrad fahren lernen.

In dieser Woche erinnerte mich mein Winterkind wieder daran, dass alles was unsere Kinder lernen, eine Frage der Zeit und des Vertrauens ist.

Der Löwenjunge bekam zum 3. Geburtstag (vor fast 5 Jahren) ein kleines, grünes Fahrrad geschenkt. Das war sein Herzenswunsch gewesen. Er wollte Fahrrad fahren lernen! 

Nach den ersten Versuchen mit dem Papa, hatte er keine Lust mehr und warf das Rad wütend um. Es funktionierte einfach noch nicht. Er hatte gedacht, er müsse nur losfahren, wie auf seinem geliebten Laufrad. 
Das Fahrrad wurde ignoriert und wir zogen kurz darauf nach Frankreich. Im darauffolgenden März, fragte ich ihn immer mal wieder, ob wir es nicht nochmal versuchen wollen. Eigentlich hatte er keine Lust dazu aber ich quatschte ständig auf ihn ein.

Wollte ich vielleicht, dass er es lernt?

Eigentlich wollte ich ihm nur zeigen, dass man nicht gleich aufgeben sollte, wenn etwas nicht auf Anhieb klappt. Aber muss man das schon mit dreieinhalb?

Irgendwie gab er dann doch nach und wir übten das Fahrrad fahren. Richtig Freude hatte er wohl nicht dabei, ich auch nicht. Aber er gab nicht auf und es klappte überraschend schnell. Er freute sich riesig und war nicht weniger stolz als ich. Das Kind konnte Fahrrad fahren! Ohne Stützräder, die hatten wir gar nicht erst dran gemacht. 

Das kleine grüne Fahrrad wurde dann1 Jahr später durch ein größeres ausgetauscht und wartete seither auf das Winterkind. 

Mittlerweile wusste ich es ja besser -

und erinnerte das Winterkind nur daran, dass er sein nun fast kaputt gefahrenes Laufrad eintauschen kann, wann immer er Fahrrad fahren lernen will. Er wollte aber nicht und es war ok. Ich vertraute darauf, dass er den Zeitpunkt schon kennen würde. Genau wie er auch selbst wusste, wann er ohne Windel sein möchte oder nicht mehr gestillt zu werden.

Am Montag verkündete er plötzlich ganz bestimmt, er wolle heute nicht in den Kindergarten. Auf gar keinen Fall. Außerdem will er heute noch mit Mama Fahrrad fahren lernen. 

Wir hatten wunderschönes Frühlingswetter und holten das kleine grüne Fahrrad aus dem Keller, setzen den Fahrradhelm auf und los ging es. 

Treten konnte er schon länger vom Dreirad, Balance hatte er auch vom Laufrad fahren. Wackelig machte ihn "nur" die Angst vor dem Fallen.


"Halt mich gut fest, Mama! Du darfst mich nicht loslassen!" 


Zittrig und wacklig machten wir uns auf den Weg. 800 Meter zu meiner Schwester. Wir klingelten und stolz meinte das Winterkind schon: "Schaut mal, ich bin mit dem Fahrrad da!"

Auf dem Rückweg ging es noch zum Spielplatz. Die letzten Meter dahin schob er das Rad. "Ich kann nicht mehr!" 
Eine Runde klettern und wir machten uns die letzten 500 Meter auf den Heimweg. 
Kurz vor unserer Haustür meinte er plötzlich:

"Jetzt lass los, Mama! Ich kann das!"

Ich war mir da nicht so sicher wie er, aber ich vertraute ihm und ließ los, blieb aber dicht hinter ihm. Mama halt. 

Das Winterkind aber jubelte und fuhr einfach weiter.
"Ich kann Fahrrad fahren!"


Wir fuhren die Straße auf und ab und er rief jedem Nachbar zu: "Schaut mal, ich fahre Fahrrad!"



Irgendwie war er heute morgen wohl aufgewacht und wusste, dass heute der richtige Tag ist. Nicht wir Eltern oder der große Bruder. Einzig er alleine.

Wir müssen nur auf den richtigen Zeitpunkt warten. Festhalten wenn sie festgehalten werden wollen. Und vertrauen. Vertrauen in unser Kind, dass sie wissen, wann wir loslassen dürfen. 

Gut, wenn unsere Kinder uns immer wieder daran erinnern. 

Bisous 
Eure Tanja


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Montag, 27. Februar 2017

Vom Leben und Sterben. Abschied nehmen und gemeinsam trauern- auch mit Kindern.

Eine passende Überschrift für das heutige Thema zu finden, fiel mir, offen gesagt, schwerer, als der Rest des Textes. Aber ist es nicht auch so, dass gerade Abschied nehmen, Sterben und der Tod uns immer wieder sprachlos machen? Hilflos und sprachlos. Uns fehlen die Worte, wenn jemand neben uns trauert. Manchmal lähmt uns unsere eigene Trauer, vielleicht schämen wir uns sogar?
Als ich vor 9 Jahren mein erstes Kind, noch in der Schwangerschaft, verlor, versuchte mancher mir einzureden, ich hätte ja gar kein Recht, so um mein Kind zu weinen- es war schließlich noch nicht geboren, würde vielen so gehen, das Baby hatte zwar schon ein Herz, sei aber ja noch nicht "fertig" gewesen...

Bei vielen Menschen hat man das Gefühl, sie schweigen das Thema Schmerz, Trauer und Tod lieber tot, weil es zu unangenehm und persönlich ist. Es ist ein Tabut- obwohl es zum Leben dazu gehört. 

Jeder Mensch hat aber das Recht zu trauern, ohne sich rechtfertigen zu müssen.




Aus stiller Trauer wird "Aus Lauter Trauer".
Dazu hat Silke heute eingeladen, über Trauer zu sprechen: "Alle reden über Trauer. Ein Tag, viele Teilnehmer, viele verschiedene Facetten von Trauer"
Silke hat vor 4 Jahren plötzlich ihren geliebten Lebenspartner verloren. Zu seinem heutigen Geburtstag gratulieren ganz viele Menschen, indem sie offen, ehrlich und laut über Trauer sprechen. Ganz gleich wie sie aussehen mag. Nicht nur der Tod lässt uns trauern. Auch Abschiede, Trennungen oder Krankheiten gehören dazu.

Aus diesem Anlass habe ich heute meine ganz persönliche Geschichte von Trauer, Abschieden (jeglicher Art) und Beerdigungen aufgeschrieben. Mein Weg, wie ich im Leben Tod und Trauer erfahren habe, war auch ausschlaggebend für eine (für mich) einfache Antwort auf eine wohl häufig gestellte Frage:

"Soll man Kinder mit auf Beerdigungen nehmen?"

Vom ersten Abschied

Als mein geliebter Opa starb, war ich etwa 10 Jahre alt. Meine Eltern entschlossen damals, dass ich nicht mit auf die Beerdigung gehen sollte. Das gehört zu den ganz wenigen Dingen, die ich meinen Eltern vorwerfe. Ich habe es nicht verstanden, warum ich nicht mit dabei sein durfte, wenn alle anderen sich treffen um ihn zu verabschieden. Denn der Tod war für mich damals noch nicht so begreifbar, nichts "schreckliches", einfach ein trauriger Abschied. Sie meinten es sicher gut, wollten mich schützen. Vielleicht hatten sie Angst, es würde mir zu sehr weh tun, vielleicht aber auch gehörte es sich damals nicht, Kinder mit auf Beerdigungen zu nehmen? Vielleicht aber waren sie auch mit ihrer eigenen Trauer und den Dingen, die es nach dem Tod zu erledigen gab beschäftigt: Heute bekomme ich leider keine Antwort mehr darauf.

Die erste Beerdigung - er war doch erst 18 Jahre alt!

Auf meiner 1. Beerdigung war ich dann 17 Jahre alt. Meine erste große Liebe, der Junge mit dem ich zum ersten Mal geknutscht und um den ich meine ersten Liebeskummertränen vergossen hatte (das war 3 Jahre zuvor gewesen und das fühlte sich damals für mich so schrecklich an, als müsste ich sterben) war bei einem tödlichen Verkehrsunfall gestorben.
Das war eigentlich schon schlimm, aber mein damaliger Freund war auch noch der Fahrer des Unfallwagens gewesen. Die Beerdigung traf mich mit voller Wucht. Beerdigungen kannte ich ja eigentlich nur aus dem Fernsehen. Der Tod unseres Freundes, die Schuldgefühle und Vorwürfe meines Partners, die Ohnmacht an Gefühlen. Es riss mich in ein tiefes Loch. Ich war gerade dabei gewesen, meinen Führerschein zu machen. Doch plötzlich hatte ich panische Angst vor dem Auto fahren. Der Fahrlehrer musste mich heimfahren, weil ich nicht mehr konnte. Erst Monate später wagte ich, es zu Ende zu bringen. Dass das Leben so schnell aufhören kann, hatte ich bis dahin erfolgreich verdrängt. Vielleicht auch weil Tod und Sterben in unserer Gesellschaft gerne tot geschwiegen werden?

Schmerz ist nicht gleich Schmerz

Im Laufe der Jahre kamen viele Beerdigungen von wundervollen Menschen dazu. Ein kranker Freund mit 20, meine beiden Oma's, der Selbstmord eines Klassenkameraden als wir noch auf die Fachoberschule gingen, drei Onkels und eine Tante, viel zu jung aber leider auch viel zu krank. Das waren schwere Stunden der Trauer, aber ich sollte noch spüren, dass einen der Schmerz in unterschiedlichen Dimensionen treffen kann. 

Mein Sternenkind

Im März 2008 verlor ich unser erstes Kind (auf das wir uns so lange gefreut hatten). Den Tag und den Schmerz vergisst man nicht. Er übertraf alles, was ich zuvor an Schmerz erfahren hatte. Es riss ein großes Loch in mein Herz und ich fühlte mich buchstäblich, als hätte man ein Teil von mir herausgerissen. Ich konnte nicht aufhören zu weinen, es tat einfach nur weh. Es fühlte sich an, als sei mit dem Baby auch ein Teil von mir gestorben. Es machte keinen Sinn. Warum unser Kind?
Fast zeitgleich wurde im Bekanntenkreis eine junge Frau ungewollt schwanger. Der Vater des Kindes war geschockt und wollte unbedingt, dass sie das Kind nicht behält. Ich wollte schreien. Wollte nur noch dass es aufhört weh zu tun. Ich konnte in den ersten Tagen kein Radio hören, nicht fernsehen. Jede Ecke, jeder Ton, jeder Geruch erinnerte mich daran, dass das Leben in mir aufgehört hatte.

Es gab sehr viele, die den Schmerz nicht verstehen konnten oder wollten. Vielleicht sind sie auch Verdrängungskünstler oder aber kennen dieses Gefühl einfach nicht.
"Das passiert ja vielen!"
"Wer weiß für was es gut war"
"Wenigstens wisst Ihr jetzt, dass Ihr schwanger werden könnt" (Und dass man es verlieren kann auch? Vielen Dank).
Liebe Leute, das sind keine tröstende Worte!
Vielleicht sagt man manchmal einfach gar nichts. Denn Worte können erst mal nicht trösten. Das kommt dann vielleicht, wenn der 1. Schock vorbei ist...


2009 und 2012 kamen zum Glück meine beiden Kinder gesund auf die Welt.
In beiden Schwangerschaften lagen Freude und Angst immer nur einen Wimpernschlag voneinander entfernt.
Beides ist mir als Mutter geblieben. Die Freude meine beiden Kostbarkeiten gesund aufwachsen zu sehen und die Angst, dass nur ein Augenblick genügen kann, der alles verändert...

Unsere Kinder sollen teilhaben 


Vielleicht waren es die Erfahrungen aus der Vergangenheit, aber von Anfang an war mir wichtig, unsere Kinder so weit wie (alters)möglich an unserem Leben teilhaben zu lassen. Mit all den Gefühlen und Gedanken. 


Der Löwenjunge war 3 Jahre alt, als wir uns aufmachten, zur Wohnungsbesichtigungsreise nach Frankreich. Manche fragten uns, warum wir uns den "Stress" (für uns war es das nicht) antun und das Kind mit auf die Reise nehmen und nicht 5 Tage bei Oma lassen. Er sollte bei den vielen kleinen Schritten dabei sein, die uns dann am Ende den Umzug brachten. Wir wollten ihn mit vorbereiten und ihn nicht vor vollendete Tatsachen stellen. Und glaubt mir, auch mit seinen 3 Jahren hat er damals schon sehr viel von all dem drum herum verstanden.

Auch Abschiede bringen Trauer, doch sie bereiten uns auch vor...

Er war stundenweise beim Verpacken seines Kinderzimmers dabei, wie feierten Abschied mit den Freunden, der Familie. Monatelang bereiteten auch wir ihn auf diesen grossen Abschied vor. Auch wenn er damals noch gar nicht richtig erahnen konnte, dass sein "altes" Leben mit den damaligen Freunden zu Ende war. Als wir in Frankreich ankamen, vermisste er seine Freunde. Er war die erste Zeit sehr traurig und auch darüber haben wir viel geredet, nicht verdrängt oder nur abgelenkt. 

Drei Jahre später war Frankreich uns ein schönes Zuhause geworden. Da hieß es wieder Abschied nehmen. Wir sind durch jedes leer geräumte Zimmer des Hauses und haben uns verabschiedet. Unsere letzten Wochen in Frankreich haben wir ganz bewusst erlebt und hatten viele "letzte Male". 

Der Tod der Mutter ist der wohl schlimmste Schmerz den es im Leben zu ertragen gibt, denn es ist der erste, den man ohne ihren Trost überstehen muss...



Im Februar 2014 kam dann ein sehr schwerer Abschied.
Für mich der bisher Schlimmste überhaupt. 
Wir waren erst einige Tage wieder von unserem Deutschlandbesuch zurück, als wir an einem Sonntag plötzlich wieder Koffer packen mussten. Nach einem Telefonat mit meinem Papa wusste ich, dass es meiner Mutter schlecht geht und man mit allem rechnen müsste.
Wir packten eilig die Koffer um eine Reise von 1200 Kilometern anzutreten.
Für mich war es wie ein Wettlauf mit dem Tod. Würde ich meine geliebte Mama nochmal sehen? Würden wir es schaffen? Wenn wir jetzt zu lange Pause machen- werde ich sie dann nie wieder sehen? 

Es war die schlimmste und längste Fahrt meines Lebens. (Aus grau wird schwarz- und auf einmal ist nichts mehr wie es wahr)
Der Löwenjunge war 4,5 und ich erklärte ihm, warum wir jetzt plötzlich wieder nach Deutschland fahren. "Wird Oma sterben?" "Ich glaube, ja. Leider." Er war ganz ruhig. Nicht geschockt oder traurig. Der Tod schreckte ihn noch nicht. Woher auch. Aber Abschied nehmen, damit kannte er sich aus.
Das Winterkind war 1 Jahr. Er verstand nur "Juhu wir fahren schon wieder nach Deutschland!".

Etwa 4 Stunden bevor wir unser Ziel erreicht hatten, kam der Anruf von meiner Schwester. Meine Mama war gestorben. Kurz vor dem Anruf wachte der Löwenjunge auf. Er hörte mein weinen und tröstete mich: "Weine doch nicht Mama! In unseren Herzen lebt sie doch weiter!"
Und ja, diese Worte trafen direkt in mein Herz, es tröstete ganz sachte. Es war so einfach in Kinderaugen.

Die nächsten Stunden waren schwer. Unbeschreiblich schwer. Das Herz schwer und mein Kopf fühlte sich wie betäubt an. Wir wohnten für die Zeit bei den Schwiegereltern, alle vier im Gästezimmer.

Wohin mit meinen Gefühlen, wohin mit all den Tränen?


Ich rede (vor allem) mit dem Löwenjungen. Erkläre ihm, dass ich gegen die plötzlich auftretende Trauer und die Tränen nichts machen kann, weil ich einfach so sehr traurig bin. Er sagt, er wäre auch traurig wenn ich tot bin. "Stirbst Du jetzt auch?"
Diese Fragen kommen dann natürlich auch. 

Soll man ein Kind auf eine Beerdigung mitnehmen?


Diese Frage habe ich mir so nicht gestellt. Sondern ich habe sie meinem großen Kind gestellt.
Wer mit 4 Jahren zu mir sagt "in unsererem Herzen lebt sie weiter", dem kann ich diese Frage stellen. 
 "Möchtest Du mit auf die Beerdigung kommen?"

Wir redeten darüber, was eine Beerdigung ist. Über die Kirche, dass die anderen und ich dunkle Kleidung anhaben. Dass der Körper, wenn man stirbt, nur noch wie eine Hülle ist. In Oma´s Fall wurde der tote Körper verbrannt, darum würde der Sarg auch in der Kirche verschlossen sein.
Dass es für mich sicher auch  ganz traurig wird, Abschied zu nehmen von meiner geliebten Mama. Dass er nicht erschrecken muss, falls ich/wir in der Kirche weine/n würde/n.

Ich überließ es ihm. Aber auch er wollte Abschied nehmen. Wollte dabei sein und nicht irgendwo anders.

Wir machten aus, dass meine Freundin (die er natürlich auch sehr mag) in unserer Nähe sitzen würde. Wann immer es für ihn zu traurig oder unangenehm werden würde, sollte er einfach zu ihr und sie würden dann ein bisschen spazieren gehen.
"Du darfst mitkommen, aber Du musst nur so lange bleiben, wie Du möchtest!"

Natürlich blieb er bis zum Schluss und war mir mein größter Trost. Er war nicht ängstlich oder verstört, weinte auch nicht. Vielmehr las ich Neugier in seinen Augen was um uns passierte. Es war seine 1. Beerdigung. Am traurigsten fand er wahrscheinlich mich... 

Der Tod gehört zum Leben und ich denke, wir sollten generell vor unseren Kindern mehr Gefühle zeigen. Kinder dürfen auch traurig sein. Deshalb dürfen sie auch sehen, wenn wir traurig sind.

Wenn wir unseren Kindern nicht von unseren Gefühlen erzählen, dann werden sie sich uns auch nicht öffnen. Natürlich sollte das alles kindgerecht verpackt bleiben.

Manchmal, wenn wir morgens in die Schule fahren und der Himmel leuchtet in den schönsten roten Farben, dann sagt er ganz plötzlich: "Schau mal Mama, was Oma uns heute morgen für einen schönen Himmel gemalt hat!"

"Heute ist Oma´s 3. Himmelsgeburtstag!"

Ein sehr schönes Erlebnis hatte ich dazu letzte Woche. Es war der 3. Todestag meiner Mutter. Wir sprachen schon einige Tage davor darüber und ich fragte ihn, ob er nach der Schule mit mir zum Friedhof gehen möchte. Natürlich wollte er mitkommen. "Ich muss Oma doch noch erzählen, dass ich am Sonntag zum ersten Mal ein Fußballturnier gewonnen und eine Goldmedaille bekommen habe!" Wir nahmen Blumen und Kerzen mit und er erzählte Oma vom Fußballturnier. Nachmittags kam meine Familie zu mir und wir saßen beim Kaffee zusammen.
Mein Löwenjunge meinte: "Heute ist Oma´s 3. Himmelsgeburtstag!" Lächelnd nahm ich ihn in den Arm und sagte: "Da hast Du Recht mein Schatz!" Es war das tröstende, was man sich an so einem Tag nur wünschen konnte.





Weitere Beiträge der Rubrik Tod und Trauer:

Aus grau wird schwarz- und auf einmal ist nichts mehr wie es war
Happy Birthday Mamilein
Und wieder ist ein Jahr vergangen - Die Lücke bleibt
Der letzte Kuss meiner Mutter

An mein Sternchen zum 7. Sternengeburtstag
Die Tränen einer Mutter - Erinnerungen an mein Sternenkind




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Sonntag, 19. Februar 2017

Was war für Dich heute am Schönsten? Mit den Kindern auf den Tag zurück blicken und überrascht werden...

Eines unserer Abendrituale ist, schon seit der Löwenjunge sprechen kann, eine kurze, unscheinbare Frage. Ich stelle sie, wenn wir im Bett liegen, das Licht schon aus ist und wir uns aneinander kuscheln. 

"Was war heute am Schönsten für Dich?"

Mit dieser Frage kommen wir zur Ruhe, blicken auf den vergangenen Tag zurück und kommen noch einmal in ein kurzes Gespräch. Es passiert nicht selten, dass mich die Antworten der Kinder überraschen, glücklich und vielleicht manchmal auch stolz machen. Sehr oft sind es ganz andere Dinge, die ich auf den ersten Blick vermutet hätte. 

Unser Sonntag lief heute so ab:

Wir waren alleine, Papa ist noch bis morgen früh arbeiten. Der Vormittag zog sich dahin, die beiden waren müde, weil sie gestern zu spät in's Bett und heute genau so früh aufgestanden sind wie üblich. Ich war froh, dass wir uns für den Nachmittag mit Schul- und Kindergartenfreunde zum Kinderfasching verabredet hatten. 

Kaum im Festsaal angekommen, war die schlechte Stimmung wie weggeblasen und in den folgenden 3 Stunden kamen die Jungs nur bei mir vorbei, wenn sie etwas trinken oder essen wollten. Ich war abgeschrieben und sie feierten vergnügt mit ihren Freundinnen und Freunden. 

Früher durfte ich mit den Kindern noch auf die Tanzfläche, weil sie schüchtern und anhänglich waren. Heute haben sie mich nicht gebraucht um zu feiern. Ich saß mit 2 anderen Müttern am Tisch und wir hatten auch einen schönen Nachmittag. Wir lästerten ein bisschen über den Alleinunterhalter und seiner tollen Musikauswahl von Freddy Quinn zum Fliegerlied- wir fanden ihn nicht wirklich gut, aber hatten Spaß. 

Um 17 Uhr war der Fasching vorbei und wir sind (noch) müder aber zufrieden nach Hause. Daheim wollten beide nur noch ein Käse- und ein Honigbrot und fertig war auch das Abendbrot. Es lief noch das Kinderradio und dann fiel den Jungs ein:

"Mama, wir haben heute noch gar nicht zusammen getanzt! Komm, lass uns tanzen!"

Also haben wir die Musik etwas lauter gemacht und haben zusammen in der Küche getanzt. Gedreht, verknotet, gelacht. Als uns die Puste ausging, sind wir nach oben und haben uns bettfertig gemacht. Noch ein Buch gelesen und dann das Licht aus. 

"Was war für Euch heute am Schönsten?"

Ganz klar, der Kinderfasching, dachte ich! Aber es war mal wieder nicht ganz richtig. 

"Mir hat der DJ am Besten gefallen! Die Musik fand ich so toll heute. Das war cool!" meinte der Löwenjunge. Ich musste sehr in mich hineingrinsen!

Dann war das Winterkind dran:
"Am allerschönsten war heute mit Dir zu tanzen, Mama!"
Klar, dass mir da das Herz aufging. 

So oft, wenn ich abends diese Frage stelle, bekomme ich wunderschöne Antworten, mit denen ich vielleicht erst nicht gerechnet hätte. Selbst an Tagen, an denen wir ganz großartige Dinge unternommen haben, sind es nicht die, die ich dann zur Antwort bekomme. 
Kinder haben eine ganz andere Sichtweise, was sie glücklich macht. Man muss Ihnen nicht die spektakulärsten Events bieten, manchmal ist ein Tanz in der unaufgeräumten Küche tausendmal schöner als ein prall gefülltes Familienprogramm. 

Wir reflektieren übrigens auch, was nicht so schön gelaufen ist. Was heute vielleicht nicht so toll war. Ohne Wertung. Jeder in seinen Worten. Da erfahre ich dann manchmal Situationen aus Schule oder Kindergarten, die sie mir vielleicht so sonst nicht erzählen würden. Oder wir besprechen Situationen, in denen wir blöd gehandelt haben. Wenn mein Großer abends von sich aus erzählt und erkennt, was dumm gelaufen ist, (der Kleine kann das meist wegen seines Alters noch nicht so wirklich) dann ist das 1000 mal effektiver als jede Standpauke- glaubt mir. 


Mit den Kindern in's Gespräch kommen, ist oft nicht so einfach. Abends, im Bett, wenn es kuschelig ist und sie sich ganz und gar geborgen fühlen, können sich meine Kinder ganz gut öffnen und das ist dann meistens für mich, das allerschönste an dem Tag gewesen. 

Und was war für Euch heute am Schönsten?



Gros Bisous 
Eure Tanja

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Sonntag, 12. Februar 2017

Bunte Farben gegen das heutige Sonntagsgrau. 12 von 12 im Februar

Grau und nebelig ist der heutige Sonntag. Da muss dringen Farbe her! Und weil heute der 12. ist, gibt es natürlich wieder 12 Bilder von unserem Sonntag. Gesammelt bei Carola von Draußen nur Kännchen. Viel Spaß.



Der Löwenjunge und sein Papa sind heute morgen schon um 8 Uhr zum Fußball-Hallenturnier gefahren. 
Da waren das Winterkind und ich noch zur extra Kuschelrunde im Bett. 


Als wir dann später in die Küche kommen, finden wir einen kleinen Guten-Morgen-Gruß vom Löwenjungen:


Zum Frühstück machen wir uns heute mal zwei French Toasts:



Das Winterkind nimmt ihn mit Puderzucker und Honig:


Papa schreibt uns aus der Halle, dass sie heute wahrscheinlich zum 1. Mal bis in's Finale kommen! Das gab es noch nie (er spielt ja auch seine erste Saison überhaupt) und ich kann das Winterkind überreden, doch noch in die Halle zu fahren. 


Es hat sich gelohnt. Ich erlebe ein 10 minütiges Krimi-Finale, direkt hinter dem Tor meines Sohnes. Sie gewinnen verdient 2:1 und wir jubeln so laut, als wären wir Weltmeister geworden. Der erste 1. Platz von meinem Sohn. Ja, ich bin mega stolz wie Bolle heute!


Danach geht es heim. Es ist grau und wir holen unsere Malkiste raus. 


"Können wir was basteln?"
Ich finde, wir könnten die Fenster etwas bunter machen. Ist doch Fasching und bis zur Frühlingsdeko fehlt es hier noch mindestens der Sonnenschein. 


Das Fädeln findet das Winterkind klasse. 


Bisschen Lichterkette aufhübschen. 


Das Fenster ist doch ganz nett geworden. Bunt. Meine Lieblingsfarbe!


Das Abendessen habe ich vorgekocht. Davor schauen wir noch gemeinsam die Sendung mit der Maus von heute Vormittag an. 


Das waren unsere 12 von 12 im Februar 2017 und ich hoffe mal, dass die 12 von 12 im März schon etwas frühlingshafter werden. Ich kann es nämlich kaum erwarten. 

Habt noch einen schönen Sonntag und kommt gut in die neue Woche. 

Gros Bisous 
Eure Tanja

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Sonntag, 5. Februar 2017

Fasnet, Fußball und viele Liter Wasser

Ein Wochenende mit vielen Fotos und der Sonntag ein 05., also Tagebuchblogging, das sollte doch für ein Wochenende in Bildern und ein "Was machst Du eigentlich den ganzen Tag?" reichen. Es gibt Fasnet (so nennt man hier den Fasching), Fußball und über 300 Liter Wasser. Aber seht selbst!

Samstag 
Diesen Samstag hatte ich sogar mal wieder frei und das bescherte mir zumindest eine Stunde länger Schlaf. 

Gestern Abend war noch ein Vorspiel der Trommelkids in der Musikschule- und mein Löwenjunge hatte extra sein heißgeliebtes Fußballtraining ausfallen lassen. Ich hatte ihm die Entscheidung selbst überlassen, ob er mittrommeln möchte oder nicht. Was nützt es auch, wenn er keine Lust dazu hat und nur uns zuliebe mitmacht. Aber er hatte sich, zu meiner Freude natürlich, für den Trommelauftritt entschieden. 
Zum Glück konnte ich in der Arbeit etwas früher gehen und kam noch genau rechtzeitig zu seinem Auftritt. Er strahlte mir entgegen. 



Da es gestern Abend dann spät wurde, haben wir die Gute-Nacht-Geschichte ausfallen lassen und haben sie heute morgen um 8 Uhr gemütlich im Bett gelesen. Natürlich gleich drei Kapitel, wir konnten gar nicht aufhören. 



Obst und Gemüse schälen und schnippeln ist grad beim Winterkind sehr angesagt. Wir müssen ihn schon immer bremsen, so viel wie er schnippeln möchte, könnten wir gar nicht essen...



Nach dem Frühstück gehen wir schnell eine Runde duschen. Denn um 10 Uhr kommt ein Bekannter, der mir meine Wasserbettmatratze erneuert und da dann erst mal  330 Liter warmes Wasser gebraucht werden, müssten wir sonst später kalt duschen. Lieber nicht! 

Die Jungs finden es spannend, beim Austausch und befüllen zuzusehen und schon ist der halbe Vormittag rum. 



Ich putze das Haus und die Jungs spielen heute friedlich zusammen. Mittags gibt es nur Pizza, aus dem Supermarkt, da braucht es kein Foto, die kennt Ihr alle selber. 

Der Löwenjunge liest seine täglichen 10 Minuten und beendet ein Buch. Wir können gleich ein neues Quiz auf Antolin machen. Antolin ist ein Programm, bei dem die ganze Klasse angemeldet ist. Unzählige Bücher findet Ihr dort und zum jeweiligen Buch gibt es Quizfragen, die die Kinder beantworten müssen und dafür Punkte bekommen. Bei uns hat Antolin sehr geholfen, die (selber-lesen-)Motivation zu steigern. 



Am späten Nachmittag frage ich die Jungs, ob sie Lust auf einen Narrensprung (also Faschingsumzug) hätten. Das Winterkind schreit Juhu, der Löwenjunge möchte lieber mit Papa das Bayern-Fußballspiel schauen. 

Wir verkleiden uns und fahren 3 Ortschaften weiter und erleben einen richtig schönen Umzug, der nicht zu lange dauert aber viel Spaß macht. 



Der Narrenbaum wird feierlich gehoben und dann gibt es auch noch ein kleines Feuerwerk. 



Als wir dann um 19:30 Uhr nach Hause kommen und das Winterkind seine Tasche mit den Süßigkeiten ausleert, hat sich der Löwenjunge vielleicht ein klitzekleines bisschen geärgert. Immerhin hat der FC Bayern heute nicht gewonnen...



Ich bringe das Winterkind in's Bett und schlafe direkt mit ein. Halsschmerzen waren im Anmarsch... 


Sonntag

08:00 Uhr weckt mich mein innerer Wecker, die Jungs sind schon länger wach, berichten sie, aber sie haben gespielt und uns schlafen gelassen. 

09:00 Uhr gemeinsames Frühstück 

09:30 Uhr jetzt aber schnell anziehen und los. 

10:00 Uhr Kindergottesdienst. 
Der wird einmal im Monat im Nebenraum gemacht und irgendwie kam ich da jetzt in das Orga-Team mit rein. Die Jungs haben großen Spaß und hören interessiert zu, der Löwenjunge übernimmt sogar freiwillig, für mich die Fürbitten vorzulesen. 



10:50 Uhr wir sind fertig und schleichen uns in die Kirche. Nein, nicht alle schleichen, das Winterkind rennt und möchte gar nicht unauffällig bleiben... 
Wir holen uns den Blasiussegen, der vor Halskrankheiten schützen soll. Tsja, gut, dass ich kaum noch schlucken kann heute, kann also nichts schaden...

11:10 Uhr Auto tanken, gestern vergessen und die Warnleuchte blendet einen schon förmlich...

11:20 Uhr wieder daheim. Dem Löwenjungen beim umziehen und Kicktasche packen helfen. Das geht dann so: 
"Mammaaaa- meine Hose?" 
Mama rennt in den Keller. Nix. Papa ruft von oben: "im Wohnzimmer"
Wieder rauf. Ganz nach oben. 
"Mammmmaaa- warum hast Du mir 3 Flaschen Iso eingepackt? Papa hat auch schon 3 rein, 6 Flaschen sind zu viel"
"Dann pack halt 3 wieder aus."
"Hab ich doch schon"
...usw...

11:45 Uhr Papa (wenn anwesend Torwarttrainer F-Jugend) und Löwenjunge (Torwart F-Jugend) fahren los zum Hallenturnier, das Winterkind spielt im Garten und macht Matsch-Haufen. Kein Foto. 
12:00 Uhr Mama faltet Wäsche. Eigentlich vermeide ich das sonntags aber wenn man Samstag Abend zu früh einschläft... 



12:10 Uhr Winterkind kommt als Matschklumpen rein. "Jetzt mag ich lieber rein zu Dir, Mama!"

12:18 Uhr fertig. Keine Pointe. Kein Filter. 



12:20 Uhr Winterkind darf mit Wasser spielen und ist in seinem Element. Mit Trichter und Kännchen befüllt er Flaschen und Schüsseln- und ist glücklich...
Ich liebe es, ihm dabei zuzusehen. 




13:15 Uhr Die Hände vom Winterkind sind schon ganz schrumpelig. Uns fällt ein, wir müssen noch in ein Kindergartenfreundebuch schreiben. Ich frage mich, ob es noch so altmodische Poesie-Alben von früher gibt?...




13:38 Uhr Wir malen...




13:58 Uhr ... und malen... (also das Meiste malt mein Kind. Ich bin da nicht so toll darin...) 
Zwischendrin essen wir Honigbrot...




14:17 Uhr Unsere Lana macht alles richtig und entspannt beim Mittagsschlaf, das wäre schön, gibt es aber leider für mich nicht...




14:45 Uhr Mein Winterkind schnipselt Konfetti und ich schäle Kartoffeln für's Abendbrot 

15:00 Uhr Ich habe dem Winterkind erklärt, dass ich wenigstens ein Spiel vom großen Bruder anschauen möchte und obwohl er ja keine Lust hat, meint er zum Glück dann doch "Na gut!". Wir ziehen uns an und fahren los. 

16:20 Uhr Wir können uns noch das letzte Spiel um Platz 5 ansehen und unser Löwenjunge und sein Team gewinnen verdient mit 3:0.



16:40 Uhr Auf die Siegerehrung will mein Winterkind nicht mehr warten und wir machen uns auf den Heimweg. Am Ortsausgang entdecken wir noch einen Spielplatz und ich frage mein Kind, ob er noch Lust hat. Na ratet mal. 



17:15 Uhr Wir kommen nach Hause und kurz danach auch die Fußballer. 

17:30 Uhr Mein Mann bereitet das Abendessen vor (Buletten mit Käse gefüllt) und ich mache die Abendrunde mit Lana. 

18:15 Uhr Für mich bleibt noch der Kartoffelbrei und die Soße zu machen, der Rest ist fertig. 

18:31 Uhr Abendessen 

19:00 Uhr Heute macht Papa die Jungs im Bad fertig und ich die Küche.

19:15 Uhr Papa liest Maluna Mondschein 

19:22 Uhr Der Wackelzahn Nummer 6 ist draußen! 



19:34 Uhr Licht aus- Gute Nacht!
Das Winterkind kuschelt mit mir, Zahnlücken-Löwenjunge mit Papa.

20:15 Uhr Pünktlich treffen wir uns auf der Couch wieder. Ich bin nun total erkältet und werde sicher nicht alt, der Mann schlägt sich noch mit American Football die Nacht um die Ohren.


"Was machst Du eigentlich den ganzen Tag?" fragt und sammelt jeden 5. des Monats Frau Brüllen und noch mehr Wochenenden in Bildern gibt es bei Susanne von Geborgen Wachsen.

Euch wünsche ich einen wunderschönen Start in die neue Woche.

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